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Baustopp und viel Bürokratie: Schnaditzer Schloss-Investoren bleiben trotzdem am Ball

Sanierung Baustopp und viel Bürokratie: Schnaditzer Schloss-Investoren bleiben trotzdem am Ball

2014 hat die Stadt Bad Düben das Schloss Schnaditz verkauft. Heute gibt es hier einen Baustopp und enttäuschte Erwartungen. Doch die Initiatorin des Schlosskaufes, die Amerikanerin Helga van Horn, blickt weiterhin optimistisch in die Zukunft, auch wenn sie viele deutsche Regelungen nicht versteht.

Nick van Horn, Gerd Reinhardt (rechts) und Helga van Horn studieren vor dem künftigen Freisitz die Pläne.

Quelle: Ilka Fischer

Schnaditz. Das Schloss Schnaditz hat mit einem Baustopp und enttäuschten Erwartungen zu kämpfen. Wie geht es weiter? Die LVZ schaute bei Helga van Horn, Initiatorin des 2104 erfolgten Schlosskaufes und Sprecherin der amerikanischen Investorengruppe, in Schnaditz vorbei.

Für Helga van Horn ist schon viel passiert. Unbeteiligte Besucher müssen dagegen genauer hinsehen. In ihren zwei durch Trockenbauelementen abgeteilten Appartements im ersten Stock, die ihr Sohn Nick ständig und sie bei ihren längeren Besuchen bewohnen, verlieren sich Bett und Sofa, Küche und transportable Dusche im weiten Nichts. Gemütlich ist sicher anders. Der kalte Frühlingswind hält durch die Fenster mit Einfachverglasung oder auch durch so manche Ritze Einzug. Dass derzeit nur ein Kamin, ansonsten elektrisch geheizt werden muss, kommentiert Helga van Horn mit: „Das geht schon.“ Luxus bräuchten sie schließlich nicht, und so können neue Fenster, das Schleifen des Parketts oder auch die nur noch als unverputzte Stelle erkennbare Türverkleidung warten.

Wasser und Strom liegen an

Anderes sei wichtiger. Das Andere – damit meint Helga van Horn zunächst ein drittes Appartement im ersten Stock, das die Partner der derzeit aus den vier Amerikanern Jason Gage, James Hengels, Donald Gardner und Nick van Horn bestehenden Schnaditz GmbH bei ihren Besuch nutzen können. „Wasser, Strom und Abwasser liegen jetzt bis zur zweiten Etage“, erzählt sie stolz und stellt fest: „Das ist viel Arbeit, die man aber nicht sieht.“ Deshalb ist sie froh, dass sich die Mitglieder des Bad Dübener Bau- und Kulturausschusses Ende März selbst ein Bild von der Lage machten.

Dass aufgrund nicht erfüllter Klauseln im Kaufvertrag, wie zum Beispiel eine Finanzierungsbestätigung über 3,2 Millionen zu investierende Euro, eine Rückabwicklung des Kaufes droht, kommt bei ihr dagegen nicht wirklich an. Sie habe doch schließlich der Bürgermeisterin im Sommer vorigen Jahres mitgeteilt, dass nach der Absage der Banken nun Stück für Stück saniert werden soll. Dass da der Stadtrat ein Wörtchen mitzureden hat, wundert sie nur. Versäumnisse sieht sie nicht. „Zumal wir doch schon viel gemacht haben“, so die Amerikanerin. Ein vom Landratsamt verhängter Baustopp vom Landratsamt im Sommer habe natürlich mehr verhindert. Einen ganzen Monat hätten sie zudem auf die archäologischen Untersuchungen für die Abwasserkanäle warten müssen. Doch, so die energische Dame, sie wolle gar nicht so lange über das Vergangene reden. Lieber blicke sie nach vorn.

Konzentration auf das Restaurant

Der Schwerpunkt, so erzählt sie weiter, liege nun vor allem im Erdgeschoss. Hier wird unter Verwendung der alten Brennerei zunächst ein Bar-Restaurant öffnen. Dafür sollen in dem U-förmigen Gebäude möglichst schnell die Fassaden an den Innenseiten vom „U“ gemacht werden. Für den Freisitz liegen die Elektroanschlüsse, auch die Pflastersteine gibt es. „Doch auch für die Fassade muss erst der Denkmalschutz wegen der Farbe kommen“, staunt Helga van Horn einmal mehr über das unerwartete Ausmaß an Vorschriften, Einschränkungen und Mitsprechern an einem Schloss, das doch mit privatem Geld vor dem Verfall gerettet werden soll. Dass sie so manches inzwischen besser versteht, hat sie auch Gerd Reinhardt zu danken. Mit ihm, der sich beim Kohlhaas-Club Schnaditz für das Schloss zuständig fühlt, hat sie schon so manche Stunde über den Bau diskutiert. Etwas angenähert hat man sich jedenfalls.

Bauleiter soll im Mai kommen

Peter Stracke von der Stabsstelle Medien und Kommunikation im Landratsamt informierte auf Nachfrage der LVZ, dass der Baustopp zwar nach wie vor gelte. „Doch um der Bauherrschaft entgegen zu kommen, konnten kleinere, mit der Denkmalpflege abgestimmte Sanierungsarbeiten durchgeführt werden.“ Außerdem bestätigte er, dass die Unterlagen für den ersten Bauabschnitt seit Längerem eingereicht sind. Was noch fehlt „ist die Bestellung eines geeigneten Bauleiters“. Und mit einem solchen, versicherte wiederum Helga van Horn, gebe es Verhandlungen. Voraussichtlich ab Mai werde er tätig sein können.

Hoffnungszeichen, die auch Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) gern zur Kenntnis nimmt. „Ich gehe derzeit davon aus, dass wir im Sommer über einen nachverhandelten Kaufvertrag im Stadtrat abstimmen werden.“

Von Ilka Fischer

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