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Bad Düben Darum hat der Stadtrat für die Rücknahme von Schloss Schnaditz gestimmt
Region Bad Düben Darum hat der Stadtrat für die Rücknahme von Schloss Schnaditz gestimmt
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00:34 26.03.2018
Blick auf das Schloss in Schnaditz. Quelle: Wolfgang Sens
Bad Düben/Schnaditz

Gibt es noch die spektakuläre Wendung, den Millionenbetrag, der plötzlich da ist und dem Projekt Schloss Schnaditz doch noch zum Erfolg verhelfen könnte? Den Glauben daran hat mittlerweile nicht nur die Verwaltung um Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) offensichtlich verloren. Auch der Stadtrat hat am Donnerstagabend ein klares Zeichen gesetzt: Der Kaufvertrag mit der Schloss Schnaditz GmbH wird rückabgewickelt. Münster wird nun die entsprechenden Schritte einleiten, damit die Stadt Bad Düben wieder Eigentümerin der Immobilie wird.

Keine Fürsprecher mehr im Stadtrat

Fürsprecher hatte die amerikanische Investorengruppe in den Stadtratsreihen keine mehr. Dazu, so Meinungen aus den Reihen der Abgeordneten, hätte es auch keines anonymen Schreibens von Denkmalfreunden Bad Dübens bedurft, die Zustände am Schloss angeprangert und verlangt hatten, den Kauf rückgängig zu machen. „Es ist an der Zeit, dass wir ein Zeichen setzen, auch in der Hoffnung, dass für das Schloss doch noch was gutes erwächst“, sagte Uwe Kulawinski (FWG). Mathias Jung (Die Linke) nannte den hohen Sanierungsbedarf und die aktuellen Schäden am Gebäude, die ein schnelles Handeln erfordern, als Gründe, warum er dem Vorschlag zustimmt. Auch Egon Lauf (FWG) positionierte sich klar: „Ich bin für diesen Beschluss, weil wir den Investoren schon mehrfach entgegengekommen sind, aber keine Gegenleistung gesehen haben.“

Ende einer Partnerschaft

Damit ist das Ende einer Liason, die im September 2014 so hoffnungsvoll begonnen hatte, wohl endgültig besiegelt. Dass die Entscheidung einstimmig so fiel, hat mehrere Gründe. Unter anderem war bis 31. Dezember seitens der Investoren kein wesentlicher Baufortschritt erfolgt, obwohl die Stadt der Investorengruppe bereits einen Aufschub gewährt hatte, weil die Finanzierung für das 3,9 Millionen Euro teure Sanierungsvorhaben nicht stand und den notariellen Kaufvertrag im Sommer zugunsten der Schloss Schnaditz GmbH verändert hatte. Trotz mehrmaliger Aufforderung mit Terminsetzung fehlten vereinbarte Investitionen und Nachweise. „Wir müssen konstatieren, dass weder die Bausumme, die bis 31. Dezember 2017 vereinbart war, noch die Bestellung des Bauleiters erfolgt ist“, so Münster. Es seien lediglich Mitteilungen per Mail eingegangen, die eine Realisierung des Projektes aufzeigen oder eine Finanzierungsabsicht durch einen Dritten in Aussicht stellen. Die Stadt, so Münster, sei in der Pflicht, jetzt so zu handeln: „Wir haben das Gebäude für einen Euro nur deshalb mit der Genehmigung der Kommunalaufsicht verkaufen dürfen, weil eine erhebliche Investitionsverpflichtung innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes im Raum stand.“ Zu einem weiteren Entgegenkommen war der Stadtrat nun nicht mehr bereit. Im Kaufvertrag sei eine Frist von einem halben Jahr bis zum 30. Juni benannt, Münster wird jetzt die juristischen Schritte einleiten.

Dach von innen gesichert

Die amerikanische Investorengruppe, die das Schloss 2014 für ein Euro, Grund und Boden für rund 100.000 Euro erworben hatte, wollte das unter Denkmalschutz stehende Objekt sanieren und darin ein Spezialitäten-Restaurant sowie Touristen-Appartements einrichten. Helga Horn von der Investorengruppe war am Donnerstag nicht im Ratssaal. Sie habe von dem Termin erst aus der Zeitung erfahren. Sie wollten schon viel weiter sein, dass es nicht so ist – dafür gäbe es mehrere Gründe: Dass das Dach beim schweren Sturm im Januar Schaden genommen habe, sei ihr bewusst. Untätig zusehen würden sie aber nicht. Seit mehr als drei Wochen hätten sie bereits versucht, einen Dachdecker zu bekommen. Zwei Firmen hätten zugesagt, seien aber dann nicht erschienen. Ein drittes Unternehmen sei dann vor Ort gewesen, das darauf verwies, erst ein Angebot schicken zu wollen. Das sei bis jetzt nicht geschehen. „Wir haben große Planen unter die kaputten Stellen gelegt. Es ist aber alles trocken, keine Nässe irgendwo“, so Helga von Horn.

Von Kathrin Kabelitz

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