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Bad Dübens Kirchwald: Wege auf 300 Metern Länge mit Schotter erneuert

Dübener Heide Bad Dübens Kirchwald: Wege auf 300 Metern Länge mit Schotter erneuert

Jahr für Jahr werden in Bad Dübens Kirchwald Wege instandgesetzt. Die Besonderheit in diesem Jahr: Aufgrund eines Gewittersturms, der Anfang Juli eine Schneise der Verwüstung durch den Wald zog, wurden viele Abschnitte besonders in Mitleidenschaft gezogen, weil zur Beseitigung der Sturmschäden schwere Technik zum Einsatz kam.

Revierförster Andreas Schirmer zeigt einen erneuerten Weg in Bad Dübens Kirchwald.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. Die neue Bank am Wegesrand fällt sofort auf. Nur noch wenige Meter sind es bis zum Gesundbrunnen in Bad Dübens Kirchwald, einem beliebten Ausflugsziel. Revierförster Andreas Schirmer freut sich, dass die Stadt diese und weitere Sitzgelegenheiten installiert hat. Das Gesamtpaket stimmt. Denn der Weg zu der aus zwei Rohren sprudelnden Quelle, deren eisenhaltiges Wasser den Grund und die Einfassung der Quelle kräftig rotbraun färbt und über Wunderkräfte verfügen soll, hat erst in diesen Tagen eine neue Oberfläche bekommen. Insgesamt wurden 300 Meter auf der Fläche, die so groß wie 350 Fußballfelder ist, instandgesetzt. „Nicht neu gebaut“, wie Schirmer betont. Ein Straßenhobel begradigte den Weg, Schotter wurde aufgebracht, Löcher geschlossen, die Oberfläche so gestaltet, dass problemlos Wasser ablaufen kann.

Auch wenn sich der studierte Forstingenieur drüber freut, weiß er sehr wohl, dass solche Maßnahmen auf der sogenannten Kirchwaldrunde nicht immer nur auf Gegenliebe bei Wanderern, Spaziergängern und Sportlern stoßen. „Es gibt schon einige, die das hinterfragen“, sagt er. Aber sein Chef, Dübens Pfarrer Jörg Uhle-Wettler, stellt sich immer schützend vor ihn. Durch das Gebiet führen Hauptwanderwege, gerade an Wochenend- und Feiertagen zieht es viele Städter hinaus. Da fällt ein Weg mit zunächst hellgrauer Oberfläche schon ins Auge. „Im Laufe der Zeit passt sich dieser den üblichen Gegebenheiten an, der Weg ebnet sich ein, dann ist kein Unterschied mehr zu sehen“, so Schirmer. Wohl aber wegen der festen Oberfläche leichter begehbar. Die Wege können zum einen von Wanderern und Spaziergängern genutzt werden, sind aber auch unerlässlich für die Sicherheit im Wald und dessen Bewirtschaftung. „Sie dienen als Rettungswege und uns dafür, dass wir den Wald überwachen und bewirtschaften können“, sagt der 40-Jährige. Vor allem letzteres heißt: Schwere Technik muss durch den Wald transportiert werden, um beispielsweise das geerntete Holz abzutransportieren. Nach und nach werden deshalb die Wege instandgesetzt.

Aktuell reagieren müssen Schirmer und seine Leute dabei auf aktuelle Ereignisse. In diesem Jahr war es der schwere Gewittersturm im Juli, der eine Schneise der Verwüstung durch die Dübener Heide gezogen hat. „Wir waren gerade mit der Holzernte fertig, als am 7. Juli das Unwetter passierte“, so Schirmer. 1200 Festmeter Holz fielen damals ungeplant, die Aufarbeitung der Schäden hat bis jetzt angedauert. Der Forst-Experte kann dem Ereignis und dessen Folgen dennoch etwas Gutes abgewinnen. „Es ist auch eine Chance für den Waldumbau. Wir können ihn voranbringen, indem wir in die Lichtlöcher andere Baumarten einbringen.“ Dass solche Wetterunbilden immer wieder auftreten können, rechnet der Förster in seine zukünftigen Planungen ein. Stabile Mischwälder lösen monotone Kiefernwälder ab – eine bewusst gewählte Strategie. „Wir verzichten auch weitgehend auf Fichten, die vor allem ein feuchtes und kühles Klima mögen.“ Mit Blick auf den Klimawandel gehe es bei der Verjüngung vor allem um Vielfalt und Breite. Die Kiefer spiele zwar weiter eine große Rolle, ebenso aber Tannen, Douglasien, Lärchen und Buche, Roteichen und Eichen. In diesem Jahr wurden im Dübener Areal rund 4000 Pflanzen gesetzt, in allen drei Kirchwäldern waren es rund 40 000 Setzlinge.

Andreas Schirmer ist seit 2013 für die drei kirchliche Waldgemeinschaften Herzberg, Bad Düben und Wittenberg – und damit für 1450 Hektar Wald zuständig. Ein immens großes Gebiet, in der Ost-West-Ausdehnung kommt er auf 110, in der Nord-Süd-Ausdehnung auf 75 Kilometer. Auto und GPS-System sind für den Revierförster und seine Mitarbeiter dabei unerlässliche Begleiter.

Von Kathrin Kabelitz

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