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Burg Düben benötigt zweite Fluchttreppe

Burg Düben benötigt zweite Fluchttreppe

Das Landschaftsmuseum der Dübener Heide feiert im September das 60-jährige Bestehen und muss sich quasi ein eigenes, ziemlich kostspieliges Geschenk machen: eine zweite Fluchttreppe.

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Blick vom Innenhof auf die Burg Düben mit dem Burgturm. Im linken Gebäude befindet sich das Museum.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Denn Experten stellten fest, dass der Brandschutz im Ernstfall nicht mehr gewährleistet ist. Das Verständnis bei der Stadtverwaltung hält sich in Grenzen.

Sie hat Jahrtausende auf dem Buckel, die altehrwürdige Burg Düben. Doch längst entspricht das denkmalgeschützte Bauwerk, in dem in den 1950er-Jahren das Landschaftsmuseum der Dübener Heide eingerichtet wurde, nicht mehr den hohen Anforderungen an den Brandschutz. Das hatte schon vor einiger Zeit eine Begehung von Experten ergeben. Und danach wurde der Ruf laut: Dort muss sich was tun, schließlich handelt sich um eine von Besuchern mitunter stark frequentierte Einrichtung - vor allem wenn Ausstellungen eröffnet werden und mit einem Schlag Hunderte Menschen sich im Gebäude aufhalten.

Was also fehlt, ist eine zweite Fluchttreppe im Fall eines Brandes. Mit allem hätte wohl die Stadt gerechnet, nur nicht damit. Denn schließlich ging es über die Jahrzehnte auch ohne. Doch festgelegt ist nun mal festgelegt; Bad Düben kommt aus der Nummer nicht mehr raus, ist im Zugzwang und muss handeln. "Wir rechnen mit Gesamtkosten in Höhe von etwa 50 000 Euro", erklärt Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG).

Dabei muss die Kommune die Summe nicht allein aufbringen, der Freistaat Sachsen steht ihr finanziell zur Seite. Das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat dieses Jahr zusätzliche Mittel für "regional bedeutsame Kultureinrichtungen" - und dazu zählt die Burg Düben mit dem Museum - freigegeben. Der Kurstadt sind Mittel in Höhe von 27 500 Euro für die Einrichtung eines zweiten Rettungsweges bewilligt worden.

Jetzt geht es darum, die zweite Fluchttreppe "optimal" in das altehrwürdige Ensemble zu integrieren. Und genau das gestaltet sich alles andere als einfach. "Ich kann das nicht verstehen. Das ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Ich glaube nicht, dass Schloss Neuschwanstein eine Fluchttreppe an der Außenwand hat", sagt Münster. "Aber wir müssen das wohl machen."

So wird die Treppe voraussichtlich an der hinteren Giebelseite installiert, wo ein Weg um die Burg führt. Dafür muss ein Ausgang im Obergeschoss gebaut werden. "Wir wollen die Treppe dann möglichst so verkleiden, dass sie sich in das Bauwerk optisch einfügt und letztlich das Ganze ein Bild ergibt", schwebt der Stadtchefin vor. Eine Fluchttreppe an anderer Stelle sei kaum möglich.

Dabei wird das Vorhaben nicht das einzige auf dem Burgareal sein, das der Stadt Geld kostet. Denn wie im Zuge des Juni-Hochwassers festgestellt wurde, hat der Burghang offenbar Schaden genommen, er weist Risse auf. Ein Ingenieurbüro soll jetzt zum Einsatz kommen und den Baugrund untersuchen. Mögliche Kosten: bis zu 100 000 Euro nach ersten Schätzungen. Und das alles im Jubiläumsjahr ...

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.07.2013

Nico Fliegner

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