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Bad Düben Bad Dübens neue Ölmühle: Bis zum Frühjahr soll der Rohbau fertig sein
Region Bad Düben Bad Dübens neue Ölmühle: Bis zum Frühjahr soll der Rohbau fertig sein
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16:36 27.12.2016
Betonarbeiten für die Seitenwände der neuen Ölmühle. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Noch zu Beginn des Monats war zur Grundsteinlegung nur die Bodenplatte zu sehen. Mittlerweile wächst die neue Ölmühle im Norden der Stadt in die Höhe. Und auch wenn in diesen Tagen Weihnachtsruhe auf der Baustelle herrscht – das Projekt Schauwerkstätten nimmt klare Konturen an.

Für den Museumsdorfverein um seinen Vorsitzenden Werner Wartenburger ein erfreulicher Aspekt, nachdem dieser kurz vor dem Fest mit dem Tod von Vereins-Mitglied Roland Papert einen herben Verlust hinnehmen musste. Der Architekt hatte die Planungen für den Wiederaufbau des historischen Ensembles maßgeblich mitgestaltet. „Die Stadt entscheidet jetzt, wie es weitergeht“, so Wartenburger. Übergangsweise habe Marco Stelzel, dessen Büro den Umbau des Ex-Gymnasiums zum Evangelischen Schulzentrum betreut, die Aufgabe übernommen. Bei den jüngsten Bauberatungen war auch Paperts Mitarbeiterin vor Ort.

Der Rohbau soll bis zum Frühjahr stehen

Ziel ist, dass der Rohbau bis zum März/April fertig wird. Zu diesem Zeitpunkt werde auch die Betreibung des Objektes ausgeschrieben. „Wir haben der Stadt zugesichert, dass wir uns dafür bewerben“, so Werner Wartenburger. Klar sei, nur übers Ehrenamt ist das Ganze nicht zu stemmen. Derzeit seien zwei Stellen mit einer geringfügigen Beschäftigung in der Diskussion. Plan ist, dass Besucher auch außerhalb der traditionellen Veranstaltungen wie Café-Öffnung, Adventsglühen, Katerfrühstück, Mühlentag oder anderen Terminen die Werkstätten besuchen können. Von bis zu 40 Öffnungs-Wochenenden im Jahr ist die Rede. Das muss finanziell wie personell abgesichert sein.

1,5 Millionen Euro werden bis Ende 2017 verbaut

Bis Ende 2017 will Bad Düben das historische Ensemble für insgesamt 1,5 Millionen Euro zu einer touristischen Attraktion ausbauen, in dem sich altes Handwerk von Besenbinderei bis Seifenmanufaktur erleben lässt. Pläne lassen die künftige Struktur bereits erkennen: Im Erdgeschoss finden Eisenhammer und handwerkliche Schmiede ihren Platz, zudem sollen die Schauwerkstatt Druck und Papier sowie die Ölmühle unterkommen. Das Obergeschoss wird Schuhmacher-Werkstatt, Seifenmanufaktur, Korbmacher- und Besenbinderwerkstatt, Splittmacher beherbergen. Hinzu kommt eine Bibliothek mit Vortragsraum. Im Dachgeschoss wird das Seilerhandwerk vorgestellt. Der Verein kann bei der Gestaltung auf die Hilfe regionaler und lokaler Handwerker zurückgreifen. So stammt die Schmiede aus Eilenburg, die Druckerei aus Burgkemnitz, die Schuhmacher-Werkstatt von Horst Littmann und die Seilerei-Ausstellungsstücke von der Seilerei Voigt.

Bisher läuft alles nach Plan

Bis zur Realisierung wird es noch eine Weile dauern. Der Satz: „Alles läuft nach Plan“ ist dabei gar nichts so selbstverständlich. Jahre hat es gedauert, ehe es überhaupt losging, im Kampf um den Erhalt des Gebäudes haben Stadt und Verein viele Niederschläge einstecken müssen. Der letzte ist kein Jahr her, als es kurz nach Start der Sanierung hieß: Baustopp. Fachwerk und Baugrund sind in solch schlechtem Zustand, dass das Haus nicht mehr gerettet werden kann. Letztlich bleibt nur ein Giebel zur Obermühle hin stehen, der Wiederauf- wird faktisch zum Neubau. Aber – was erhaltenswert war, findet sich im neuen Gebäude wieder. Fenster, Türen, Böden, das und mehr haben die Vereinsmitglieder während des Abrisses gesichert und eingelagert. Nun wird es nach und nach wieder eingebaut.

Von Kathrin Kabelitz

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