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Bad Düben Café International – beliebter Treff in Bad Düben
Region Bad Düben Café International – beliebter Treff in Bad Düben
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17:45 06.10.2018
Barbara Paul (rechts) von der Bad Dübener Stadtverwaltung probiert im Café International die selbstgebackenen Windbeutel von der Georgierin Ani Makhsoiani. Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

Es ist Mittwochnachmittag. In der Bad Dübener Begegnungsstätte „Neue Heimat“ des Diakonischen Werkes läuft das Wasser durch die Kaffeemaschine. Die Tische sind auch schon gedeckt. Immer am letzten Monatsmittwoch öffnet pünktlich um 15 Uhr das Café International im Postweg 6. Ahmedalqasem aus dem Irak und Ani aus Georgien sind die ersten. Später wird es noch internationaler. Frauen aus Albanien, Männer aus Pakistan, Syrien und auch Frauen aus Russland sitzen kurze Zeit später an den Tischen und tauschen sich bei Kaffee und Kuchen aus. Ani Makhsoiani hat selbstgemachte Windbeutel mitgebracht.

Café gibt es seit 2015

Das Café International öffnet seit 2015 regelmäßig. Es soll als Treffpunkt und Anlaufstelle für Flüchtlinge dienen. „Reden, Probleme des Alltages klären. Am Anfang war der Zuspruch riesig. Manchmal war es so voll, da mussten einige sogar im Stehen ihren Kaffee trinken. Mittlerweile hat sich alles normalisiert und jeder findet hier einen Sitzplatz. Vor alle Frauen nutzen den Treff, um sich auszutauschen“, freut sich Barbara Paul von der Stadtverwaltung.

Auch der 19-jährige Ahmedalqasem Dhia aus dem Irak ist gekommen. Er lebt seit drei Jahren mit seinem Vater in Bad Düben. Die Mutter sitzt noch im Irak fest. „Ich möchte im nächsten Jahr meinen Realschulabschluss machen. Und dann am liebsten eine Ausbildung zum Zahntechniker“, hat der junge Mann Zukunftspläne. Bis dahin will er sich einen Minijob suchen, um etwas Geld dazuzuverdienen. Flüchtlingssozialarbeiterin Claudia Asik kommt mit ihm ins Gespräch. „Ich schlage dir vor, dass du bis zu deiner Schule übergangsweise eine Ausbildung zum Rettungssanitäterassistenten machst. Dann kannst du dort auch gleich deinen Führerschein machen.“

So viele Flüchtlinge leben in der Stadt

Die Begegnungsstätte „Neue Heimat“ ist der ideale Treffpunkt für die neuen Bad Dübener. Bereits im August 2008 wurde die Begegnungsstätte wiedereröffnet. Vorher befand sie sich seit den 1990er-Jahren in der Ritterstraße und war ein Anlaufpunkt der russischen Spätaussiedler. Jetzt dient sie Migranten und Flüchtlingen als Hilfe. „Diese Begegnungsstätte ist nicht nur für unsere Flüchtlinge, sondern jeder bekommt hier Hilfe, wenn er sie benötigt“, so Barbara Paul.

Doch es gibt auch Probleme, mit denen sich Claudia Asik auseinandersetzen muss. „Da geht es um Arbeitsgenehmigungen und den Aufenthaltstatus. Aktuell leben etwa noch 80 Flüchtlinge sowie weitere 200 Ausländer in unserer Stadt. Aber es gib auch viel Positives zu berichten. Die meisten sind bereits gut integriert, haben Jobs, die Kinder gehen in die Schule und haben in Vereinen Freunde gefunden.“

Von Steffen Brost

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