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Blick durch die Rauschbrille

Blick durch die Rauschbrille


Authausen. Spielerisch lernen – das kommt sicher bei allen Kindern gut an. An der Grundschule in Authausen blieben deshalb am Dienstag die Federtaschen und Hefter geschlossen.

. Verkehrserziehung stand auf dem Unterrichtsplan, so praxisnah wie möglich.

Räder drehen sich, Mini-Flitzer jagen über den Schulhof und im Bürgerhaus wird Slalom gefahren. „Wir sind heute mit mehreren Stationen hier und wollen den Kindern beibringen, wie sie sich richtig im Straßenverkehr bewegen", sagt Friedhard Weber von der Verkehrswacht Oranienbaum bei Dessau. Der 63-Jährige und sein Team sind gefragte Leute an diesem Morgen. Die einen wollen wissen, wie man eine Reifenpanne schnell behebt, die anderen, was zu einem sicheren Fahrrad alles dazugehört. „Der Schutzhelm ist ganz wichtig", erklärt Weber. Denn stürzt ein Kind mit dem Fahrrad, ziehe es sich oftmals Kopfverletzungen zu. In 37 Prozent der Fälle sei dies so, weiß der Verkehrsexperte und wundert sich, als er in die Runde fragt, dass so wenige der Kinder einen Schutzhelm haben. Hier gebe es „eindeutig Nachholebedarf", betont er, wenngleich das Helmtragen keine Pflicht in Deutschland sei. Doch mehr als 80 Prozent der schweren Hirnverletzungen beim Radfahren ließen sich mit einem Helm vermeiden.

Zweites wichtiges Thema – und das schon für die Jüngsten – ist die Fahrt unter Alkoholeinfluss. Man könne gar nicht früh genug damit anfangen, die Kinder zu sensibilisieren, wie gefährlich das ist", sagt Weber und packt die Rauschbrille aus. Gespannt wird sie unter den Schülern herumgereicht. Wer durchguckt, sieht verschwommen eine Straße, Baustellenschilder und eine Person. So ist das also, wenn man Blau am Steuer sitzt. „Man darf nicht besoffen Auto fahren", lernt der kleine Jonas Freitag aus Authausen. Und auch Hannah Deutrich aus Kossa hat bei diesem Thema gut aufgepasst, bevor sich beide schließlich auf den Elektroflitzern ausprobieren. „Das hat am meisten Spaß gemacht", sagt Jonas.

Schulleiterin Simona Jeschke lobt die Angebote. „Der heutige Tag kommt bei den Schülern gut an. Alle Stationen verteilen sich schön. So muss niemand lange warten." Im nächsten Jahr will die Verkehrswacht wieder Station in Authausen machen.

Nico Fliegner

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