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Bekommt Wellaune die Ortsumgehung? Entscheidung fällt Ende September

Bekommt Wellaune die Ortsumgehung? Entscheidung fällt Ende September

Auf Berlin folgt Dresden: Im Februar machten Vertreter der Bürgerinitiativen (BI) Wellaune und Hohenossig sowie der Stadt Bad Düben in Sachen Ortsumgehung im Verkehrsministerium in der Bundeshauptstadt Druck.

So sieht die geplante Trassenführung der Ortsumgehung Wellaune aus. In dieser Variante führt der Verkehr der Bundesstraße 2 von Leipzig nach Bad Düben rechterhand, in Richtung Mulde, vorbei. Wann es losgeht, ist aber weiter unklar. Quelle: Landesamt für Verkehr

Quelle: Landesamt für Verkehr

Wellaune/Hohenossig. Am Mittwoch untermauerten sie ihre Forderungen in der sächsischen Verkehrsbehörde. Initiiert hatte das Treffen der nordsächsische Landtagsabgeordnete Jörg Kiesewetter (CDU), der gemeinsam mit seinem Fraktions-Kollegen Volker Tiefensee, MdL Volkmar Winker (SPD) und dem neuen Landrat Kai Emanuel (CDU) die Abordnung in Dresden begleitete.

Auch wenn eine feste Zusage nebst Terminkette nicht zu erwarten war, bilanziert Gisela Jäschke von der BI Wellaune: "Im Ergebnis der Ausführungen von Staatssekretär Hartmut Mangold und Abteilungsleiter Bernd Sablotny schauen wir optimistischer in die Zukunft." Denn allen Beteiligten ist klar: Die endgültige Entscheidung fällt erst mit der Aufstellung des Vorhabens im Bundesverkehrswegeplan plus Ende September/Anfang Oktober. Wird das Projekt aufgenommen, beginnt das Planfeststellungsverfahren. "Die Ortsumfahrung Hohenossig wurde von Sachsen als eigenständiges Projekt angemeldet, da die derzeitige Vorzugsvariante der B 87 n keine verkehrlich sinnvolle Verknüpfung mit der B 2 aufzeigt. Konkrete Planungen waren bisher jedoch auf Grund der dargestellten Situation zur B 87 n noch nicht möglich. Die weitere Vorgehensweise ist abhängig von den künftigen Entscheidungen des Bundes", so Kiesewetter.

Wenn die OU Wellaune eine Nominierung für den vordringlichen Bedarf erhält, wäre die Realisierung gesichert. "Allen Grund zur Hoffnung haben wir", so Jäschke, die dennoch immer wieder kritisiert: "Die Bürger speist man schon jahrelang mit Versprechungen und Hinhaltungen ab." Im Kampf um das ständige steigende Verkehrsaufkommen, verbunden mit Lärm, Raserei, starker Abgasbelastung, wiegen diese doppelt schwer. "Wie wir heute wissen, ist nun bereits die Planfeststellung, zu der auch die Absenkung der B 2 als Polderfläche gehört, erfolgt, mit der Zielstellung der Realisierung bis 2020. Wir Wellauner und alle, die mit uns kämpfen, würden es als Schildbürgerstreich ansehen, wenn die Absenkung der B 2 zwischen Wellaune und Bad Düben zur Polderfläche erfolgt, ohne dass die insgesamt 2,5 Kilometer lange Ortsumfahrung gebaut werden sollte", so Jäschke. Deshalb appellierte sie an Mangold, sich in dieser entscheidenden Phase für das Wohl der Bürger von Wellaune einzusetzen, "und wirklich endlich zeitnah mit der Ortsumgehung und der Absenkung der B 2 als Polderfläche gemeinsam zu beginnen." Das Umweltministerium habe seine Planungen hierfür zeitnah realisiert. "Dem Wirtschaftsministerium muss dies doch auch gelingen. Voraussetzung ist jedoch, dass man es will", so Jäschke. Eine für diesen Tag fundierte Aussage aus dem Ministerium blieb mit Hinweis auf den Bundesverkehrswegeplan allerdings aus. Eine Bewertung des Vorhabens werde es für Wellaune und Hohenossig nicht geben, dafür seien diese Vorhaben vom finanziellen Volumen zu gering, so Jäschke. Grundsätzlich sei aber betont worden, dass die OU Wellaune kein finanzielles Problem sei, sondern nun ginge es um den weiteren Verfahrensweg, die Priorisierung des Projektes für den Bundesverkehrswegeplan.

Unterm Strich bleibt: Die BI-Vertreter aus Wellaune und Hohenossig haben bei Entscheidungsträgern erneut auf die Wichtigkeit der Umgehungen hinweisen können. Abteilungsleiter Sablotny hat die Einladung angenommen, im Frühjahr zu einem Vor-Ort-Termin nach Wellaune zu kommen. Außerdem wird er die Situation von Hohenossig in Augenschein nehmen. Jäschke und Co. sind sich sicher, in den mitgereisten Politikern weiter Unterstützer zu haben: "Herrn Kiesewetter danken wir für sein Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung dieses Termins." Auch Nordsachsens neuer Landrat habe zugesagt, bei seinen vierteljährlichen Terminen im Ministerium den aktuellen Stand zu erfragen. Gisbert Helbing, der in Vertretung von Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) dabei war, habe es durch seinen persönliches Einsatz verstanden, die BI in ihrem Vorhaben zu bestärken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.06.2015
Kathrin Kabelitz

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