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Das unverzichtbare Miteinander

Das unverzichtbare Miteinander

Laußig. Das Festzelt steht, die Getränke werden in einer Zinkwanne gekühlt, Mutsbraten und Kesselgulasch warten auf hungrige Mäuler. Und einer ist an diesem Abend ein viel gefragter Mann: Artur Cachey.

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Mit einer Abendandacht, musikalisch umrahmt vom Heidechor Laußig, ist den vielen Helfern für ihr Engagement zur Verschönerung des Dorffriedhofes gedankt worden.

Quelle: Nico Fliegner

Auf einer Dankeschönveranstaltung am Freitag in der Laußiger Kirche, zugleich ein kleines Sommerfest der Kirchgemeinde, kamen Helfer und Sponsoren zusammen, um das zu feiern, was in den vergangenen Jahren an und in dem Gotteshaus mit viel Eigenleistung entstanden ist.

Bürgerschaftliches Engagement kann man das ganze treffend beschreiben. Und das brauchte einen Mann, der sich vor den Karren spannte: den 66-jährigen Artur Cachey, einer der Kirchenältesten. Er sorgte der federführend für eine neue Friedhofsmauer, ein neues Eingangstor, eingefasste Wege, teils gepflastert, Sitzmöglichkeiten und einen Garten der Erinnerung. Kirche und Friedhof erstrahlen seit 2008 in neuem Glanz. Das alles kostete etwa 20 000 Euro. Über Sponsoren, Spenden und dem Friedhofsgeld kamen die Euro zusammen.

Mit einer Abendandacht, musikalisch umrahmt vom Heidechor Laußig und dem Posaunenchor Sprotta, ging Pfarrerin Edelgard Richter auf die Veränderungen ein. "Wir feiern keine Einweihung, wir halten inne auf dem Weg der Gestaltung", sagte sie. "Wir wollen Danke sagen, dass so viel entstanden konnte durch fleißige Hände und durch viele Sponsoren, die uns unterstützten." Wie passend erklang das Lied "Danke, für diesen guten Abend", freilich abgewandelt für den besonderen Tag.

"Einer trage des anderen Last", der Bibelspruch der Woche, hätte ebenfalls passender nicht sein können. Rein zufällig fand das Fest in der Woche statt, für die der Bibelspruch gilt. Jeder habe sein Päckchen zu tragen, fuhr die Pfarrerin fort. "Herr Cachey, wie oft haben sie an dieses Päckchen gedacht?", fragte sie und spannte den Bogen zu Paulus, dem ersten Theologen der Christentumsgeschichte. Viele Menschen müssten heute Lasten tragen: drückende Sorgen, Schuld oder Krankheit. "Ich wünsche uns allen, dass wir den Blick behalten für die Lasten der anderen." Dies sei wichtig für die "Gemeinschaft und das unverzichtbare Miteinander".

Artur Cachey war an diesem Abend die Freude ins Gesicht geschrieben. Er dankte allen Helfern, Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos), der stets versucht habe im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen, und seiner Frau, die ihm den Rücken frei hielt. Und es gab den Gästen mit auf dem Weg: "Es ist einfach, in eine Liga höher zu kommen, aber den Platz zu halten, ist schwer."

Im Anschluss an die Abendandacht machten sich viele ein Bild von den Neuerungen. "Ich finde das ganz toll, was hier entstanden ist", sagte Gabriele Schmidt, Vertreterin des Kreiskirchenamtes. "Herr Cachey hat schon sehr viel auf die Beine gestellt, das muss man sagen." Siegfried Sello meinte: "Was Artur mit seiner Frau und den vielen Helfern bewegt hat, ist eine feine Sache."

Besonders viel ist Artur Cachey am Garten der Erinnerung gelegen, den wohl einzigen in der Region. Ein Ort der Ruhe und Erinnerung soll er sein. Laußiger, deren Kinder mittlerweile woanders leben, sollen in ihrem Heimatort die letzte Ruhe finden - dafür ist dieser Garten gedacht. Er ist nicht gleichzusetzen mit der bekannten "Grünen Wiese", die es außerdem auf dem Laußiger Friedhof gibt. Markante Stelen sind der Unterschied, davor auf Wunsch kleine Blumenflächen. Und wichtig für ihn: Jeder Verstorbene wird bei seinem Namen genannt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.07.2014
Von Nico Fliegner

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