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Bad Dübens Lebensretter sind im Dauereinsatz

Bad Dübens Lebensretter sind im Dauereinsatz

Wenn der kleine Pieper am Gürtel von Kathrin Kramer piept, heißt es flinke Füße haben. Der nächste Einsatz ruft. Das passiert bei der Rettungssanitäterin des Deutschen Roten Kreuz (DRK) am Tag bis zu elf Mal.

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Nach jeder Fahrt machen die Rettungssanitäter Patrick Ellinger und Kathrin Kramer den Krankentransportwagen für den nächsten Einsatz startklar.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Kramer ist 47 Jahre alt und seit August 2014 im Dienst des DRK. Ihr Arbeitsort ist die Rettungswache im Bad Dübener Postweg. "Ich arbeitete vorher viele Jahre in der ambulanten Pflege und habe nach einer neuen Herausforderung gesucht. Dann gab es das Angebot vom DRK. Da ich schon viele Jahre ehrenamtlich beim Katastrophenschutz war, habe ich zugegriffen und mich anderthalb Jahre weitergebildet." Derzeit fährt die 47-Jährige hauptsächlich Krankentransportwagen. Dazu gehören Dialysefahrten, Patienten zum Arzt transportierten oder auch Verlegungen von einer zur anderen Klinik. "Kein Tag gleicht dem anderen. Je nach Einteilung fahre ich auch Notfalleinsätze im Rettungswagen mit."

Wer von den Kollegen wo etwas fährt - dafür zeichnet Andreas Schulze, seines Zeichens Leiter des Rettungsdienstes, verantwortlich. Vor gut einem Jahr bekam das DRK den Zuschlag für die Betreibung der Rettungswache in der Kurstadt. "Die Wache wurde 1997 in Betrieb genommen und durch den Arbeiter-Samariter-Bund betrieben. 2012 wurden die Leistungen neu ausgeschrieben. Wir haben damals das beste Angebot abgegeben und betreiben die Wache seit 1. Januar 2014", so Schulze. Bad Düben gehört seitdem zur Struktur des DRK-Kreisverbandes mit derzeit rund 1800 Mitgliedern. Auch die Rettungswachen Delitzsch und Wiedemar gehören dazu, sind im 24-Stunden Dauerbetrieb. Während zu diesen Zeiten die Rettungswagen rund um die Uhr zu Notfällen ausrücken, fahren die Krankentransportwagen bedarfsorientiert.

Zur Zeit sind 35 Mitarbeiter auf den drei Wachen beschäftigt. In Bad Düben sind davon zehn Kollegen, einschließlich Rettungsassistenten und Sanitäter. Das Einsatzgebiet umfasst jeweils einen Radius von rund 20 Kilometern. "Allerdings arbeiten wir auch übergreifend, wenn sich die jeweilige Besatzung gerade in einem Einsatz befindet", so Schulze, der seit 35 Jahren in dieser Branche tätig ist. Er habe in den Jahren eine Menge Positives erlebt, aber auch viel Schlimmes gesehen. So gehört ein Einsatz, bei dem ein zweijähriges Kind einen Fieberkrampf erlitt und dem Tod näher als dem Leben war und durch Schulze und sein Team nach einer geglückten Reanimation wieder ins Leben geholt werden konnte, zu den schönen Erinnerungen. Dagegen ist ihm ein schlimmer Verkehrsunfall am Himmelfahrtstag vor fünf Jahren in Bad Düben mit einem toten Autofahrer ebenso in Erinnerung. "Die Bitterfelder Straße sah aus wie ein Trümmerfeld. Dem jungen Mann konnten wir leider nicht mehr helfen."

Beim DRK stehen für solche und andere Fälle ein Kriseninterventionsteam und Notfallseelsorger bereit. "Die Unfallbilder von schlimmen Einsätzen hat man immer wieder im Kopf, wenn man an den Unglücksorten vorbeifährt. Jeder verarbeitet das anders. Manche für sich, andere reden darüber. Trotzdem macht mir der Job Spaß", sagt Rettungsassistent Ronny Richter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.06.2015
Steffen Brost

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