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Besuch beim fliegenden Geflügelhändler in Bad Düben

Kleintierzucht Besuch beim fliegenden Geflügelhändler in Bad Düben

Was für ein Geschnatter und Gegacker. Hartmut Gentz vom gleichnamigen Geflügelhof aus Parchen in Brandenburg macht auf seiner Rundreise alle 14 Tage in fast jedem Dorf rund um Bad Düben Station. Wir trafen ihn und seine Kunden an der Mühle Schüßler in Bad Düben.

Hartmut Gentz (links) ist mit seinem Geflügelmobil ein willkommener Lieferservice. Neben bestellter Ware können die Kunden auch vor Ort entscheiden, was sie mitnehmen wollen.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Es ist kurz nach halb zwei am Nachmittag. Der weiße Transporter mit Anhänger biegt an der Mühle Schüßler in Bad Düben um die Ecke. Schon von Weitem ist das Schnattern und Gackern zu hören. Hartmut Gentz vom gleichnamigen Geflügelhof aus Parchen in Brandenburg macht auf seiner Rundreise alle 14 Tage in fast jedem Dorf rund um Bad Düben Station. Rudolf Bischoff aus Kupsal wartet schon. Auch er hat seinen Anhänger am Wagen, will heute Puten für seinen Hofladen kaufen. „Ich habe die bestellt. Ich mäste die Tiere und dann werden sie Weihnachten geschlachtet und an meine Kunden verkauft, die daraus dann ein Festmahl zaubern“, erzählt Bischoff.

Über 20 Sorten Federvieh an Bord

Inzwischen steht der Transporter. Hartmut Gentz und Beifahrer Günter Becker haben die Planen am Anhänger hochgemacht. Drinnen dutzende Käfige mit lebendigem Geflügel. Zwanzig Sorten Hühner, prachtvolle Hähne, flauschige Entenküken, ein paar junge Puten und auch ein paar Perlhühner, Fasane und Wachteln sind diesmal an Bord. Gentz hat seinen Anhänger bis unter das Dach voll geladen.

„Wir betreiben seit über 40 Jahren einen Geflügelhof in Parchen. Diesen mobilen Geflügelverkauf bieten wir schon eine ganze Zeit an. Er kommt bei unseren Kunden immer gut an. Die können telefonisch oder per Mail bestellen und wir liefern an bestimmten Tagen dann aus“, erzählt Gentz.

Tour führt durch mehrere Heidedörfer

Heute fährt er die sogenannte Tour Torgau. Die startet 13.30 Uhr in Bad Düben und führt ihn weiter über die Heidedörfer Söllichau, Kossa, Falkenberg bis Mockrehna. Von dort weiter über Dommitzsch bis Priesitz in Sachsen-Anhalt. Insgesamt 18 Stationen müssen bis 16.50 Uhr angefahren werden. Und Gentz muss dabei halbwegs pünktlich kommen. „Die Leute kennen die Zeiten. Die haben wir schließlich selber vorgegeben. Aber meistens klappt es. Nur selten haben wir ein paar Minuten Verspätung“, so der Geflügelverkäufer.

Mittlerweile hat Hofladenbesitzer Rudolf Bischoff seine elf Wochen alten Puten verladen. Bischoff bezahlt und fährt vom Platz. Währenddessen hat sich eine kleine Schlange gebildet. Ein junger Mann aus Schwemsal kauft zehn junge Hühner. Er will sie selber großziehen. Und diese Käufer werden immer mehr, sagt Gentz: „Viele Kunden wollen ihr Mastgeflügel heute selbst großziehen. Außerdem schwören sie auf die Eier. Die Leute möchten heute einfach keine Eier mehr vom Discounter essen, sondern wissen, womit ihre Hühner ernährt werden. Bei diesen Tieren braucht man keine Bedenken zu haben.“

Eier gibt’s gratis dazu

Der Zuspruch beim fliegenden Geflügelhändler ist groß. Immer mehr Kunden biegen um die Ecke. Hartmut Gentz wirft einen Blick auf die Uhr. „Wir müssen uns beeilen. In 20 Minuten müssen wir in Söllichau stehen“, ruft er seinem Kollegen zu. In Windeseile arbeitet er die Bestellungen ab. Hier ein paar junge Enten, dort ein Hahn. Gentz rechnet blitzschnell im Kopf zusammen und der Kunde bezahlt. Wenn es die Zeit erlaubt und nicht so viele Kunden anstehen, berät er auch seine Kundschaft etwa in Fragen zur richtigen Fütterung und hat entsprechendes Zubehör gleich mit an Bord. Bei jedem Stopp wirft er auch einen kurzen Blick in die Käfige. Den Tieren soll es schließlich gut gehen. Das Fahrzeug ist ebenso blitzsauber wie die Käfige, aus denen die Hühner bei jedem Stopp neugierig die Köpfe nach draußen strecken, um zu schauen, wo sie gerade halten. Offensichtlich fühlen sich die Hühner wohl an Bord. Denn zwischendurch kann Gentz regelmäßig bis zu 25 Eier einsammeln. „Die gibt es dann gratis“, lacht Gentz und startet den Motor. Die nächste Station wartet.

Von Steffen Brost

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