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Betonschwellen made in Laußig

Betonschwellen made in Laußig

Laußig. Wer mit dem Zug von Leipzig nach Berlin fährt oder nach München, rollt streckenweise über hiesige Produkte. Aber man findet sie auch in Polen, Dänemark, Österreich und sogar in Griechenland.

Albrecht Wiehe ist Werksleiter in Laußig. Pro Jahr werden hier rund 300.000 Schwellen hergestellt. Hauptabnehmer ist die Deutsche Bahn.

Quelle: Steffen Brost

Denn die Schwellen unter den Gleisen kommen dafür häufig aus den Leonhard Moll Betonwerk in Laußig.

Das Unternehmen mit Sitz in München hat eine lange Tradition. Bereits 1929 errichtete der Münchner Bauunternehmer Leonhard Moll ein Betonwerk. Seit 1935 werden Schleuderbetonmaste im industriellen Maßstab entwickelt und gefertigt, die seit Einführung des Bahnfunksystems auch als Antennenträger Verwendung finden.

Nachdem Leonhard Moll 1937 ein Patent für vorgespannte Betonschwellen angemeldet hatte, entwickelten sich die seither millionenfach hergestellten Betonschwellen zum Hauptumsatzträger. Das Unternehmen hat Standorte in München, Hannover und Laußig sowie Auslandstochtergesellschaften in Polen und Kroatien. "Unsere 65 Kollegen in Laußig stellen jährlich etwa 300.000 Schwellen her. Dazu kommen noch einmal 250 sogenannte Weichenschwellen. Hauptabnehmer unserer Ware ist die Deutsche Bahn", erklärt Laußigs Werksleiter Albrecht Wiehe.

Für die Laußiger bedeutet das ein Marktanteil von etwa 20 Prozent. Aktuell stapeln sich etwa 80.000 fertige Schwellen um die Laußiger Produktionsstätte. "Die Schwellenherstellung ist ein Saisongeschäft. Zwischen Januar und März geht da nicht viel. Da produzieren wir auf Lager. Denn wir benötigen über das Jahr eine gleichmäßige Produktion. Sobald der Boden frostfrei ist, werden die Schwellen am Werk durch den hauseigenen Gleisanschluss auf die Bahn verladen und an Baustellen transportiert, wo sie dann in das Gleisbett verbaut werden", so Wiehe weiter.

Eine Schwelle ist zwischen 2,40 und 2,60 Meter lang und besteht aus einem Spezialbeton. Das Material kommt aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Das Kieswerk Laußig liefert dafür tonnenweise den benötigten Kies, die Steine kommen aus Altenhain bei Leipzig und der Zement aus dem südlichen Harz. Pro Tag verlassen 1300 Schwellen die Fertigungsstrecke im Betonwerk. Sie unterstehen alle einem hohen Qualitätsanspruch. Denn auch Intercity-Express-Züge (ICE) fahren über die Gleise. "Schwellen haben eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren. Danach sollten sie ausgewechselt werden. Und dann kommen wir Laußiger wieder ins Spiel. Ein weiteres Standbein ist nämlich die Altschwellenaufarbeitung", so Wiehe weiter. Nachdem die Deutsche Bahn die Schwellen ausgetauscht hat, werden die Altprodukte begutachtet und überprüft. Ein Teil kommt in den Recyclingskreislauf und wird beispielsweise im Straßenbau weiterverwendet. Noch gut erhaltene Schwellen werden auf Nebenstrecken eingebaut. Manchmal stehen auch private Kunden vor dem Laußiger Werkstor. "Es gibt da Eisenbahnfans, die sich einen Waggon oder gar eine Lok auf ihr Grundstück stellen. Und die brauchen dann auch ein paar Meter Gleis. Da helfen wir natürlich gern", erzählte der Werksleiter.

An einen bestimmten Auftrag erinnert sich Albrecht Wiehe immer wieder gern. Gemeinsam mit einem französischen Weichenwerk wurden vor den Olympischen Sommerspielen 2004 in Griechenlands Hauptstadt Athen Bahnschwellen geschickt und verlegt. "Das war schon etwas besonderes, da die Franzosen normalerweise alles aus einer Hand machen. Doch für diesen Auftrag brauchten sie die Laußiger Schwellen. Wir waren damals unheimlich stolz, das unser Angebot den Zuschlag bekam."

Neben den Bahnschwellen entstehen in einem anderen Teil der Laußiger Werkhalle sogenannte Schleuderbetonmaste, die unter anderem im Zugbahnfunk an den Gleisstrecken stehen. Die bis zu 65 Meter hohen Türme hatten kurz nach der Wende ihren Boom. Aktuell läuft die Produktion eher auf ruhigem Niveau.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Steffen Brost

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