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Bad Düben Bad Dübens "van Gogh" muss sein Atelier räumen
Region Bad Düben Bad Dübens "van Gogh" muss sein Atelier räumen
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13:59 19.05.2015
Maler Andreas Tüpke zieht notgedrungen aus seiner Künstlerstube. Quelle: Steffen Brost

"Wie ich gehört habe, soll das Gebäude saniert werden. Die Miete kann ich mir dann nicht mehr leisten. Also bleibt bloß der Auszug", sagte Tüpke, sichtlich ergriffen von diesem Umstand.

Seit über 13 Jahren war die kleine Künstlerstube in Marktnähe die Heimat des "van Gogh von Düben", der längst kein Unbekannter mehr ist. Um so mehr wurmt es ihn, dass er jetzt aus seinen Räumen raus muss und er kaum Unterstützung findet. "Vorbesitzer Dieter Gellert hat mir viele Jahre geholfen. Er glaubte an mich."

Der 53-jährige Künstler zählt nicht zu den Malern, die mit ihrer Arbeit viel Geld verdienen oder geschweige gut davon leben können. Tüpke schlägt sich so durch. Wie es weitergeht, weiß er nicht. In den vergangen Tagen lief nichts wie geplant. Der neue Besitzer kündigte nur mündlich, ein Schriftstück hat Tüpke bis heute nicht in der Hand. "Ich sollte eigentlich binnen einer Woche raus. Da habe ich erklärt, dass ich das nicht schaffe. Die Heizung wurde schon vor Tagen abgestellt."

Tüpke geht vorerst nach Gossa (Gemeinde Muldestausee). Dort richtet er sich in einem ehemaligen Kindergarten ein. "Die Gemeinde steht hinter mir. In Gossa plane ich eine Galerie der Erlebnisse sowie einen Mittelaltergarten. Trotzdem würde ich auch gern in Bad Düben bleiben." Das hofft auch sein Mentor und Unterstützer Andreas Flad. "Andreas muss auf jeden Fall hier blieben. Er macht die Welt mit seinen Bildern etwas bunter", so Flad.

Nach vielen Gesprächen konnte Tüpke zunächst einen achtwöchigen Aufenthalt in der Lounge des Naturparkhauses aushandeln. Dort darf er zu den Öffnungszeiten seine Werke ausstellen. "Das lockt bestimmt den einen oder anderen Spaziergänger an", sagte Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Im Stadtoberhaupt findet Tüpke eine Unterstützerin. Denn Münster persönlich kümmerte sich um die neuen Räume; der Stadt gehört das Naturparkhaus. "Wir haben versucht, eine Lösung zu finden. Doch ein kompletter Einzug seines Ateliers in die Lounge ist nicht möglich. Trotzdem wollen wir Herrn Tüpke helfen. Vielleicht ergeben sich ja in den nächsten Wochen neue Möglichkeiten, wo er sein Atelier aufmachen kann", so Münster.

Einen kompletten Wegzug kann sich Tüpke nur schwer vorstellen. Doch sollte es in absehbarer Zeit keine vernünftigen Räume in Marktnähe geben, müsste er der Stadt den Rücken kehren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2015
Von Steffen Brost

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