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Der "Löwe" brüllt wieder ab 1. Juni

Der "Löwe" brüllt wieder ab 1. Juni

Für die Burgschänke und Herberge "Goldener Löwe" in Bad Düben gibt es neue Betreiber: Peter Schüßler und Christian Gall haben die gastronomische Einrichtung am Stadteingang von Bad Düben übernommen.

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Sind die Neuen: Christian Gall und Peter Schüßler (rechts) übernehmen den "Goldenen Löwen".

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Sie wollen, so ihr ambitioniertes Ziel, am 1. Juni das Haus wiedereröffnen und haben viele Ideen rund um die traditionsreiche Gaststätte.

So blitzartig der bisherige Pächter Maik Schmidt das Aus des Gaststättenbetriebes Ende April mit wenigen Worten auf der Internetseite kundtat - der Betrieb rechnete sich nicht mehr -, so blitzartig haben sich die neuen Pächter gefunden, die den "Goldenen Löwen" weiterführen wollen. Wer abends an dem ersten und optisch imposant wirkenden Haus am Stadteingang vorbeifährt, sieht wieder das Licht brennen - und trifft Peter Schüßler und Christian Gall an. Die beiden Bad Dübener wollen den Neuanfang meistern. Schüßler, seit über 20 Jahren selbstständig mit eigener Kfz-Werkstatt Am Lauch, wird den kaufmännischen Part und alles, was damit zusammenhängt, managen. Gall, gelernter Koch, wird für den laufenden Betrieb, sprich Küche, Service und Herberge zuständig sein. Dafür haben sie eine GbR, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, gegründet, sind gleichberechtigte Partner.

Den "Löwen" kennen die Unternehmer gut - als Gäste. Und auch zum Vorpächter Schmidt haben sie Kontakte. "Die Idee, aus dem Löwen was zu machen, hatten wir schon länger", erzählt der 42-jährige Schüßler. Als Schmidt nun aufgab, kamen beide mit Vertretern des Maschinenbauunternehmens Profiroll Technologies, Eigentümer der Immobilie, in Kontakt. "Es war ein gutes Gespräch", konstatiert Schüßler, und sie seien sich schnell einig geworden.

Wie ihr Vorgänger werden auch sie den "Löwen" pachten. Derzeit sind sie damit beschäftigt, "kleine Veränderungen" im Innenbereich vorzunehmen. Das geht überwiegend nur nach Feierabend - also in den Abendstunden. Ihr Ziel: auf dem rustikalen Ambiente und der Geschichte des Hauses aufbauen. "Wir wollen das Niveau verbessern." Einerseits im Service-Bereich, andererseits was das kulinarische Angebot angeht. So soll die Speisekarte verkleinert, die Qualität der Gerichte verfeinert werden. Bislang Bewährtes soll aber beibehalten werden. "Wir wollen auf die Mittelalterschiene setzen. Das passt zum Haus", erzählt Schüßler. "Aber zurzeit sind wir noch stark mit der Entwicklung des Ganzen beschäftigt." Ihr finanzieller Aufwand halte sich dabei in Grenzen und sei für die beiden beherrschbar.

Was dem Duo auch vorschwebt: Sie wollen gezielt auf Touristen setzen, schließlich liegt der "Löwe" an überregional bedeutsamen Rad- und Wanderwegen. Ihnen schwebt zudem eine enge Kooperation mit dem Naturparkhaus vor. Und sie legen den Fokus auf Veranstaltungen. Keine großen, wie sie betonen, sondern gepflegte Kleinkunst, zum Beispiel Abende mit Live-Musik. Ansonsten würden das klassische Tagesgeschäft und die Ausrichtung von Familienfeiern im Vordergrund stehen. "Und wir wollen natürlich die Fußball-WM mitnehmen", so Schüßler. Geplant ist Public Viewing im Innenhof.

Von ihrem Verpächter haben Schüßler und Gall bereits vielfältige Unterstützung erfahren. Auch was Behördengänge anbelangt, haben sie mit der Stadtverwaltung gute Erfahrungen gemacht. "Man merkt schon, dass allen Seiten daran gelegen ist, dass es weitergeht."

Auch wenn sie frühestens am 1. Juni eröffnen wollen, werden sie bereits gebuchte Übernachtungen, vor allem in der Zeit von Stadt- und Landesturnfest, absichern und ein Frühstücksangebot parat halten. Nach einer Service-Kraft sind sie bereits eifrig auf der Suche.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.05.2014
Von Nico Fliegner

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