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Bad Düben Bad Dübens Postweg ist ein friedlicher Ort
Region Bad Düben Bad Dübens Postweg ist ein friedlicher Ort
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00:19 18.06.2017
Janet Liebich und Michael Marschall kümmern sich um die Flüchtlinge und leisten ihnen erste Hilfe bei den alltäglichen Dingen und Behördengängen. Quelle: Andreas Bechert
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Bad Düben

Seit Januar 2016 arbeitet Janet Liebich als Sozialarbeiterin beim Diakonischen Werk Delitzsch/Eilenburg. Zusammen mit Michael Marschall, der im Bereich Jugendmigrationsdienst tätig ist, kümmert sie sich um Menschen, die aus fernen Ländern vor dem Krieg oder nach Katastrophen nach Deutschland geflüchtet sind. Als Flüchtlingssozialarbeiterin ist sie verantwortlich für den Bereich Bad Düben, Laußig und Taucha. Hier betreut sie etwa 200 Personen, überwiegend Familien.

Hilfestellungen im Alltag

Erster Anlaufpunkt für all jene, die gerade angekommen sind, ist in Bad Düben die Beratungsstelle am Postweg 6. Sprachschwierigkeiten stehen an erster Stelle. Die Geflüchteten kommen aus aller Herren Länder: Tschetschenien, Pakistan, Iran, Irak, Afghanistan, Syrien, Libyen oder Somalia. Da stoßen die Sozialarbeiter an ihre Grenzen. Man redet mit Händen und Füßen und da ist es sehr hilfreich, wenn – wie Michael Marschall berichtet – unter den Männern aus Syrien einer ist, der Arabisch und Russisch spricht, was mit Unterstützung der ehrenamtlichen Spätaussiedler ein Glücksfall darstellt. Einige sprechen neben ihrer Muttersprache Englisch oder Französisch, sodass Janet Liebich mit deren Unterstützung mit den Geflüchteten in Kontakt kommen konnte.

Dank des gut funktionierenden Netzwerkes kann sie schon beim Erstgespräch oder beim ersten Besuch konkrete Hilfe anbieten und leisten. Dazu gehören Banalitäten wie Einkäufe oder Orientierung vor Ort, als auch komplexe Aufgaben wie Arztbesuche, Kita-Plätze, Schule für die Kinder, Sprachkurse für die Erwachsenen. Richtig kompliziert wird es beim bürokratischen An- und Ablauf nach dem Asylverfahren.

Flüchtlinge trauern um tote Angehörige

Hinzu kommt in vielen Fällen, dass die Flüchtlinge mit der seelischen Aufarbeitung ihrer Vertreibung und Flucht beginnen können. Schließlich haben sie alles verloren: Heimat, Freunde, Hab und Gut, das Leben dort. Nicht selten werden Tote beklagt, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig das Land zu verlassen. In behutsamen Gesprächen wird versucht, erste Hilfe zu leisten und falls nötig, professionelle Behandlung in die Wege zu leiten. Auch das Miteinander ist nicht immer ganz einfach. Es treffen hier Menschen aufeinander, die von anderem Glauben und anderen Traditionen geprägt sind. Und dann gibt es neue Regeln, die in diesem Land einzuhalten sind. Michael Marschall meint: „Unsere Beratungsstelle im Postweg ist ein Ort des Friedens!“ Dies wird von allen akzeptiert. Und dieser friedliche Ort in Bad Düben strahlt in die Umgebung und das Umfeld der Menschen aus. So werden Hausfeste initiiert und gefeiert, wo Juden, Muslime und Christen auf Augenhöhe eine neue Gemeinschaft erleben.

Von Andreas Bechert

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