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Bad Dübens Stadtrat macht Weg für Aldi- und Rewe-Erweiterung frei

Bad Dübens Stadtrat macht Weg für Aldi- und Rewe-Erweiterung frei

Die Signale für einen größeren Aldi an neuer Stelle sowie die Erweiterung des Rewe-Marktes in Bad Düben leuchten jetzt ein ganzes Stück grüner. Bei zwei Enthaltungen aus den Reihen des Bürgerkreises verabschiedete der Stadtrat am Donnerstag die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes.

Bad Düben. Dessen Fazit lautet: Die Verlagerung und die damit verbundene Erweiterung des Aldi-Marktes um 169 Quadratmeter und auch die Erweiterung des Rewe-Marktes um 376 Quadratmeter Verkaufsfläche lassen keine schädlichen Auswirkungen auf die Innenstadt erwarten.

Wie die mit der Untersuchung beauftragten Fachleute darauf gekommen sind, hatte Gutachterin Silvia Horn in der Ratsversammlung erläutert. Dabei ging sie auch auf den von der Industrie- und Handelskammer Leipzig unterstützten Einwand des Gewerbevereins ein. Dessen Hauptkritikpunkt an der Studie war die Nichtberücksichtigung einer Nachnutzung der jetzigen Aldi-Filiale in der Schmiedeberger Straße. "Ich kann mir eine solche einfach nicht vorstellen. Wir haben in Bad Düben bereits alle leistungsstarken Anbieter. Das wäre wirtschaftliches Harakiri", so Horn.

Stadtrat Uwe Kulawinski (FWG) hob hervor, dass Supermärkte eine Magnetfunktion für die Innenstadt haben müssten. Mit kostenlosem Parken würde man diese stärken. Mike Kühne (CDU) bezeichnete das Einzelhandelskonzept als Spagat. "Gar keins zu haben, wäre die liberalste Lösung." Das jetzige sei für ihn ein vernünftiger Kompromiss. Emil Gaber (Bürgerkreis) sah das anders: "Schon jetzt 2,26 Quadratmeter Verkaufsfläche je Einwohner machen mir einfach Sorgen." Dass dies weit über dem Bundesdurchschnitt von 1,5 Quadratmetern liegt, hatte Horn dargestellt, aber auch darauf verwiesen, dass dazu der außerhalb liegende Vorteilkauf gehöre. "In Bad Düben werden derzeit über fünf Millionen Euro Kaufkraft bei Lebensmitteln von außerhalb generiert. Damit erreicht die Stadt eine Kaufkraft von 131 Prozent, was für ein Grundzentrum ein außerordentlich guter Wert ist. Handel bedeutet Wandel." Und der gehe zu größeren Märkten mit ansprechender Warenpräsentation. Michael Seidel (SPD) hob indes hervor, dass auch in seiner Fraktion das Konzept umstritten sei. Er regte an, Anbieter wie Rewe mehr als Partnermarkt zu sehen, ihn auch ins Stadtmarketing einzubinden.

Während die Stadträte mehrheitlich der Argumentation der Expertin folgten, zeigte sich Annett Mazanec, Vorsitzende des Gewerbevereins, unzufrieden: "Wir sind entsetzt. Das Ganze ist für uns widersprüchlich. Im Konzept wird die Stärkung der Innenstadt immer als oberste Priorität genannt." Doch die verbliebenen 36 Händler, übrigens fünf weniger als noch 2010, könnten das gar nicht mehr leisten.

Die Pläne werden allerdings nicht zeitnah umgesetzt. "2015 wird es sicher nicht mehr", sagte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Dabei vermutet sie, dass es bei Aldi schneller als bei Rewe gehen könnte. Denn bei diesem soll außerhalb des ausgewiesenen Baufeldes angebaut werden, wofür ein neuer Bebauungsplan benötigt wird. Für Lidl, der sich an der Peripherie der Stadt ebenfalls um 400 Quadratmeter vergrößern möchte, sieht die Empfehlung anders aus. "Hier sollte die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen, der das verhindert", so Horn.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.12.2014
Von Ilka Fischer

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