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Bad Dübens Stadtrat stimmt für Bau einer Biogasanlage an der Schweinemast in Wellaune

Bad Dübens Stadtrat stimmt für Bau einer Biogasanlage an der Schweinemast in Wellaune

Grünes Licht für Europas größten Schweinezüchter Adrian Straathof: Der Stadtrat von Bad Düben hat am Donnerstag das gemeindliche Einvernehmen für den Bau einer Biogasanlage auf dem Gelände der Schweinemastanlage in Wellaune erteilt.

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Bad Düben/Wellaune. Und das zum zweiten Mal, denn bereits 2011 haben sich die Stadträte dazu wohlwollend positioniert.

Ob sie die richtige Entscheidung am Ende getroffen haben - dessen sind sich die Stadträte selbst nicht so sicher. Auf der einen Seite gehen sie gerade gegen den Schweinemäster aus Holland vor, wollen verhindern, dass dieser die Anlage und damit den Tierbestand massiv erweitert. Auf der anderen Seite und in einer davon losgelösten Angelegenheit sind sie nunmehr erneut aufgefordert worden, über den Bau einer Biogasanlage ihr Für oder Wider zu geben. "Vor drei Jahren hat uns das gefreut, weil die Biogasanlage in unser Energiekonzept passte", sagte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). "Aber jetzt, drei Jahre später ..."

Es herrschte eine gewisse Ratlosigkeit im Stadtrat, obwohl Tage zuvor Bau- und später Hauptausschuss die Biogasanlage durchgewunken haben. "Es wäre schädlich, wenn wir jetzt dagegen sind", so Münster mit Blick auf die Überplanung des Areals, wogegen sich Straathof bereits mit Rechtsbeistand wehrt. Bedenken äußerte Uwe Kulawinski (FWG): "Wenn wir dem jetzt zustimmen, haben wir nicht konsequent an dem festgehalten, was wir wollen" - nämlich dem Schweineproduzenten Einhalt zu gebieten. "Wir können das eine mit dem anderen nicht vermischen", entgegnete Harald Paak (CDU). "Ich bin persönlich nicht gegen die Biogasanlage", sagte Heike Nyari (Bürgerkreis). Sie habe etliche im Delitzscher Raum schon einmal besucht, dort gebe es keine Probleme. Anders Andreas Flad (Die Linke) : "Wir haben 2011 vielleicht eine kluge Entscheidung getroffen. Aber 2013 kann man klüger sein." Flad führte etliche negative Beispiele an, was Biogasanlagen hervorbringen könnten, zum Beispiel multiresistente Keime. Mike Kühne (CDU) schlug unterdessen vor, einen Passus in den Beschluss aufzunehmen, wonach das gemeindliche Einvernehmen für die Anlage "nur für den derzeit genehmigten Bestand" erteilt werde. Andere Stadträte hatten "Bauchschmerzen", lavierten hin und her und bekundeten, kein Vertrauen gegenüber dem Investor zu haben - doch letztlich stimmte die Mehrheit zu; es gab lediglich drei Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Und selbst bei Wellaunes Ortsvorsteherin Cornelia Beer herrschte Ratlosigkeit, was richtig sei. Für Kopfschütteln sorgte die Debatte dagegen in den Besucher-Reihen: Petra Würdig vom Ortsverein der Grünen, die kein Mandat im Stadtrat haben, kritisierte im Nachgang das Votum. "Ich habe den Eindruck, bis auf Andreas Flad hat sich kein Stadtrat mit dem Thema beschäftigt." Sie will jetzt zeitnah zu einer Info-Veranstaltung in Wellaune einladen. Denn solche Anlagen führten ob des hohen Maisverbrauchs zu Monokulturen auf den Feldern, die Gärreste, die als Dünger aufs Feld kommen, schädigten die Böden.

Die geplante Biogasanlage soll eine elektrische Leistung von 1,2 Megawatt haben und mit jährlich 8500 Tonnen Maissilage, 4000 Tonnen Schweinegülle und 200 Tonnen Wasser "gefüttert" werden, um Strom und Wärme zu produzieren. Geplant sei deren Errichtung direkt auf dem Gelände, eine Erweiterung im Außenbereich werde nicht erfolgen, wie Bauamtsleiterin Heike Dietzsch erläuterte. Nach Angaben der Stadtverwaltung sei mit keinerlei "erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit" zu rechnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.09.2013

Nico Fliegner

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