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Baustopp am Schnaditzer Schloss: Bürokratie hemmt Investorenwillen

Gesprächsbedarf Baustopp am Schnaditzer Schloss: Bürokratie hemmt Investorenwillen

Das Schnaditzer Schloss hat im Herbst 2014 seinen Besitzer gewechselt. Doch die amerikanische Investorengruppe kommt mit ihrem Vorhaben, das Schloss als Luxusherberge auszubauen, nicht voran. Investorenwille und deutsche Bürokratie prallen aufeinander.

Das Schnaditzer Schloss reizt auch Künstler immer wieder als Motiv. Dieses Bild von Franzi Thiel ist beispielsweise Teil einer Ausstellung im Naturparkhaus und dort noch bis zum 24. September zu sehen.

Quelle: privat

Schnaditz. Am Schnaditzer Schloss tat sich in den vergangenen Wochen nicht wirklich viel. „Ja, es besteht Baustopp“, bestätigt Rayk Bergner, Pressesprecher des Landratsamtes. „Dieser wurde von der Unteren Bauaufsichtsbehörde verhängt.“ Eine Baugenehmigung liege zwar vor, aber so heißt es weiter: „Die Bauherrenschaft beabsichtigt bauliche Maßnahmen, die so bisher nicht beantragt und genehmigt wurden.“

Pläne stimmen nicht mit angestrebter Nutzung überein

Dass die Pläne nicht hundertprozentig mit der beabsichtigten Nutzung übereinstimmten, das bestätigte auch Helga van Horn. Die deutschstämmige Amerikanerin aus Reno in Nevada hatte den im Herbst 2014 erfolgten Schlosskauf maßgeblich initiiert, ist aber selbst nicht Schlossbesitzerin. Sie vertritt dennoch die nach zwischenzeitlichem Wechsel rein amerikanische Gesellschaftergruppe, zu der auch ihr Sohn Nick gehört. Helga van Horn äußerte in diesen Tagen gegenüber der LVZ, dass ja „eigentlich nur für einen Raum eine andere Nutzung angegeben war“, was vom teuer bezahlten Planer nun geändert werden müsse. Allerdings hatte sich zwischenzeitlich auch herausgestellt, dass statt der ursprünglich in der Öffentlichkeit genannten 28 Ferienappartements nur etwa zehn entstehen sollen.

„Die Bürokratie ist eine Katastrophe“

Helga van Horn gibt zu, dass sie durchaus auch schon mal ans Aufgeben gedacht habe. Sie fasst das Dilemma in diesem Satz zusammen: „Die Bürokratie ist eine Katastrophe!“ Weiter erklärt sie. „Wir haben inzwischen seit dem 9. Juni Baustopp. Wir durften gar nichts tun.“ Es sei lediglich erlaubt worden, Wasser ins Schloss zu bringen, so dass ihr Sohn, der ständig vor Ort weilt, nun wenigstens eine Dusche nehmen kann.

Doch schon mit dem Graben der Kanäle für das Abwasser seien sie wieder an Grenzen gestoßen. „Dabei“, so formuliert Helga van Horn ihr Unverständnis, „waren etliche Male Leute vom Denkmalschutz da, auch als der Kanal gegraben wurde.“ Nun müsse der Planer auch dafür die Pläne nachreichen. Dabei gebe es doch nur eine Stelle, wo der Abwasserkanal langgehen kann. Und sagt wörtlich: „Wir können einfach nicht verstehen, wo da das Problem liegt.“

Am 28. August gibt es einen Termin im Landratsamt

Am 25. August komme sie erneut nach Deutschland. Am 28. August gebe es einen Termin beim Landratsamt. Was dabei herauskommt, ist offen. Doch die Amerikanerin, die ein im Luxussegment angesiedeltes Reisebüro führt, hat sich zumindest teilweise ihren Optimismus bewahrt. Sie werde darauf drängen, so sagt sie gegenüber der LVZ, dass die Kanäle so bald wie möglich zugemacht werden dürfen und die Heizung eingebaut werden könne. Und meint mit Bezug auf das geplante Restaurant, dass sie nun hoffe, dieses vor Weihnachten öffnen zu können.

Doch die ambitionierten Pläne könnten einen erneuten Dämpfer erhalten. Denn vom Landratsamt heißt es klar und deutlich: „Vorerst sind nur mit dem Denkmalschutz abgestimmte kleine Maßnahmen zulässig, die bauordnungsrechtlich relevante Belange nicht berühren.“ Ob die Amerikaner am 28. August die vom Landratsamt geforderte „verbindliche, aktuelle digitale Bauplanung, aus dem zudem alle geplanten und bereits ohne Beteiligung des Landesamtes für Archäologie durchgeführten Bodeneingriffe hinsichtlich Fläche und Tiefe klar ersichtlich sind“, vorlegen können, das bleibt nun abzuwarten.

Von Ilka Fischer

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