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Bad Dübens Kurdirektor Ole Hartjen strebt 80 Prozent Hotel-Auslastung an

Heide Spa Hotel & Resort Bad Dübens Kurdirektor Ole Hartjen strebt 80 Prozent Hotel-Auslastung an

Dienstleistung ist das A und O. Das sagt Ole Hartjen. Seit einem reichlichen Jahr ist er Bad Dübens Kurdirektor. Eine erste Bilanz fällt durchaus positiv aus. Mit dem Spatenstich für den Hotelanbau hat er einen Meilenstein setzen können.

Blick auf das Wellnesszentrum Heide Spa Hotel & Resort in Bad Düben.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. Bekenntnisse wie „Ich bin ein Bad Dübener“ fallen dem in Celle geborenen Ole Hartjen schon jetzt leicht. Reichlich ein Jahr ist es her, seit der 52-Jährige vom Berner Oberland in der Schweiz in die Dübener Heide nach Nordsachsen wechselte und im Heide Spa Hotel & Resort das Amt des Kurdirektors und Geschäftsführers übernommen hat. Einen Meilenstein hat Ole Hartjen bereits gesetzt. Einen, der vom bisher angedachten Plan erstmal abweicht. Hotelerweiterung statt Ferien-Appartements. Der Kurdirektor selbst hatte den Umdenk-Prozess eingeleitet, weil die steigende Nachfrage nach Übernachtungen vor allem an Wochenenden und in den Ferien nicht mehr bedient werden kann. Die ersten Spaten für den Neubau steckten vor einer Woche unweit des Ost-Giebels in der Erde. Bis Januar sollen 23 neue Zimmer entstehen.

90 Festangestellte, Tendenz steigend

Der Neue ist also angekommen in der Kurstadt. Ole Hartjen spricht von „tollen Mitarbeitern, die motiviert und engagiert arbeiten und es uns leicht machen, das Unternehmen nach vorn zu entwickeln“. An die 90 Festangestellte gibt es, inklusive Teilzeitkräften und Aushilfen sind es zeitweise bis zu 120. Die Fluktuation sei gering, die wirtschaftliche Lage so, dass perspektivisch bis zu fünf weitere Mitarbeiter eingestellt werden können. Wenn der Hotel-Bereich fertig ist, sind weitere Stellen möglich.

Offene Diskussionen bringen Bad Düben weiter

Er sei sehr herzlich aufgenommen worden und habe in kurzer Zeit Bekannt- wie Freundschaften schließen können. Beeindruckt habe ihn aber vor allem, wie entschlossen eine Stadt, eine Region an einem Strang ziehen kann. Das sei so gewesen, als es um die Kurstadt-Prädikatisierung ging. Oder um Projekte wie das Freibad und das Schulzentrum. „Da werden sehr offene Diskussionen geführt, die uns aber weiterbringen“, so Hartjen. Bei seinem Amtsantritt hatte er vehement gefordert, dass die Stadt das Kurortentwicklungskonzept weiterführen müsse. Die Reprädikatisierung war der entscheidende Schritt, die Steuerungsgruppe mit Koordinator plus Werkstätten für die Konzept-Umsetzung, das neue, bunte Kurstadt-Logo und der Internet-Auftritt, der überarbeitet wird, bis hin zum anvisierten Naturheilkundezentrum sind weitere Etappen. Hartjen war es auch, der eine engere Verzahnung aller Bereiche vor Ort anmahnte, weil es nicht nur um ein Tourismuskonzept, sondern die Entwicklung von Stadt und Region gehe. Er sehe erste Erfolge, zum Beispiel was die Zusammenarbeit mit der MediClin betreffe. An der selbst auferlegten Führungsrolle, die er einst ins Spiel brachte, sei das Heide Spa weiter daran. „Das müssen wir als Unternehmen in dieser Größe auch, nicht nur in der Stadt oder im Landkreis, sondern auch in Sachsen.“

Bauliche und inhaltliche Veränderungen

Etwa 97 bis 98 Prozent der Gäste kommen aus Deutschland, die durchschnittliche Verweildauer beträgt um die zwei Tage. Die Statistik sagt ebenso aus, dass das Gros seinen Wohnsitz in den neuen Bundesländern hat. Dass das Lutherjahr einen Boom für Hotel und Bad bringe, glaubt Hartjen nicht. Dies sei auch nicht das Ziel eines Hotels, das in erster Linie den Wellness- und erholungssuchenden Gast ansprechen will. Der Hotelgast erwarte, dass er mit Beginn seines Aufenthaltes in ein Resort eintauche, das er nicht zwingend verlassen muss. „Er möchte hier in einem abgeschlossenen Raum seine Ruhe finden, gastronomische Vielfalt genießen, Park und Garten und alle weiteren Einrichtungen nutzen, um abzuschalten“, so Hartjen. Und darauf müssten er und sein Team sich einstellen. Der bauliche Aspekt sei das eine, neben dem Anbau sind Projekte angedacht, so um den Garten der Sinne mehr in der Fokus der Gäste zu rücken, auch die Erweiterung der Liegeflächen in Bad und Sauna, der Neubau eines Ruhehauses. Es geht zudem um inhaltliche Aspekte. So wurde die Speisekarte angepasst, um die Frequenz im Restaurant erhöhen zu können. Zum erfolgreichen regionalen Angebot sei es der Anspruch, eine leichte, verständliche Küche, eine sogenannte gesunde Genussküche zu etablieren.

Dienstleistung ist das A und O

Der unbedingte Dienstleistungscharakter gehört dazu: Perfekte Dienstleistung, kompetentes und freundliches Auftreten – der Chef fasst dies in einem Motto zusammen, das er in seinem Hause setzt: Ein Team – ein Weg – eine Begeisterung. Oder profan ausgedrückt: „Es braucht keine goldenen Wasserhähne, sondern engagierte Mitarbeiter.“ Die Ziele sind klar: Die Auslastung soll weiter erhöht werden. 70 Prozent waren es 2015, 75 im letzten Jahr. Klare Vorgabe jetzt: 80 Prozent. Das wären um die 34 000 Hotel-Gäste. Eine Zahl, von der auch die Kurbetriebsgesellschaft mit Bad, Sauna, Fitness, Wellness, Beauty sowie Gastronomie und Veranstaltungsbereich profitieren wird.

Von Kathrin Kabelitz

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