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Bad Dübens kaputte Friedhofsmauer:Arbeiten sollen im September beginnen

Bad Dübens kaputte Friedhofsmauer:Arbeiten sollen im September beginnen

Den Tisch im Arbeitszimmer des Pfarrhauses in Bad Düben bedecken Pläne und Kostenrechnungen. Ein großer, alter Mauerstein liegt bereit, er ist bereits Sand-abgestrahlt und soll sich so gesäubert wie später zig andere auch in der neuen Friedhofsmauer wiederfinden.

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So sieht der Blick von innen auf die neue Toranlage an der Gustav-Adolf-Straße in Bad Düben aus.

Quelle: Zeichnung Architekturbüro Papert

Bad Düben. Für Pfarrer Jörg Uhle-Wettler, Architekt Roland Papert und den Gemeindekirchenrat sind das wichtige Utensilien, um die sich derzeit die Absprachen ranken. Im September soll Baustart sein, sollen 80 Meter der maroden Abgrenzung in der Gustav-Adolf-Straße, die nur noch mit Stütze steht, einschließlich des Eingangstores saniert werden. In die Absprachen waren zudem die untere Denkmalschutzbehörde, Landesamt für Denkmalschutz und Kirchenbauamt involviert.

Der Begriff "endlich" fällt in den Gesprächen immer wieder. Jahrzehnte hat es gedauert, bis eine finanzielle Lösung gefunden wurde. Für die Mauer, die wie der Friedhof der evangelischen Kirche gehört, ließ sich lange kein Geld auftreiben, weder aus dem Denkmalschutzprogramm noch aus der Kirchenkasse allein. Eine aktive Beteiligung der Bürger wurde ebenso geprüft, letztlich aber als nicht praktikabel verworfen.

"Ein Friedhof ist noch immer ein wichtiger und kommunikativer, aber auch sensibler Ort", sagt der Pfarrer und ist froh, dass sich die Stadt dazu bekennt und über das Stadtumbau-Programm einen Weg zur Finanzierung, zumindest eines Teilstücks, gefunden hat. Überlegungen gab es viele, die Mauer abzureißen, einen Zaun zu setzen, Bäume zu fällen. Durchgesetzt hat sich die jetzige Lösung. "Wir haben gesagt, wir wollen die Linden schützen, deshalb werden Wurzelbrücken konzipiert", so Uhle-Wettler. Vier Bögen werden restauriert, das Tor soll adäquat zum Pesttor in der Friedhofstraße entstehen.

Derzeit werde geprüft, so Architekt Papert, ob alte Bausubstanz erhalten bleiben kann. Wieder verwendet sollen dabei auch rund 150 alte gebrannte Formsteine, die restauriert werden können, und 150 in Form und Material gleiche, neu erstellte Abdecksteine. Die Mauer allerdings ist länger. In Prüfung sei, so Papert, ob eine weitere Förderung im Bereich der Friedhofsstraße möglich ist. Der Aufruf nach Unterstützung für weitere Abschnitte läuft indes weiter. Spenden sind nach wie vor zwingend notwendig.

Rund 90 000 Euro kostet das jetzt geplante Projekt. Laut Förderprogramm übernehmen Bund und Land Sachsen zwei Drittel. Entsprechend eines Fördervertrages mit der Stadt kann die Kirche ihre geplanten Mittel jetzt gebunden weiterverwenden. Entlang der Friedhofstraße soll die Mauer ausgebessert werden und einen neuen Putz erhalten.

"Wir sammeln weiter Spenden. Und der Dübener entscheidet, wie weit wir vorankommen." Der Meter kostet rund 1000 Euro, gibt der Pfarrer eine Orientierung vor. Die Grabstellen innerhalb der Mauer wird es nicht mehr geben. "Wir haben mit allen, die dort eine Grabstelle haben, Gespräche geführt und sie haben ihr Einverständnis erklärt, die Gräber in Wiesengräber umzuwandeln", sagt Uhle-Wettler und ist über dieses Entgegenkommen auch dankbar.

Die größte Wanderung beginnt mit dem ersten Schritt, sagen die Pilger und das sagt auch Jörg Uhle-Wettler. "Dass wir den mit der Stadt hinbekommen haben, ist sehr schön." Noch fehlt die Bestätigung des Förderantrages durch die Sächsische Aufbaubank. Liegt diese vor, erfolgen die Vergaben, kann der Start im September erfolgen. Uhle-Wettler und der Gemeindekirchenrat hoffen, dass bis zum ersten Advent ein Großteil geschafft ist. "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" - dieses ostpreußische Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert könnte anno 2015 in Bad Düben also seine ganz eigene Bedeutung gewinnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.06.2015
Kathrin Kabelitz

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