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Bad Düben Bei Kleingärtnern geht der Trend zu alten Obstsorten
Region Bad Düben Bei Kleingärtnern geht der Trend zu alten Obstsorten
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15:21 19.05.2015
Lang machen fürs Apfelpflücken: Susanne Schwärzel kontrolliert die Baumbestände. Quelle: Steffen Brost

Sie hält für Kleingärtner und Naturinteressierte ein umfassendes Informations- und Beratungsangebot bereit. 2007 versuchten sich Susanne und Hartmut Schwärzel an diesem Projekt.

Rund 35 000 Euro kostete einst das Vorhaben. Mit Mitteln des EU-Programmes Leader wurde es großzügig unterstützt. Mittlerweile sind die damals gepflanzten Bäume, Sträucher und Hecken ordentlich gewachsen und geben einen Einblick in die Vielfalt von zahlreichen Obstsorten. Und dabei stand das Unternehmen kurz nach der Wende beinahe vor dem Aus. Die ehemalige Forstbaumschule war zu klein, um weiterhin auf dem Markt existieren zu können. "Bis zur Wende haben wir Forstpflanzen wie Eichen und Buchen gezüchtet, die später verkauft und in Wäldern ausgepflanzt wurden. Um eine Schließung abzuwenden, entschied sich mit der Wende mein Mann, den Betrieb zu privatisieren und sich damit selbstständig zu machen", erzählte Susanne Schwärzel. Mit anfangs zwei Leuten hat das Unternehmen damals begonnen. Heute stehen vier Mitarbeiter plus Saisonkräfte in Lohn und Brot.

Die Hauptaufgaben sind Arbeiten in der Forstwirtschaft. Sie reichen von der Anzüchtung verschiedener Obst-, Forst- und Heckengehölze bis hin zu Bäumen. Außerdem werden Dienstleistungen wie Aufforstungen, Kulturpflege bis hin zu Baumfällarbeiten und das Anlegen von Brandschutzstreifen angeboten. 2007 kam die Obstschauanlage dazu. "Wir haben nach weiteren Standbeinen gesucht. Und da kam uns die Idee mit dieser Anlage. In enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen konnten wir dieses Projekt realisieren", sagte Susanne Schwärzel.

Auf einem etwa ein Hektar großen Areal der Baumschule stehen rund 80 Hochstammbäume, 40 Halb- und Viertelstämme, 50 Beerensträucher, 30 Strauchobstbäume und eine 160 Meter lange Obsthecke. Insgesamt wurden über 130 verschiedene Obstsorten gepflanzt, darunter Apfel, Birne, Kirsche, Quitte, Pflaume, Mirabelle, Pfirsich, Aprikose, Mispel sowie die Straucharten Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Kiwi, Wein und Sanddorn. Hinzu kommen verschiedene Kürbisarten. Darüber hinaus informieren Schautafeln über die unterschiedlichen Sorten.

"Der Trend geht beispielsweise bei den Äpfeln wieder zu alten Sorten. Die Kunden fragen gezielt danach. So beispielsweise nach dem 'Gravensteiner', 'Prinz Albrecht von Preußen' und dem 'Kaiser-Wilhlem-Apfel'. Wir beraten die Interessierten, bevor sie sich für Gehölze entscheiden. Da unsere Bäume und Sträucher mittlerweile so groß sind, dass sie Früchte tragen, darf natürlich ausdrücklich gekostet werden", so Schwärzel.

Die Obstschauanlage ist übrigens einer von zahlreichen Heidemagneten in der Naturparkregion. "Wir wollen über die vielfältigen Kulturbaumarten sowie deren Zuchtformen, Schnittformen und Verwendungsmöglichkeiten im Rahmen einer lehrpfadähnlichen Anlage informieren. Unsere Obstschauanlage bietet vielfältige Informationsangebote über Sorten, Stamm- und Wuchshöhen, Schnittmöglichkeiten und Pflegebedarf von Kulturobst- und Beerenarten und deren Sorten", so Schwärzel weiter.

Doch die Arbeit ist nicht immer einfach. Der vergangene Winter war sehr lang und verzögerte die Apfelernte. Die Schwärzels rechnen mit deutlich geringeren Erträgen als in den Vorjahren. Außerdem sei die Anlage sehr pflegeintensiv. Deswegen sind zurzeit auch keine Veränderungen geplant. "Ursprünglich wollten wir einen riesigen Kräutergarten anlegen. Davon mussten wir aber Abstand nehmen, da wir das zeitlich und personell nicht hinbekommen", so Schwärzel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.11.2013
Steffen Brost

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