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Chemieunfall im Gewerbegebiet

Chemieunfall im Gewerbegebiet

Gleich dreimal heulten am Wochenende die Sirenen in der Kurstadt. Der Grund: die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Düben sowie deren Ortsteilwehren führten ihre alljährliche Wochenendschulung durch.

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Am Wochenende führte die Freiwillige Feuerwehr Bad Düben mit ihren Ortsteilwehren ihre jährliche Großübung durch.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. "Das ist schon fast eine Tradition. Allerdings mit ernstem Hintergrund. An dieser Schulung werden Wissen und Kenntnisse von A bis Z der Feuerwehr aufgefrischt und neu vermittelt. Solche Übungen mit verschiedenen Szenarien sind wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Dabei steht auch das Zusammenspiel im Ernstfall aller unserer Ortsteilwehren im Vordergrund. Bei solchen Aktionen können wir das auch mal ausgiebiger trainieren, was bei unseren wöchentlichen Diensten nur eingeschränkt möglich ist", sagte der stellvertretende Wehrleiter Christian Nowack. Die Feuerwehr war in den vergangenen Tagen mächtig in den Fokus geraten, da ein Tanklöschfahrzeug aus dem Bestand der Bad Dübener Ortsteilwehr nach Tiefensee verlegt werden soll (wir berichteten). "Leider sagten die Kameraden aus Tiefensee am ersten Übungstag ab. Alle hatten private Dinge vorangestellt. Für uns etwas unverständlich. Wenn schon keiner zu den monatelang geplanten Termin erscheint, wie wollen sie es dann schaffen, die beiden dann in Tiefensee stehenden Fahrzeuge bei Einsätzen immer voll zu besetzen", ist Sven Hindemitt über das fehlen sauer.

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Bad Düben. Gleich dreimal heulten am Wochenende die Sirenen in der Kurstadt. Der Grund: die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Düben sowie deren Ortsteilwehren führten ihre alljährliche Wochenendschulung durch. "Das ist schon fast eine Tradition.

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Im Vorfeld hatten sich die Verantwortlichen richtig ins Zeug gelegt und gleich mehrere mögliche Ernstfälle ausgedacht. Einsatz Nummer eins wurde kurz vor neun Uhr ausgelöst. Die Szenarie spielte sich im Gewerbegebiet Süd-Ost ab. Dort war ein mit giftigen Stoffen beladener Transporter verunglückt. Durch den Zusammenstoß schlug auch ein Fass leck und giftige Chemikalien liefen auf die Straße. Außerdem waren die beiden Fahrer mit dem Gift kontaminiert. "Wir schauen nach dem richtigen Vorgehen der Kameraden. Alles wird feinsäuberlich und akripisch notiert. Bei der Auswertung sollen dann eventuelle Fehlhandlungen diskutiert werden", sagte Kreisbrandmeister Karl-Heinz Charras, der als Beobachter vor Ort war. Kurz nach neun war das erste Einsatzfahrzeug vor Ort. Wie vorgeschrieben, stoppte es bei solchen Chemikalienunfällen 50 Meter vor dem Ereignisort. Einsatzleiter Matthias Eichler teilte seine Mannschaft ein und wies die nachfolgenden Fahrzeuge auf ihre Positionen. Auch ein aus Delitzsch angeforderttes Dekontaminationsfahrzeug war zur Stelle. Das hatte für solche speziellen Unfälle alle möglichen Hilfsmittel an Bord. Die Loberstädter bauten unter anderen eine Dusche auf, wo die am Einsatz beteiligten Feuerwehrleute nachdem sie mit den Giftstoffen in Berührung gekommen sind wieder gesäubert werden können.

Unter Atemschutz machten sich die Bad Dübener Kameraden Andrea Nitzsche und Sebastian Hackbarth ein Bild von der Unfallstelle und brachten die beiden Verletzten in Sicherheit. Anschließend wurde mittels Spezialschaum und verschiedensten Bindungsmitteln die Giftstoffe gebunden, damit sie nicht weiter ins Erdreich eindringen konnten. Mitten in den Einsatz platzte plötzlich der nächste Ernstfall. In der Durchwehnaer Straße war ein Fahrzeug gegen einen Baum gerast. Der Fahrer war in seinem Auto eingeklemmt. Sven Hindemitt, der mittlerweile als Einsatzleiter fungierte, musste nun Kameraden und zwei Fahrzeuge abziehen und zum Unfall schicken. "Das war dass schwerste an dieser Sache. Wir wollten sehen, wie die Einsatzleitung mit einem fast zeitglich geschehenen Unfall umgeht", so Nowack. Nur wenige Minuten verstrichen, da rasten zwei vollbesetzte Fahrzeuge zum Unfallort. Dort musste der Verletzte mittels Rettungsschere und Spreizer aus seinem Wrack geschnitten werden. Letzte Einsatz des ersten Tagen war ein simulierter Brand im Schnaditzer Schloss, wobei sich auch zwei Jugendliche im verqualmten Areal aufhielten. Mittels Drehleiter konnten sie schnell gerettet werden. Nach einem Einsatz am Sonntag in einem Bad Dübener Autohaus, wo eine Expolosion mit Verpuffung nachgestellt wurden, konnten die Kameraden mit ihren aufgefrischten Wissen am Sonntagnachmittag in das übrige Wochenende starten.

Steffen Brost

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