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Bienenfresser beim Frühstück

Bienenfresser beim Frühstück

Im Naturparkhaus der Dübener Heide in Bad Düben hat der Naturfotograf Knut Fischer aus Leipzig am Freitagabend seine erste Ausstellung eröffnet. Diese beschäftigt sich mit der Vogelwelt in der Dübener Heide, zeigt großformatige Impressionen von Bienenfressern, Kranichen und Waldohreulen.

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Knut Fischer hat sich auf die Naturfotografie spezialisiert und stellt bis 28. August in Bad Düben aus.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Über 50 Besucher kamen zur Vernissage. Über sein Hobby, das Knut Fischer ziemlich professionell betreibt - im Berufsleben ist er im Bereich Lüftungs- und Klimainstallation selbstständig - sprachen wir mit dem 54-Jährigen.

Was fasziniert Sie an der Vogelwelt in der Dübener Heide?

Sie ist vielfältig. Es gibt viele Arten von kleinen bis großen Vögeln, ob Kraniche oder Eisvögel, das ist schon beeindruckend.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Bilder für die Ausstellung ausgewählt?

Es sollten Vögel sein, die man nicht gleich zu Gesicht bekommt, beispielsweise die Bienenfresser. Die sind sehr selten. Oder auch eine Beutelmeise beim Nestbau sieht man nicht jeden Tag.

Wollen Sie den Menschen, die Ihre Ausstellung besuchen, irgendetwas mit auf den Weg geben?

Ich will mit den Bildern zeigen, wie schön diese Tiere sind. Dass es sich lohnt, diese zu schützen, speziell in der Dübener Heide. Es gibt ja auch Probleme.

Welche sind das?

Der Bauernverband hat im vorigen Jahr den Antrag gestellt, die Kraniche zum Abschuss frei zu geben, was in anderen Bundesländern ganz anders geregelt wird. Da gibt es Ablenkfütterungen. Felder werden speziell für die Kraniche vorbereitet. Dadurch lassen sie die anderen Felder in Ruhe. Bienenfresser werden in anderen EU-Ländern mit Vogelnetzen gefangen und getötet. Die Jägerschaft wiederum kümmert sich nicht ausreichend um die Waschbären, die ständig Singvögel-Nester ausrauben. Das sind so die Probleme.

Tiere in freier Wildbahn zu fotografieren, ist nicht einfach. Wie viel Zeit verbringen Sie in der Natur, bis Sie ein Motiv im Kasten haben?

Man muss sich gut vorbereiten, gucken, wo sich sich die Tiere aufhalten, wann sie kommen und wie die Lichtverhältnisse sind. Und danach muss man dann sein Tarnnetz aufbauen und dort entsprechend verweilen. Man muss nicht den ganzen Tag dort sitzen, wenn man die Zeiten kennt. Das ist meistens früh oder abends. In der Mittagszeit, das ist wie bei uns Menschen auch, haben die Vögel Ruhe. Den Eisvogel erwischt man gut zwischen acht und elf Uhr.

Wo haben Sie die Motive hier in der Region hauptsächlich gefunden?

Die meisten Bilder sind mir in Mecklenburg-Vorpommern und in der Südheide bei Gifhorn gelungen. Da ist die Bevölkerungsdichte einfach nicht so groß, da hat man eher die Chance, die Tiere vor die Kamera zu bekommen. In der Dübener Heide ist das schwierig, gerade am Wochenende - da strömen viele Touristen durch die Region. Die Tiere sind dann viel zu scheu. Da bekommt man sie nur schlecht aufs Bild.

Aber die Vögel auf Ihren Bildern sind auch solche, die hier in der Region vorkommen?

Sie stehen alle stellvertretend für die Tierarten, die es auch hier in der Dübener Heide gibt.

Ihre Bilder faszinieren durch Nähe, unglaubliche Schärfe und beeindruckende Motive wie das Bild vom Bienenfresser, den Sie gerade beim Frühstück fotografierten. Haben Sie eine spezielle Ausrüstung?

Ich habe ein großes Teleobjektiv, 300 bis 800 Millimeter. Und eine Vollformatkamera, die Canon 5 D Mark 3. Dass die Bilder dann formatfüllend sind, bekommt man mit Photoshop (Computer-Bildbearbeitungsprogramm, Anm. d. Red.) hin. Da kann man die Bilder entsprechend zuschneiden.

Welchen Reiz hat die Naturparkregion für Sie?

Ich habe die Dübener Heide öfter besucht und den Weg zum Biberschutz gefunden, betreue im Raum Trossin drei Reviere und bin im Kranichschutz aktiv.

Haben Sie einen Lieblingsplatz?

Das ist das Wetscherloh in Trossin, ein Naturschutzgebiet mit kleinen Teichen.

Interview: Nico Fliegner

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.08.2014

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