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Braucht Bad Düben die Germania im Kurpark?

Debatte um Denkmal Braucht Bad Düben die Germania im Kurpark?

Nicht alle Stadträte in Bad Düben sind uneingeschränkt dafür, der Germania eine 33 000 Euro teure Sanierungskur zu spendieren. Dass dafür vom Denkmalschutz weniger Geld als eingeplant kommt, ist aber nicht das einzige Problem für Stadtrat Mike Kühne, der dagegen stimmte.

So sah das Denkmal um 1920 aus.

Quelle: Sammlung: Lutz Fritzsche

Bad Düben. Die Frauen scheinen derzeit in Bad Düben irgendwie besonders viel Diskussionsstoff zu bieten. Nach den Debatten um den Zuschuss für den Frauenverein Elfriede Richter Anfang Juli im Verwaltungsausschuss gab es beim Stadtrat am Dienstag in Bad Düben wieder Streit um eine Frau.

Diese steht allerdings als Germania-Denkmal im Kurpark und feierte, so erinnerte Emil Gaber (Bürgerkreis) im Laufe des Abends, am 12. Juli ihren 120. Geburtstag. Erneut war es CDU-Stadtrat Mike Kühne, der eine Debatte auslöste, in dem er die Restaurierung des Denkmals in Frage stellte. Am Ende stimmte er als einziger gegen einen entsprechenden Beschlussantrag der Verwaltung.

Diesen hatte zuvor Markus Kirsch, Mitarbeiter im Bauamt der Stadt, erläutert. Danach habe die Untere Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt für die Germania rund 13 000 Euro im diesjährigen Förderverfahren in Aussicht gestellt. Das sind allerdings rund 7000 Euro weniger als die Stadt im Haushaltsplan für die Germania als Einnahme angesetzt hat.

20.00ß Euro Eigenmittel

Bei der Stadt bleiben damit insgesamt rund 20 000 Euro Eigenmittel, da für die Sanierungskur insgesamt rund 33 000 Euro veranschlagt werden. Spenden für die Germania dürfen dabei aber als Eigenmittel verwendet werden. Und genau hier entzündete sich die Diskussion. Bezug nehmend auf eine nicht besonders erfolgreiche Sammelaktion meinte Kühne: „Bevor wir loslegen, müssen wir doch erst mal sehen, ob wir die Mittel zusammenkriegen. Wenn uns die Bad Dübener das Signal geben, dass sie das Denkmal gar nicht wollen, dann räumen wir es eben weg.“

Damit ging er auch nicht über die Brücken, die von Uwe Kulawinski (FWG) geschlagen wurden. Dieser hatte vorgeschlagen, dem Heimatverein das Projekt zu übergeben, der dann auch eigene Ideen wie ein Benefizkonzert umsetzen könne, um die Finanzierungslücke zu schließen. Er könnte sich zudem auch vorstellen, dass 2016 erst einmal nur die Skulptur in Angriff genommen wird. „Damit könnten wir die Finanzierungslücke auf den Sockel und auf 2017 schieben.“

Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) betonte, dass der Stadtrat um eine Positionierung nicht herumkomme. „Wir können die Erfüllung freiwilliger Aufgaben nicht davon abhängig machen, ob die Bevölkerung dafür was spendet oder nicht.“ Bis auf Mike Kühne folgten die Stadträte dieser Ansicht und gaben für die Germania grünes Licht, auch in dem Wissen, dass die Finanzierungslücke 2017 noch größer werden könnte, da zur Sicherung der Denkmalmittel in diesem Jahr zumindest begonnen werden muss.

Germania erhält Korsett

Die Germania selbst muss demontiert und mit einem innenliegenden Korsett beziehungsweise Gerüst versehen werden. Außerdem sollen im Zuge der Sanierung Schwert und Schild wieder an ihren alten Platz kommen. Dafür allein werden rund 16 000 Euro benötigt. Am Sockel besteht das Problem insbesondere darin, dass die Granitstufen ein Gefälle zum Denkmal hin haben. Das Wasser laufe damit zum Sockel hin und dringe in den Stein ein.

Die Germania wurde zuletzt 2005 aufwendig saniert und anlässlich eines Lichterfestes im Kurpark enthüllt. Der Rotary-Klub stellte seinerzeit einen vierstelligen Betrag dafür zur Verfügung.

Germania-Skulpturen gibt es Dutzende in Deutschland. Diese werden immer als Frau, mal mehr und mal weniger kriegerisch dargestellt. Eine Germania galt besonders im 19. Jahrhundert als die nationale Personifikation Deutschlands im Sinne Germaniens.

Von Ilka Fischer

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