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Bad Düben Bad Dübens neuer Feuerwehr-Chef rückt den Nachwuchs in den Fokus
Region Bad Düben Bad Dübens neuer Feuerwehr-Chef rückt den Nachwuchs in den Fokus
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14:46 23.02.2018
Thomas Haberland leitet die Bad Dübener Feuerwehr. Quelle: Kathrin Kabelitz
Bad Düben

Wer Feuerwehrmann ist, kann auch Wehrleiter werden. Thomas Haberland wollte das eine – das andere war aber nicht unbedingt sein Traum. Nun hat es sich ergeben. Und diese Herausforderung nimmt der Kurstädter denn auch an. Der 35-Jährige hat beruflich einige Leitungsebenen absolviert, arbeitet derzeit als Abteilungsleiter in der Krostitzer Brauerei. Seit diesem Jahr führt er die 189 Kameradinnen und Kameraden, 49 davon gehören zur aktiven Abteilung, der Bad Dübener Freiwilligen Feuerwehr an und hatte mit Orkantief Friederike und den für die Region verheerenden Folgen im ersten Amts-Monat gemeinsam mit seinem Vize Torsten Korb und der Mannschaft die erste große Herausforderung zu bestehen.

Beim Festumzug sprang der Funke über

Als Dreijähriger erlebte der gebürtige Bad Dübener beim Onkel einen Festumzug der Feuerwehr. Ab da stand für Thomas Haberland fest: Rote Autos mit blauen Rundumleuchten – das musste es sein. „Da wollte ich unbedingt hin, habe meine Eltern immer wieder angespitzt, damit sie mich anmelden.“ Sie taten es und ließen sich vom Feuereifer des Sohnes förmlich anstecken, auch der Vater ging zur Feuerwehr. Ab 1991 wirkte Thomas Haberland bei der Jugendwehr mit, seit dem Jahr 2000 ist er als Aktiver dabei. Selbst dann, wenn er zeitweise nicht in der Kurstadt lebte. Von 2003 bis 2008 beispielsweise, als er in Freising bei München studierte oder ab 2011, als er in Esslingen/Stuttgart arbeitete. Egal wo – eine Freiwillige Feuerwehr gibt es schließlich überall.

Bad Dübens Feuerwehr ist gut aufgestellt

Von Matthias Eichler, der die Wehr seit 2012 leitete und aus persönlichen Gründen im November nicht wieder zur Wahl antrat, hat er eine „intakte und gut aufgestellte Feuerwehr“ übernommen. Dem Führungsduo Eichler/Webers sei es gelungen, dass die Kameraden aller drei Stadtteilwehren nach der dem Tanker-Streit geschuldeten Krise wieder näher zusammengerückt sind. Darauf kann Thomas Haberland, der auch Eichlers Wunschkandidat für die Nachfolge war, aufbauen. Sich um Fahrzeuge und Gerätschaften zu kümmern, das sieht er als eine wichtige Aufgabe an. So muss – abhängig von Fördermitteln – ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug beschafft werden. Das Löschfahrzeug LF 16 hat mittlerweile 23 Jahre auf dem Buckel. Für 2019 ist der Kauf eines neuen Aluminiumbootes mit flachem Kiel geplant, das bei Hochwasserlagen auch im flachen Wasser sicher fahren kann.

Auch Ehefrau ist in der Feuerwehr aktiv

Daneben liegt dem zweifachen Vater vor allem eins am Herzen – die Nachwuchsarbeit. Die ist im wahrsten Sinne des Wortes Familien-Sache, denn Ehefrau Lydia leitet seit Anfang 2016 die Jugendfeuerwehr. 56 Mädchen und Jungen sind in den drei Stadtteilen aktiv, werden von Christan Knötzsch, Maike Krampe und Georg Seitz mit betreut. Neben dem Streben nach einem stärkeren Miteinander der drei Ortsteile, zahlreichen Ausbildungsstunden, Ausscheiden und Wettkämpfen gibt es auch den einen oder anderen Spaßdienst wie Pizzabacken oder Schwimmbad-Besuch. Bei alledem steht ein Ziel immer obenan: „Wir müssen es als unsere Hauptaufgabe sehen, dass wir die gute Jugendarbeit so umsetzen, dass möglichst viele Mädchen und Jungen später in die aktive Wehr wechseln“, sagt der Wehrleiter, der sehr wohl weiß, dass der Erfolg von vielen Faktoren abhängt, vor allem aber von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen in der Region.

Und bei all dem Feuer-Eifer, den das Paar einbringt, zeichnet sich ab, dass es neben zwei Haberlands bald sicher einen dritten in den Reihen der Kameraden geben wird. Der Sohnemann, gerade mal zweieinhalb Jahre alt, saust zu Hause schon jetzt am liebsten mit dem Feuerwehr-Helm auf dem Kopf umher. Und wundern dürfte es wohl keinen, wenn Töchterchen Tilda, derzeit noch zarte fünf Monate jung, irgendwann auch nachrückt.

Von Kathrin Kabelitz

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