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Bad Düben Betonbauer Xella investiert 4,5 Millionen Euro ins Laußiger Werk
Region Bad Düben Betonbauer Xella investiert 4,5 Millionen Euro ins Laußiger Werk
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05:51 21.06.2017
Anlagenfahrer Wilfried Henschel fährt die Porenbetonrohlinge in die Autoklaven. Dabei handelt es sich um Öfen mit Maßen von 30 mal 2,5 Meter. Mit 12 Bar Wasserdampf und bei 198 Grad werden diese acht bis zwölf Stunden „gebacken“. Zehn dieser Öfen stellen etwa 1000 Kubikmeter Porenbeton am Tag her. Quelle: Wolfgang Sens
Laußig

Fast wie Pilze nach einem lauen Sommerregen schießen derzeit allerorten Ein- und Mehrfamilienhäuser aus dem Boden. So mancher Bau in der Region wächst dabei mit Porenbeton aus Laußig in den Himmel. Er wird an diesem Standort seit 1970 produziert, in der Spitze von bis zu 125 Mitarbeitern. Das Laußiger Produkt, das zu DDR-Zeiten Gasbeton hieß, heute als Porenbeton firmiert und unter dem Markennamen Ytong vertrieben wird, besteht aus Sand, Kalk und Zement. Hinzu kommen nach wie vor bewehrte Produkte wie Stürze, Systemwandelemente und geschosshohe Trennwände.

22 Millionen Euro Umsatz

Nicht nur, dass der Jahresumsatz des Laußiger Werkes der Xella Deutschland GmbH von 22,5 Millionen Euro heute von lediglich 90 Mitarbeitern gestemmt wird. Werkleiter Rainer Schöley, der vor Kurzem die Laußiger Gemeinderäte im Werk begrüßen konnte, verwies auch darauf, dass er, der selbst 1981 als Technologe kam, seit der Wende inzwischen acht Gesellschafterwechsel miterlebt habe. Der letzte liegt erst wenige Wochen zurück. Danach gehört die in Duisburg ansässige Xella Deutschland GmbH, bei der Laußig lediglich eins von 95 Werken in 20 Ländern ist, seit Mitte April nun allein dem amerikanischen Private-Equity-Unternehmen Lone Star.

Das Laußiger Werk, in das seit 2015 und bis zum Ende dieses Jahres insgesamt 4,5 Millionen Euro investiert sein werden, ist für den Wettbewerb auch unter dem neuen Gesellschafter gut aufgestellt. Rainer Schöley unterlegt das mit Zahlen. So würden die jährlich produzierten 150 000 Kubikmeter Steine vor allem in Mitteldeutschland, Berlin und Brandenburg verbaut, die 75 000 Kubikmeter Produkte in ganz Deutschland sowie in Nord- und Osteuropa vertrieben. Dass 2011 die Waggonverladung aktiviert werden konnte, sieht Schöley als Erfolg. „Heute verlässt beispielsweise jede Woche ein 100 Meter langer Zug unser Werk gen Dänemark.“

Kiesabbau vor Ort wichtig

Die Rohstoffe kommen ausschließlich aus Deutschland. Während der Kalk aus der Nähe von Berlin und der Zement aus Thüringen stammen, werde der Sand sehr kostengünstig direkt vor der Haustür gefördert. „Wir verfolgen daher auch sehr genau“, so Schöley weiter, „ob der weitere Kiesabbau in Laußig genehmigt wird.“

Keine Sorgen bereitet dem aus Bad Düben stammenden Werkleiter dagegen die am 1. August in Kraft tretende neue Gewerbeabfallordnung. Denn das in der Herstellung wie auch in der Anwendung nachhaltige Produkt wird abfallfrei produziert. Etwa zwei Prozent Bruch ließen sich zwar nicht vermeiden, würden aber zu Porengranulat verarbeitet und damit das Rohmaterial für die Streu in Katzenklos sein.

Doch natürlich wird der Großteil des Porenbetons vor allem beim Häuserbau verwendet. Beim Bauherrentag, der in Laußig einmal im Monat für private Bauherren angeboten wird, spiegelt sich auch in Laußig der Bauboom wider. „Beim letzten Mal“, so der Werksleiter, „hatten wir 65 Leute hier.“

Für die Gemeinde ist Xella ein ganz wichtiger Partner. Bei einem Besuch vor Ort bot daher auch Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) an, die Bauherrentage auf der gemeindeeigenen Homepage zu veröffentlichen. Ein Angebot, das gern angenommen wurde.

Von Ilka Fischer

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