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Bad Düben Das „Bad“ im Namen hat Bad Düben Sachsen-Anhalt zu verdanken
Region Bad Düben Das „Bad“ im Namen hat Bad Düben Sachsen-Anhalt zu verdanken
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10:09 05.03.2018
Bürgermeisterin Astrid Münster mit den drei Urkunden, die Bad Düben den Kurstadt-Status bescheinigen. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Bad Düben ohne Bad? Seit genau 70 Jahren ist das undenkbar, darf die Kommune den Titel vor ihrem Namen tragen, der sie als Moorheilbad ausweist.

Am 4. März 1948 wurde Düben dieser Zusatz vom damaligen Innenminister Robert Siebert erstmals verliehen, so Stadtchronist Lutz Fritzsche. Nach der Bewerbung, die der damalige Verwaltungsleiter des Moorbades, Boidicker und der spätere Museumsgründer Willy Winkler schrieben, sprachen sich die Landesregierung in Halle – Düben gehörte noch zu Sachsen-Anhalt – sowie das Landratsamt Bitterfeld für die Verleihung aus.

1948 gabden Titel erstmals. Quelle: Steffen Brost

Zehn Punkte mussten erfüllt werden, Düben schaffte sieben. „Das war für den Anfang mehr als ausreichend“, so Fritzsche, „zumal neben der medizinischen Versorgung, der modernen Ausstattung des Moorbades und der Unterbringung der Kurgäste auch sonst viel geboten wurde wie die gesunde Luft, der Kurpark mit Kurhaus und Konzerten, Gastronomie, Kino und mit der Dübener Heimatbühne sogar Theater.“ Dazu gab es die günstige Verkehrsanbindung mit Bus und Bahn. Das alles habe die Behörden überzeugt.

Das danach folgende Bestreben um eine endgültige Anerkennung für das Prädikat „Staatlich anerkanntes Moorheilbad“ hatte vor 14 Jahren Erfolg, als die Stadt am 21. Dezember 2004 als einer der ersten Kurorte Sachsens die Zertifizierung ausgestellt bekam. Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) übergab die Urkunde dem damaligen Bürgermeister Eckehard Tulaszewski anlässlich des Neujahrsempfanges im Januar 2005. Für Stadt, Verwaltung und Bürger – letztere standen übrigens anders als bei der TitelErstvergabe voll dahinter – war das ein großer Erfolg: Viele Jahre Stadtentwicklung, das konsequente Ringen um Lösungen fanden ihre Würdigung.

Zehn Jahre später ging es um die Re-Zertifizierung. Auf der Haben-Seite gab es einiges zu verbuchen:

2004 gab es den Titel endgültig. Quelle: Steffen Brost

Der neu gestaltete Stadt-Eingang mit Naturparkhaus und Parkplatz, der Ausbau der Neuhof-Straße und Bau der Nordtangente, der Kreisel Bitterfelder Straße entspannt die Verkehrsführung nördlich des Heide Spa, der Mühlgraben wurde renaturiert, die Moortaschen mit einer Sanierung aufgewertet, der Bootsanleger gebaut. Der Bauhof wurde ausgelagert. Das Heide Spa hat einen Therapie- und Wellnessbereich bekommen, die Innenstadt wurde saniert. Der Neujahrsempfang 2017 wiederum bildete nach der im September 2016 erfolgten erfolgreichen Re-Zertifizierung den Rahmen für die Übergabe der Urkunde, die Bad Düben berechtigt, weitere zehn Jahre den Titel zu tragen.

Nun geht es darum, den Status quo zu halten, damit Bad Düben weiter damit überregional werben kann, dass die Stadt in Sachen Gesundheitsmedizin und Tourismus der richtige Ort ist. „Die Generationen, die heute leben, kennen Düben nur mit dem Bad davor, das ist mittlerweile ein Teil der Identität geworden“, sagt Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG).

Die nächste Re-Zertifizierungs-Runde ist im Jahr 2027 und liegt damit noch in weiter Ferne. Aus dem Blick ist sie damit nicht. „Wir haben einen Maßnahmeplan aufgestellt, der sehr ambitioniert ist.“ Und der werde Schritt für Schritt abgearbeitet. Supa-Golf im Kurpark, Jugendintegrationscamp Natursportbad, Umgestaltung des Kur-Stadt-Weges, Bau der Schauwerkstätten an der Obermühle und die Neu-Konzipierung des Museums sind die ersten großen Meilensteine. Im Fokus der nächsten Jahre dürfte vor allem die Entwicklung des Kurparkes liegen.

2016 schaffte Bad Düben die Re-Zertifizierung. Quelle: Steffen Brost

Von Kathrin Kabelitz

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