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Bundespolizei stellt Einsatzschiff „Bad Düben“ außer Dienst

Dienstflaggen eingeholt Bundespolizei stellt Einsatzschiff „Bad Düben“ außer Dienst

Die „Bad Düben“ sticht nicht mehr in See. In Neustadt in Holstein wurden jetzt die beiden Einsatzschiffe der Bundespolizei BP 23 „Bad Düben“ und BP 22 „Neustrelitz“ – beide auch langjährige „Darsteller“ der bekannten ZDF-Vorabendserie „Küstenwache“ – offiziell außer Dienst gestellt.

Die Bundesdienstflagge wird eingeholt.

Quelle: Sebastian Rosenkötter

Neustadt/Bad Düben.  

Die Einsatzschiffe „Bad Düben“ und „Neustrelitz“ der Bundespolizei haben ausgedient. Sie sind technisch veraltet und sollen durch Neubauten ersetzt werden. Am Mittwoch folgte der letzte offizielle Akt für die beiden Schiffe im Neustädter Hafen in Schleswig-Holstein. Bundespolizisten holten die Dienstflaggen am Heck ein.

An Land wurde die Nationalhymne gesungen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Dienst der Bundespolizei und zusammengerechnet etwa 22 Erdumrundungen stehen die 48,90 Meter langen Schiffe vor der Verschrottung. Wer sie kauft, muss sie vernichten. So fordert es das Kriegswaffenkontrollgesetz. „Der Rumpf ist als Kriegsschiff deklariert“, erläuterte Marco Antler, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Neustädter Inspektion, den Grund.

Ein letzter Gruß aus der Patenstadt

Auch Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wählergemeinschaft) nahm als Vertreterin der Patenstadt der „Bad Düben“ an dem offiziellen Festakt in Schleswig-Holstein teil. „Ein bisschen Wehmut ist schon dabei. Schließlich stehen die Namen zweier hervorragender ostdeutscher Städte an den Schiffen.“ Sie betonte, dass die Besatzungsmitglieder weiterhin gern gesehene Gäste in Bad Düben seien und überreichte zum Dank ein Fass Bier.

Die „Neustrelitz“ wurde im Juni 1993 in den Dienst gestellt. Knapp drei Jahre später folgte die „Bad Düben“. Einer, der beide Schiffe bis zur letzten Schraube kennt, ist Hans-Peter Reubold. Der Polizeihauptkommissar hatte die Gesamtmaterialverantwortung auf der „Neustrelitz“. Er war es, der das Schiff letztmalig an die Pier fuhr. „Es war ein komisches Gefühl, sehr wehmütig“, erinnert er sich. Schließlich habe er Jahre seines Lebens an Bord, seinem zweiten Zuhause, verbracht „Das war unser Wohnraum. Beide Schiffe waren sehr seefest. Ich habe immer gesagt, dass sie mehr können als die Besatzung.“ Doch die Kontrollfahrten mit diesen Schiffen sind nun ebenso vorbei wie die Dreharbeiten für die TV-Serie „Küstenwache“. Sie wurde bereits 2015 eingestellt. Die „Bad Düben“ wie auch die „Neustrelitz“ gehörten in der Fernsehserie zu den „Hauptdarstellern“.

Modernere Schiffe als Ablösung

Die Anschaffung von drei neuen, 85 Meter langen Schiffe ist bereits durch den Bundestag abgesegnet worden. Der Bau des ersten Einsatzschiffes hat schon begonnen. Am 14. August soll die Kiellegung in der Fassmer-Werft in Berne bei Bremen gefeiert werden. Die Auslieferung ist für Ende 2018 geplant. Die anderen sollen folgen. Bodo Kaping, Präsident der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, kündigte an, dass die Schiffe dann über Hubschrauberlandeplätze verfügen und mit technischen Finessen ausgestattet werden sollen. „Wir werden die Zeit bis zur Indienststellung für Aus- und Fortbildung nutzen“, so Kaping. Parallel finde ein Generationswechsel bei der Besatzung statt.

Aktuell ist die Bundespolizei See, die in Neustadt ihre Hauptbasis hat, mit vier Schiffen unterwegs. Im März 2018 soll die „Bredstedt“ ausgemustert werden.

Hans-Peter Reubold fiebert bereits der Indienststellung der Neubauten entgegen. „Ich habe noch drei Jahre Dienstzeit und würde gerne mal mit einem fahren.“ Und vielleicht trägt sein Schiff dann sogar den Namen „Neustadt“. Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) hat Innenminister Thomas de Maizière (CDU) jedenfalls schon mal in einem Schreiben darum gebeten. Ob dagegen die maritimen Traditionen des Landkreises Nordsachsen enden – oder ob es jemals wieder eine „Bad Düben“ gibt, ist nicht klar. Immerhin ist die nordsächsische Kurstadt weiterhin Standort einer Bundespolizeiabteilung – wenn auch ganz ohne Seefahrzeuge.

Von Sebastian Rosenkötter

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