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Bad Dübens neuer Kurdirektor wünscht sich mehr Zusammenarbeit vor Ort

Interview Bad Dübens neuer Kurdirektor wünscht sich mehr Zusammenarbeit vor Ort

Seit fast einem halben Jahr ist er in Düben, seit März offiziell im Amt. Ole Hartjen (51) ist der neue Geschäftsführer des Heide Spa Hotel & Resort und in Job und Region bestens angekommen. Als Mitglied der Steuerungsgruppe ist er aktiv in die Umsetzung des Kurortentwicklungskonzeptes einbezogen.

Ole Hartjen, Geschäftsführer des Heide Spa, lebt in Bad Düben.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben. Seit fast einem halben Jahr ist er in Bad Düben, seit März im Amt. Ole Hartjen (51) ist Geschäftsführer des Heide Spa Hotel & Resort und in Job und Region bestens angekommen. In der Steuerungsgruppe wirkt er aktiv bei der Umsetzung des Kurortentwicklungskonzeptes mit.

Sie leben erst wenige Wochen hier, bezeichnen sich aber schon als Neu-Bad Dübener. Was reizt Sie an der Region?

Ich fühle mich hier schon zu Hause. Die Menschen treten mir offen gegenüber, ich fühle mich beruflich wie privat gut eingebunden. Ich bin in einer Region, die zentral liegt, von der aus – mal aus Sicht des Gastes betrachtet – Leipzig zum Shopping in einer halben Stunde erreichbar ist, es eine halbe Stunde braucht, um nach Wittenberg oder Torgau zu kommen, um Geschichte und Kultur zu erleben, ebenso zur Goitzsche, wenn man Freizeitspaß haben oder baden möchte. Und das inmitten einer tollen Landschaft.

In große Fußstapfen – Ihr Vorgänger Reiner Heun hat sie hinterlassen – passt man ja bekanntlich gut hinein. Wie bequem ist es für Sie?

Bequemlichkeit habe ich nicht gesucht. Ich bin angetreten, mit dem eigenen Anspruch, aber auch mit dem, was die Gesellschafter erwarten und einfordern – dass wir das Heide Spa erfolgreich weiter entwickeln. Wir sind eines der größten touristischen Unternehmen hier. Der Tourismus ist ständig im Wandel, hier müssen wir täglich sehen, ob wir die Erwartungen der Gäste noch erfüllen. Wenn wir heute im Hotel von 70 Prozent Auslastung sprechen, ist durchaus noch mehr drin.

Haben Sie schon einen Fußabdruck hinterlassen, einen original Hartjen?

Ich versuche, mich insbesondere bei zwei Punkten mit meinen Erfahrungen einzubringen. Zum einen, mit allen Mitarbeitern den unbedingten Dienstleistungscharakter zu leben und auszubauen. Wir wollen die Wünsche des Gastes nicht nur vor Ort erfüllen, sondern schon im Vorfeld erkennen und mit Leistung begeistern. Zudem habe ich meine Bereitschaft bekundet, dass wir uns bestmöglich in die Entwicklung Dübens und ins Kurortkonzept einbringen.

Wie genau könnte das funktionieren?

Wir reden nicht nur von einem Tourismus-Konzept, sondern von der Entwicklung von Stadt und Region. Ich wünsche mir, dass wir schnellstmöglich starten, damit wir Ereignisse wie das Luther-Fest für unsere Region nutzen können. Dieses wird Gäste auch nach Düben bringen, die vielleicht zu „Wiederholungs-Tätern“ werden. Wenn das Konzept steht, ist das Heide Spa bereit, auch noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Allein sind wir stark, aber wir sind stärker, wenn wir mit Stadt und Region gemeinsam arbeiten, alle touristischen Partner mal den Konkurrenz-Gedanken außen vor lassen. Wir sind bestens positioniert, ob über die LTM in Leipzig, die TMGS oder den Sächsischen Heilbäderverband. Wo mir noch deutlich die Zusammenarbeit fehlt, ist vor Ort. Wir haben verschiedene touristische Anbieter, jeder macht mehrheitlich noch seins, diese Kräfte müssen wir bündeln.

Wie könnte dieses Mehr an Verantwortung aussehen?

Gerade im Bereich Sales & Marketing und speziell für den Tourismus wollen wir nicht allein stehen. Wir entwickeln ein Konzept, für das es einen Koordinator geben wird, der touristische Attraktionen in Stadt und Region verkauft. Ich könnte mir vorstellen, dass wir als größtes touristisches Unternehmen vor Ort auch hier eine Leader-Rolle übernehmen. Das lässt sich noch nicht definitiv in Worte fassen, wir sind erst dabei, eine Struktur aufzubauen. Es geht nicht primär nur um unser Haus, sondern darum, die Aufmerksamkeit des Gastes erstmal auf die Region zu lenken.

Ihr Vorgänger sprach beim Abschied von einem „geordneten Abgang“. Wie gut ist das Heide Spa aufgestellt?

Sehr gut. Ich habe in allen Bereichen ein tolles Team vorgefunden. Das Heide Spa wurde über Jahre geschickt entwickelt. 2007 wurde das Hotel angegliedert, um die Entwicklung des Bades zu befruchten. Das Konzept ist aufgegangen. Gerade an Wochenenden oder in Ferienzeiten stoßen wir an Kapazitätsgrenzen in Bad und Hotel. Auch die Nachfrage im Tagungsbereich ist stetig gestiegen.

Was bedeutet das?

Reiner Heun hat die Weichen für die Erweiterung der Übernachtungskapazitäten gestellt. Egal, ob das über Ferienwohnungen oder einen Hotel-Anbau passiert.

Für die Ferienwohnungen liegen Konzept und Baugenehmigung vor, was fehlt, sind die Fördermittel.

Für das Projekt wird es keine geben, wir müssen es selbst und mit Partnern finanzieren. In welcher Größe und Form, ob als Appartements oder Hotel-Anbau, das muss analysiert werden. Fakt ist, wir brauchen mehr Kapazitäten. Wir diskutieren derzeit, wie wir Anspruch und Wirklichkeit zusammenbringen, in einem schnellstmöglichen Zeitraum.

Reiner Heun sprach zudem von Bestandssicherung. Schließt das weitere Investitionen aus, was das Bad betrifft?

Nein. Wir haben dort tolle Zahlen, durften sogar an einigen Wochenendtagen schon über 1000 Eintritte verbuchen. Wir wollen Anbau- und Modernisierungsmaßnahmen umsetzen, auch im Eingangs- und Bad-Bereich. Die Erweiterung der Liegekapazität im Sauna-Bereich hat höchste Priorität. Wichtig ist, ohne Fördermittel geht es nicht. Geht alles gut, wollen wir 2016 starten, spätestens Anfang 2017.

Träumen ist es jetzt mal erlaubt: Wo sehen Sie das Heide Spa in 20 Jahren?

Ich bin kein Träumer, dafür wohl doch zu sachlich-norddeutsch und weiß, dass wir hart für alles arbeiten müssen. Schön wäre es, wenn wir es schaffen, dass das Heide Spa auf eigenen Füßen steht, dass sich das Unternehmen maximal in die Region einbringt, national eine Führungsrolle in unserem Segment besetzt und damit auch maximale Wertschöpfung für Stadt und Region generiert.


Von Kathrin Kabelitz/Frank Pfütze

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