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Bildungscampus: Aus Ex-Tip-Kaufhalle könnte neues Gymnasium werden

Bildungscampus: Aus Ex-Tip-Kaufhalle könnte neues Gymnasium werden

Bad Düben. Das Projekt „Bildungs- campus" in Bad Düben nimmt immer mehr Gestalt an. Wie auf einer Info-Veranstaltung am Dienstagabend im Rathaus bekannt wurde, zieht der Bildungsrat die ehemalige Tip-Kaufhalle gegenüber der Mittelschule als Standort für ein neues Gymnasium in Betracht.

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Michael Seidel, der die Projektkoordination für den Bildungsrat übernommen hat, informierte die Vertreter über die räumliche Dimension, die unter dem Wort „Bildungscampus" zu verstehen ist. „Wir wollen das Bestehende miteinander kombinieren", erklärte er den über 30 Teilnehmern anschaulich anhand einer Präsentation, die er an die Rathausleinwand warf. Danach gehörten zum künftigen Campus die bereits bestehende Mittel- und die Heidegrundschule, das Jugendhaus, die Sporthalle samt Sportplatz und eben auch der jetzige Happy-Cent-Markt (ehemals Tip-Kaufhalle) als möglicher neuer Standort für ein Gymnasium. Die Ideen gehen sogar so weit, dass einer der benachbarten Wohnblöcke als Internat genutzt werden könnte. Denn das avisierte neue Gymnasium soll eines in freier Trägerschaft werden – und zwar mit Internatsfunktion.

Das alles ist Zukunftsmusik, sind Visionen. Doch hinter den Kulissen wird offenbar eifrig gekurbelt, was dieses Thema angeht. „In den nächsten Wochen gibt es konkrete Gespräche mit Leuten, die sich für das Thema Gymnasium interessieren", sagte Stadtrat Gisbert Helbing (CDU), Verantwortlicher für das ehrgeizige Vorhaben Gymnasium in Bad Düben. Dieses Thema ist als Sonderprojekt direkt dem Bildungsrat der Stadt unterstellt. Ins Boot sollen die Kirche, Wirtschaft und Behörden geholt werden. Seidel ergänzte, dass es mit dem Landkreis Nordsachsen bereits erste Vorgespräche gegeben habe. „Keiner hat unsere Präsentation, in dem das Sonderprojekt Gymnasium auftaucht, in der Luft zerrissen. Das Bewusstsein, warum wir ein Gymnasium wollen, ist durchaus da", betonte Seidel. Die Akteure des „Bildungscampus" sehen zudem eine künftige Bibliothek in dem neuen Schulumfeld sowie Musik- und Volkshochschulangebote, eine Mensa und Aula oder Werkstätten, die alle den sogenannten „räumlichen Campus" ausmachen. Daneben gibt es einen bereits aktiven „inhaltlichen Campus", sprich acht Arbeitsgruppen mit Namen wie „Frühkindliche Bildung", „Schule und Wirtschaft", „Seniorenbildung", oder „Gesund leben", um nur einige zu nennen. Ihnen gehören Vertreter von Kitas und Schulen, Stadtangestellte sowie Bürger Bad Dübens an, die Projekte umsetzen wollen. Beispielsweise plant Yvette Steuer vom Landschaftsmuseum der Dübener Heide ein Kunstprojekt. „Unter Anleitung können Bürger ihre kreativen und schöpferischen Potenziale umsetzen und in unterschiedlichen Ausdrucksweisen wie Film, Ausstellungen, Installationen, Fotografien ihre Anschauungen zur Stadt Bad Düben in beziehungsweise an ausgewählten öffentlichen Räumen oder öffentlich zugänglich zu machenden Bereichen präsentieren", erläuterte Steuer. Der Arbeitskreis „Schöpferische Bildung" plant, dass Jung und Alt gemeinsam eine alte Wohnung und ein leer stehendes Geschäft in der Altstadt einrichten, die dann besichtigt werden können. Andere Arbeitskreise wollen Ganztagsangebote für Schulen bündeln, Schüler auf einheimische Betriebe neugierig machen und umgekehrt oder Jugendliche und ältere Generationen zusammenbringen.

Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) und Stadtrat Helbing lobten die ersten auf den Weg gebrachten Initiativen. „Ich begreife diese Veranstaltung heute als Erfolgserlebnis. Der ‚Bildungscampus‘ nimmt richtig gute Formen an", sagte Münster. Helbing zeigte sich „überwältigt" vom Interesse und Engagement der Bad Dübener.

iWer beim Projekt „Bildungscampus" mitarbeiten möchte, kann sich an Michael Seidel unter 034243/342556 wenden.

Nico Fliegner

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