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Bad Düben Bad Dübens ehemaliger Bahnhof soll Schritt für Schritt saniert werden
Region Bad Düben Bad Dübens ehemaliger Bahnhof soll Schritt für Schritt saniert werden
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00:18 27.03.2017
Bahnhofsbesitzer Michael Kühn (links) bespricht mit Praktikant Falk Richter die Beräumungsaktion am Bad Dübener Bahnhof. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Garten- und Landschaftsbauer Michael Kühn hat Mut. 2010 kaufte er den Bahnhof in Bad Düben, einige Zeit später legte sich der 53-Jährige den Bahnhof in Söllichau zu. Beide Objekte wurden einst von der Bahn aussortiert und standen lange Zeit auf der Verkaufsliste.

Das Söllichauer Objekt hat eine Nutzfläche von 1800 Quadratmetern. Hinzu kommen 360 Quadratmeter Wohnfläche. „Das Gebäude befindet sich nicht in einem so desolaten Zustand wie der Bahnhof Bad Düben“, erzählt Kühn. „Ich habe in Söllichau jetzt meinen Firmensitz. Zudem richten wir in den ehemaligen Dienstwohnungen je eine Mietwohnung sowie eine Ferienwohnung ein. Ich schätze die Sanierungskosten hier auf etwa 80 000 Euro.“

Ähnlich soll es in zwei Jahren auch in Bad Düben zugehen. Obwohl der idyllische Eindruck des roten Klinkerbaus täuscht, hat sich Kühn das ehrgeizige Ziel gesetzt, daraus ein vorzeigbares Gebäude zu machen. „Die Grundsubstanz des Bahnhof ist nicht schlecht. Trotzdem hat das Gebäude etliche Mängel an Dach und Bausubstanz. Schritt für Schritt soll das Gebäude wieder auf Vordermann gebracht werden. Die Sanierungskosten sind hier aber deutlich höher. Ich rechne bis zu 200 000 Euro“, so der Unternehmer.

Damit es nach seinen Vorstellungen geht, hat der Garten- und Landschaftsbauer die Bahnhofsgenossenschaft Dübener Heide eG gegründet. Derzeit sind dort fünf Mitglieder registriert. Die Genossenschaft will sich unter anderem um die Nutzung und den Erhalt historischer Bahnhöfe und Bahnanlagen sowie historischer Schienen- und Nutzfahrzeuge kümmern. Außerdem stehen die Förderung von Kunst, Kultur und Handwerk, die Schaffung von sozialerträglichen Wohnraum sowie die Vermietung in der Satzung. „Wir streben in Zukunft die Werbung von vielen Mitgliedern an. Jedes Mitglied muss eine Mindesteinlage von 1000 Euro an die Genossenschaft vornehmen. Das soll später als Eigenkapital genutzt werden, um Projekte anzuschieben. Derzeit verhandeln wir über die Finanzierung der notwendigen Sanierungen an beiden Bahnhöfen mit Banken. Außerdem wollen wir Geld über das Leader-Programm beantragen“, plant Kühn.

In Bad Düben wird derweil fleißig an den Außenanlagen rund um den Bahnhof gearbeitet. Zudem werden Sicherungsarbeiten am Dach vorgenommen. Regelmäßig müssen Kühn und sein Team dabei die Hinterlassenschaften von Vandalismus beseitigen. Denn das ruhig gelegene Objekt wird immer wieder von ungebetenen Gästen heimgesucht. „Scheiben werden zerschlagen. Ich habe es aufgegeben, diese jedes Mal zu reparieren. Perspektivisch kommen Überwachungskameras dran.“, sagt der Eigentümer.

Trotzdem hat sich seit dem Kauf einiges getan. Am ehemaligen Stellwerk war die Decke durchgebrochen. Nässe drang in die Räume ein. Kühn riss das alte Dach runter und sicherte es mit einer neuen Konstruktion. Jetzt sind die Gerätschaften des alten Stellwerkes, die sich noch im Gebäude befinden, wieder vor Feuchtigkeit sicher. Denn dieser Bereich soll weitgehend originalgetreu wiederhergestellt werden.

Gänzlich unberührt sind die beiden obersten Etagen des Bahnhofes. Hier sollen laut des Besitzers einmal Mietwohnungen und auch eine Ferienwohnung eingerichtet werden. Die können die Genossenschaftsmitglieder später einmal kostenlos für sieben Tage im Jahr nutzen.

Die ursprünglich geplante Idee, aus der Lagerhalle einen Ausstellungsraum für die gesammelten Oldtimer von Michael Kühn umzubauen, hat der Besitzer mittlerweile zerschlagen. „Ich habe mich von den Oldtimern getrennt, um notwendiges Kapital für die Bahnhöfe in der Hand zu haben“, so Kühn weiter.

Mittlerweile haben auch die Macher des Bad Dübener Landschaftstheater Kontakt zum Bahnhofschef aufgenommen. Sie wollen das Objekt für die dritte Auflage des Theaters im nächsten Jahr nutzen.

Von Steffen Brost

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