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Bad Düben DSL bleibt Reizthema
Region Bad Düben DSL bleibt Reizthema
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17:12 23.12.2009

. Auch große Teile von Delitzsch und ganze Gewerbegebiete beklagen noch immer die fehlende Anbindung. Die Kreiszeitung suchte in der Pressestelle der Deutschen Telekom nach Antworten.

Der Fragenkatalog ist nach wie vor lang. Die Kreiszeitung wandte sich erneut an die Telekom. Von wann bis wann wird gebaut? Wie ist der aktuelle Erschließungsstand im Altkreis Delitzsch? Wann liegt für die einzelnen Vorwahlnummern von Bad Düben bis Wiedemar DSL an? Dazu gab es folgende verwirrende E-Mail-Antwort: „In Delitzsch können 86 Prozent der Kundenanschlüsse DSL bekommen, in Neukyhna 68 Prozent, in Eilenburg 99, in Bad Düben 99, in Jesewitz 95, in Löbnitz 0, in Rackwitz 17, in Zwochau 100, in Wiedemar 100, in Zschepplin/Hohenprießnitz 70 und Krostitz/Krensitz 1 Prozent. 2010 wird die Gemeinde Rackwitz mit DSL versorgt.

Ebenfalls im kommenden Jahr werden im Rahmen eines Kooperationsvertrages die Entfernungsprobleme in der Gemeinde Neukyhna behoben und die Kunden mit DSL versorgt. Bei den über Glasfaser geführten Kunden in Löbnitz, Krostitz und Krensitz können wir zurzeit keinen Termin der DSL-Versorgung benennen. Ausschreibungen der genannten Gemeinden im Kontext mit der breitbandigen Versorgung liegen zum Zeitpunkt nicht vor“, teilte Pressesprecher Georg von Wagner mit.

Antworten, die neue Fragen aufwerfen. Was bedeutet, dass in Rackwitz „17 Prozent der Kundenanschlüsse DSL bekommen können und in Löbnitz 0 Prozent“? Anfang Dezember teilte die Pressestelle hierzu noch mit. „Die 1600 Kunden, die bis Ende erstes Quartal 2010 angeschlossen werden, sind zum größten Teil Rackwitzer.“ Der andere Telekom-Sprecher, Jürgen Will, entschuldigte sich für die Verzögerungen. Die Telekom sei auf Übertragungs- und Vermittlungstechnik angewiesen. Gerade bei diesen Komponenten gäbe es Lieferprobleme. Abschließend sagte er: „Rackwitz hat bis Ende März DSL.“ Ganz Rackwitz? Oder 17 Prozent von was? Fragen über Fragen. In Löbnitz wird zumindest seit einigen Wochen gebuddelt, auch das passt nicht zur Aussage der Pressestelle, dass dort 0 Prozent DSL bekommen können. Die Probleme, die es mit DSL im Altkreis Delitzsch gibt, sind inzwischen auch in der Bundes- und Kommunalpolitik thematisiert.

So schrieb der für den Landkreis Nordsachsen zuständige Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe (CDU) an Telekom-Chef René Obermann. Er teilte ihm mit, dass ihn aufgrund vieler Bürgergespräche sowie zahlreicher Artikel der Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung seit Längerem die Problematik der unzureichenden Versorgung der Haushalte mit DSL-Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüssen im Landkreis Nordsachsen beschäftige. Kolbe sieht die Versorgung als „wichtige Arbeits- und Lebensgrundlage unserer heutigen Gesellschaft und Wirtschaft“.

Deshalb müsse es das Ziel sein, diesen Missstand zu beheben. „Eine flächendeckende Versorgung der Haushalte in meinem Wahlkreis mit DSL-Anschlüssen unterstütze ich ausdrücklich. Deshalb möchte ich Sie bitten, mir mitzuteilen, wo und in welcher Form die Haushalte im Altkreis Delitzsch mit DSL-Anschlüssen versorgt sind beziehungsweise wann eine Versorgung erfolgen soll“, so der Bundestagsabgeordnete. Weiterhin bittet er Obermann, ihm mitzuteilen, in welcher Form bereits Kooperationen zwischen Gemeinden und dem Freistaat Sachsen zum DSL-Ausbau bestehen beziehungsweise geplant sind.

Der nordsächsische Landrat Michael Czupalla (CDU) hat den für Sachsen verantwortlichen Mitarbeiter der Telekom in den nächsten Kreistag im März eingeladen. Dort soll er zum aktuellen Stand sprechen. Auch Czupalla sei „sehr enttäuscht“ vom derzeitigen Versorgungsmissstand.

 

weitere Infos zum Thema und den Berichten aus der Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung der letzten drei Monate finden Sie in der obigen Linkbox.

Frank Pfütze

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