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Beschlossen: Stadt verkauft Bauhof-Gelände an Aldi

Beschlossen: Stadt verkauft Bauhof-Gelände an Aldi

Der Discounter Aldi hat bezüglich seiner Erweiterungspläne in Bad Düben eine Hürde genommen - den Stadtrat. Der hat am Donnerstag auf seiner Sitzung einstimmig den Verkauf einer Teilfläche auf dem ehemaligen Bauhof-Gelände im Postweg beschlossen, wo der neue Aldi-Markt errichtet werden soll.

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Blick auf den bereits bestehenden Aldi-Markt in Bad Düben.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Bauen darf der Discounter aber nicht. Und so könnte der Stadt viel Geld verloren gehen.

Aldi ist fest entschlossen: Die Supermarkt-Kette, die bereits eine Filiale in der Schmiedeberger Straße betreibt, will sich vergrößern und ist sich mit der Stadt einig geworden. Die wird eine 7350 Quadratmeter große Fläche im Postweg an den Discounter abtreten - und zwar zum Preis in Höhe von 321 000 Euro. Eine schöne Summe für den Stadthaushalt. Schließlich liegt das Gelände weitgehend brach, seit der Bauhof privatisiert wurde und sich ein neues Domizil im Körbitzweg suchte. Die Brachfläche würde damit quasi vergoldet werden. Aldi zahlt immerhin 47 000 Euro mehr, als das Gelände momentan wert ist. Denn der Bodenwert beträgt regulär 236 500 Euro, der Gebäudewert 37 500 Euro. Ein für die Stadt gutes Geschäft.

Doch Aldi hat sich im Vertrag, den Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) nunmehr abschließen darf, eine Klausel einbauen lassen, wonach der Deal platzen könnte. Und zwar wenn der Discounter dort tatsächlich nicht bauen darf. Im ersten Anlauf, als er den Bauantrag beim Landratsamt stellte, war Aldi gescheitert. Als Grund gab das Landratsamt an, dass sich die Fläche in einem Wohngebiet befindet und der Discounter zwar zwei Konzepte vorgelegt hatte - eines mit einer Verkaufsfläche über 800 Quadratmetern und eines, wo die Flächengröße darunter liegt - , aber letztlich nicht erkennbar gewesen sei, ob es sich um eine klassische Nahversorgung für dieses Viertel handele. Zudem seien Parkplatzflächen zu groß dimensioniert gewesen. Aldi legte daraufhin Widerspruch ein. Ausgang bis heute offen. Sollte Aldi abermals keinen Erfolg haben, bleibt alles wie gehabt: Der Kaufvertrag würde dann rückabgewickelt, die Flächen weiter brach liegen. Aldi hofft jetzt auf eine Entscheidung der Landesdirektion zu seinen Gunsten.

Bei dem Grundstücksverkauf haben die Stadträte wohl in erster Linie das Geld gesehen und dass ein Schandfleck verschwindet. Warnungen des Bad Dübener Gewerbevereins, der mit dem Neubau und einem größeren Warenangebot eine Schwächung des Einzelhandels befürchtet, spielten offensichtlich keine Rolle. Der Gewerbeverein vertritt den Standpunkt, dass Aldi zwar seine Berechtigung in Bad Düben habe, doch der jetzige Standort ausreichend sei - und das mit Blick auf das einst vom Stadtrat beschlossenes Einzelhandelskonzept. Danach sind eigentlich nur noch Erweiterungen im Bereich Rewe-/Penny-Markt zulässig. Doch Aldi will mit seiner Dübener Filiale wettbewerbsfähig bleiben. Und dafür muss ein neuer Markt her - mit möglichst größerer Verkaufsfläche.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.11.2013
Nico Fliegner

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