Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben „Bildungscampus Bad Düben“ – wo immer alles schön und super toll ist
Region Bad Düben „Bildungscampus Bad Düben“ – wo immer alles schön und super toll ist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 24.09.2011
Anzeige

. 50.000 Euro Fördermittel, im März bereits bewilligt, müssen mit Projekten untersetzt werden – und zwar noch in diesem Jahr, sonst verfallen die Gelder. Und alle Beteiligten reden sich das Projekt nach wie vor schön – bis auf einen: SPD-Stadtrat Stefan Lange.

Er sieht die aktuelle Entwicklung kritisch, ergriff auf der Stadtratssitzung am Donnerstagabend ganz zum Schluss das Wort – und es brach förmlich aus ihm heraus. Nachdem FWG-Stadträtin Andrea Hohmann Helbings Abgang zunächst bedauerte, aber schließlich konstatierte, dass es viele Arbeitsgruppen und engagierte Bürger im Projekt „Bildungscampus" gebe, die dafür sorgten, dass es weiter gehe, erklärte Lange kopfschüttelnd: „Ich sehe das nicht so, dass es weiter geht. Wir reden schlechte Sachen gut und streuen uns Sand in die Augen."

Mit schlechten Sachen meinte er nicht den „Bildungscampus" als solchen, sondern die gesamte Verfahrensweise. 50.000 Euro Fördergelder liegen seit Ende März ungenutzt herum, müssten lediglich abgerufen werden. Passiert sei über all die Monate nichts. Die Kommunikation funktioniere nicht, bemängelte er. Es fehle an Motivation für die Arbeitsgruppen, an sichtbaren Erfolgen. Lange ist selbst mit einem Projekt im Boot – dem Landschaftstheater. „Wie soll ich meinen Leuten das alles erklären und sie motivieren, wenn nichts vorangeht? Die schmeißen hin."

Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) bestätigte, dass das Geld da sei. „Wir haben nur das Problem, es an den Mann zu bringen." Die besagten 50.000 Euro stammen aus dem Fördertopf Demografie des Freistaates Sachsen. Dort seien Projekte eingereicht worden, die postwendend zurückkamen, weil die Bewilligungsstelle der Meinung war, sie haben mit dem Thema Demografie nichts gemein. Die Stadt will nunmehr sämtliche Projekte überarbeiten und die Anträge erneut einreichen. Eigentlich wäre dies die Aufgabe von Projektkoordinator Seidel gewesen. Doch der war zuletzt gesundheitsbedingt ausgefallen und steht nach wir vor nicht zur Verfügung. Das war auch ein Grund für Helbings Rückzug.

„Es ist doch klar, dass in den Projektgruppen große Unsicherheit herrscht, wie weiter", sagte Lange. Zwar habe Münster das Projekt zur Chefsache erklärt, doch sie allein könne dies in ihrer Funktion als Bürgermeisterin nicht stemmen. Und selbst die Verwaltung sei über das Maß belastet und habe sich um andere Dinge zu kümmern.

Münster sagte, dass alle Stadträte fraktionsübergreifend das Projekt wollten. „Abe gucken sie sich selber an. Wer macht denn mit?" Das war Helbing, ist Linke-Stadträtin Siegrid Wendel und SPD-Stadtrat Lange. Dann hört es aber auch schon bei den Stadträten auf. Die übrigen Mitglieder sind großteils Mitarbeiter von Kitas und Schulen und einige Privatpersonen. Lange: „Wir brauchen ein Wir-Gefühl."

Ob das noch zustande kommt, wird der Montag zeigen. Münster lädt alle interessierten Bürger sowie Vertreter der Gewerbetreibenden und Vereine zur nächsten Informationsveranstaltung ein. Diese beginnt um 18 Uhr in der Evangelischen Grundschule.

Nico Fliegner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:dpaeb8fe1d1291313998208.jpg]
Bad Düben. Wer künftig in Familie in einem der Bürgerhäuser in den Stadtteilen Schnaditz, Tiefensee oder Wellaune feiern will, muss ordentlich Geld auf den Tisch legen.

23.09.2011

[image:phphikM2g20110921155225.jpg]
Tornau. Wer aus Richtung Wittenberg kommend in das kleine Heidedorf Tornau einfährt, kommt an ihr nicht vorbei: Eine neue Holzskulptur schmückt nunmehr den Ortseingang.

21.09.2011

[image:phpBlxDlw20110920185503.jpg]
Bad Düben. Sein Gang war auf den letzten Metern etwas schleppend. Die Hüfte schmerzte. Und das bereits seit Berlin.

20.09.2011
Anzeige