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Bad Düben Das Einmaleins der Weidenpflege – Praxistag im Naturpark Dübener Heide
Region Bad Düben Das Einmaleins der Weidenpflege – Praxistag im Naturpark Dübener Heide
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17:35 30.12.2016
Peter Kaiser (rechts) erklärt den Teilnehmern des Seminars die Bedeutung der Weiden in unserer Region. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben/Schwemsal

Der Verein Dübener Heide hat zwischen Gänsebraten und Silvesterkarpfen zum ersten Mal einen Aktionstag rund um das Thema Weiden organisiert. „Wir wollen mit solchen Projekten neugierig machen.Und natürlich auch neue Leute anlocken. Alles mit Blick auf unseren Verein. Nur durch solche Veranstaltungen werben wir für unsere Arbeit und begeistern vielleicht den einen oder anderen, sich im Verein Dübener Heide als Mitglied zu engagieren“, erzählte der Vorsitzende Axel Mitzka.

Praxistipps von Experten

Über 20 Teilnehmer aus der Region hatten sich zum Thementag auf dem Gelände der Gutsscheune in Schwemsal bei Bad Düben angemeldet. Und sie bekamen eine Menge geboten. So gab es nicht nur einen theoretischen Teil, sondern auch praxisbezogene Hinweise, wo tatkräftig beim Weidenschneiden angepackt werden konnte. Später ließen sich die Akteure Stockbrot und Wurst am Weidenstock schmecken. Und zum Schluss durften alle noch unter fachkundiger Anleitung ihre Flechtkunst unter Beweis stellen.

„Die Weide ist ein besonderer Baum. In ihr wohnen Insekten, Käfer, Spinnen und Vögel. Es gibt über 300 Arten. In unserem Fall nehmen wir die Kopfweide unter die Lupe“, sagte Landschaftsgärtner Peter Kaiser, der gemeinsam mit Korbmachermeister Werner Heßler aus Bad Düben einige Geheimnisse der Weiden und der praktischen Kopfweidenpflege lüftete sowie das Einmaleins des Korbflechtens erklärte.

Körbe und Gerätestiele aus Weidenholz

Heßler arbeitete 53 Jahre in der Branche und hatte sein Geschäft in Bad Düben. Heute ist er Rentner und macht das nur noch als Hobby. „Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in der Stadt um die 20 Korbmacher. In der DDR-Zeit waren es noch etwa sieben und heute gibt es mit Mike Heßler den letzten in unserer Stadt“, erzählte der Korbmachermeister.

Von Peter Kaiser erfuhren die Teilnehmer, dass die Weiden einst auf Grund ihrer Austriebfähigkeit in der bäuerlichen Landwirtschaft eine unverzichtbare Quelle für Gebrauchsgegenstände wie Körbe und Gerätestiele, gleichzeitig auch Bienenweide und Futterquelle waren. Sie wurden zudem als Brennholz genutzt. Als Kopfweide prägen sie bis in die heutige Zeit das Bild der Heidedörfer. Als lebendiges Baumwerk für die Gestaltung von Freiräumen wurde die Weide in den letzten Jahrzehnten neu entdeckt und erfährt damit eine Renaissance. „Ich hatte heute Zeit und habe mich für den Thementag angemeldet. Es war sehr interessant“, sagte Udo Reiß aus Tornau.

Von Steffen Brost

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