Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Brand-Ruine Bad Düben: „Da war schon seit Jahren Bambule“
Region Bad Düben Brand-Ruine Bad Düben: „Da war schon seit Jahren Bambule“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:10 01.11.2018
Es ist das Thema am Feiertag in der Dübener Altstadt: Der Brand eines leerstehenden Hauses in der Eilenburger Straße. Anwohner berichten: Das „Geisterhaus" sei seit Jahren ein Ärgernis, Vandalismus sei hier an der Tagesordnung. Quelle: Olaf Majer
Bad Düben

Heller Feuerschein und eine riesige Rauchwolke über der Dübener Altstadt: Am Dienstagabend sorgte ein Brand in einem leerstehenden Haus für riesige Aufregung (LVZ.de berichtete). Alle drei Dübener Feuerwehrtrupps waren im Einsatz, die Löscharbeiten wurden durch starken Wind und unwegsames Gelände erschwert. Die Brandbekämpfung im Gebäudeinneren musste nach Angaben der Feuerwehr abgebrochen werden - die Geschossdecken aus Holz waren teilweise eingestürzt.

Es ist das Thema am Feiertag in der Dübener Altstadt: Der Brand eines leerstehenden Hauses in der Eilenburger Straße. Anwohner berichten: Das "Geisterhaus" sei seit Jahren ein Ärgernis, Vandalismus sei hier an der Tagesordnung. Quelle: Olaf Majer

Nachbarn: „Wir hatten verdammt viel Glück“

Am Tag danach wird deutlich: Man hat verdammt viel Glück gehabt. Vor allem in den beiden unmittelbar angrenzenden Grundstücken sowie dem gegenüberliegenden Autohaus wurde die Brandnacht mit großer Sorge verfolgt. „Wir mussten befürchten, dass durch Funkenflug auch unsere Häuser beschädigt werden, berichtete ein Anwohner. „Doch zum Glück hatten wir keinen Ostwind, so trieben das Feuer und der starke Rauch von unseren Häusern weg.“

Es ist das Thema am Feiertag in der Dübener Altstadt: Der Brand eines leerstehenden Hauses in der Eilenburger Straße. Anwohner berichten: Das "Geisterhaus" sei seit Jahren ein Ärgernis, Vandalismus sei hier an der Tagesordnung. Quelle: Olaf Majer

Immer wieder Jugendliche im Haus

Das seit langem leerstehende Haus, unter Dübenern auch scherzhaft „Geisterhaus“ genannt, ist den Nachbarn schon lange ein Dorn im Auge. Auch wenn die Brandursache bislang noch völlig unklar ist und die polizeilichen Ermittlungen erst begonnen haben: Anwohner haben so etwas kommen sehen. Immer wieder würden Jugendliche das Haus meist abends bevölkern, den Lärm höre man bis in ihr Haus, berichtet ein Anwohner: „Da ist schon seit Jahren Bambule drin“. Das Bild, dass sich nach dem Brand vor Ort bietet, bestätigt den Eindruck: Das Untergeschoss ist mit zerstörtem Mobiliar und Gerümpel vermüllt, an den Wänden ist unter anderem eine Hakenkreuz-Schmiererei zu sehen.

Schon in der Vergangenheit zwei Brände

Wiederholt habe man in der Vergangenheit die Polizei gerufen, sagen die Nachbarn, „aber wenn die kamen, waren die Jugendlichen immer schon weg.“ Auch habe es in dem Gebäude und der angrenzenden Garage bereits zweimal gebrannt, wenn auch nicht so verheerend wie jetzt. „Doch unsere Anfragen und Beschwerden an die Stadt wurden immer wieder abgewiegelt.“ Hintergrund: Die Eigentumsverhältnisse des Gebäudes scheinen kompliziert zu sein. Die früheren Besitzer seien längst verstorben, die Erben wohl nicht erreichbar. So hätte es für die Stadt offenbar bislang kaum eine Handhabe zum Eingreifen gegeben.

Anwohner hoffen: Wird Gelände endlich gesichert?

Ob sich das nun nach dem verheerenden Feuer vom Dienstag Abend ändert, bleibt abzuwarten. Das ausgebrannte Haus ist jedenfalls eine Gefahrenstelle, das umgebende Gelände ist ebenso ungesichert. „Wir hoffen, dass hier jetzt endlich was passiert“, sagt der Anwohner. Auf den Schrecken am „Geisterhaus“ hätte er am Vorabend von Halloween jedenfalls gern verzichtet.

Von Olaf Majer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Feueralarm in Bad Düben. In der Eilenburger Straße brannte Dienstagabend ein leerstehendes Wohnhaus.

31.10.2018

Ein leerer Schilderrahmen empfängt Autofahrer, die aus Richtung Laußig kommen, derzeit am Ortseingang Bad Düben. Aber nicht mehr lange.

30.10.2018

Die Bundespolizeiabteilung Bad Düben hat mit Tobias Grosser einen neue Vize-Abteilungsführer.

29.10.2018