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Bad Dübens Wunschliste: Stadt will Geld in schnelles Internet und Hortneubau stecken

Investitionen Bad Dübens Wunschliste: Stadt will Geld in schnelles Internet und Hortneubau stecken

Was ist an Investitionen in den kommenden beiden Jahren in Bad Düben möglich? Der Stadtrat ging in Klausur, steckte die Route ab. Im März soll der Etat beschlossen werden. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) nannte mit Schauwerkstätten, Breitband-Ausbau und Hort-Bau erste Schwerpunkte.

Bad Düben plant, was in den nächsten Jahren finanziell möglich ist.

Quelle: Erhard Striegnitz

Bad Düben. Die Stadt Bad Düben ist auf dem Weg zum ersten Doppelhaushalt. Im März soll er beschlossen werden. Im Dezember gab es die erste Kurs-Ausrichtung zum Investitionsprogramm. Weiteres hängt jetzt vom Ergebnishaushalt und dem Jahresabschluss 2015 ab. Schon jetzt stehe fest, so Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG): „Wir schließen das Jahr voraussichtlich mit einem großen Plus ab, was die liquiden Mittel anbelangt. Das eröffnet uns Spielräume für 2016/2017.“ Dennoch könne sie nicht ausschließen, dass Kredite aufgenommen werden müssten, um alles, was anstehe, realisieren zu können. Was angesichts der günstigen Konditionen bei Umschuldung und Zinsen zumindest eine machbare Option ist. Günstig wirke sich zudem aus, dass die Stadt in den vergangenen Jahren erheblich an Schulden abgebaut habe.

Über 500.000 Euro fürs Feuerwehr-Gerätehaus

Doch was steht nun auf dem Vorhaben-Zettel? Um den Hort-Neubau an der Heide-Grundschule hat es mit Blick auf die Notwendigkeit einige Diskussionen gegeben. Noch 2007 konnten bei den Maßnahmen Heide-Grundschule 75 Prozent Fördermittel genutzt werden, jetzt liege dieser Satz bei 40 Prozent. „Da stellt sich schon die Frage nach dem Spatz in der Hand oder der Taube auf dem Dach“, so Münster. Dennoch sollen die Fein-Planungen auf den Weg gebracht werden, der Stadtrat hat dafür sein Okay gegeben. Noch ist der Hort auf zwei Einrichtungen – Kitas „Spatzenhaus“ und „Märchenland“ – aufgeteilt. Wie bereits an der Evangelischen Grundschule praktiziert, werden Grundschule und Freizeitbereich künftig in einem Gebäude konzentriert. Konzipiert ist der als T-Bau angelegte Komplex für 210 Mädchen und Jungen. 3,3 Millionen Euro beträgt die Kostenschätzung.

Nächster Knackpunkt ist das Feuerwehr-Gerätehaus Tiefensee. Im März soll Baustart sein. Die Stadt steckt mit Hilfe von Fördermitteln 524.000 Euro in Umbau und Erweiterung. Auch der Neubau der Schauwerkstätten an der Obermühle steht fest im Plan. 1,5 Millionen Euro sind für zwei Jahre avisiert.

Abgeschlossen werden soll zudem die Maßnahme Windmühlenweg. Seit September läuft hier der Ausbau eines rund 800 Meter langen Abschnittes zwischen Gustav-Adolf-Straße und Postweg. Los gehen soll es in der Mühldorfer Straße. „Die haben wir schon seit drei Jahren im Programm“, sagt Münster, die zudem auf EU-Mittel aus dem Programm Leader hofft, damit der Ausbau adäquat der Siedlungsallee erfolgen kann. Für Wellaune ist unter anderem der Kauf neuer Fußballtore vorgesehen, in die Friedhofskapelle wird investiert. In Schnaditz haben sich im Zuge des Umbaus des Gerätehauses Risse am Bürgerhaus gebildet, 20.000 Euro sind für die Sanierung der Fassade vorgesehen.

Breitband-Ausbau zu langsam

Mit dem neuen Etat sind aber auch Weichen zu stellen. Beispiel Breitbandausbau: Münster macht keinen Hehl daraus, dass ihr die Entwicklungen auf diesem Gebiet zu langsam gehen. Erste Ergebnisse der Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse, die derzeit für Nordsachsen erarbeitet wird, werden erwartet. Die Analyse sei Voraussetzung für die anschließende Förderung des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen. Der Landkreis plane, einen Hotspot am Naturparkhaus zu errichten, „wir müssen überlegen, wo es weitere geben könnte, im Kurpark oder am Heide Spa“, so Münster.

Die Bürgermeisterin ist aber auch sicher, „an Glasfaserleitungen kommen wir perspektivisch nicht vorbei“. Der Stadtrat müsse sich entscheiden, welche Endausbau-Variante er für richtig hält. Davon hänge auch die Höhe des Eigenanteils ab. Vieles, aber nicht alles sei förderfähig. In diesem Zusammenhang drängt Münster, die perspektivisch auf Übertragungsgeschwindigkeiten von mehr als 50 Mbit/s setzt, darauf, dass die Stadt ein Leer-Rohr-Konzept braucht, mit dessen Hilfe Baumaßnahmen von Wasser- und Abwasser-Versorgern vorausschauend mit dem späteren Verlegen von Rohren gekoppelt werden, in die dann Glasfaserleitungen verlegt werden können. Ebenso sei beim Deichbau vorzugehen, damit auch Tiefensee und Schnaditz entsprechend mit schnellem Internet versorgt werden können.

Von Kathrin Kabelitz

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