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Der "Peter Lustig" aus Kossa

Der "Peter Lustig" aus Kossa

Der Ökologische Landbau ist sein Steckenpferd. Doch Roland Einsiedel, einst Fachberater für Ausbildung im Amt für Landwirtschaft in Mockrehna, seit 2005 im Ruhestand, kommt alles andere als zur Ruhe.

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Was hat es mit dem Marienkäfer auf sich? Roland Einsiedel bringt den Kindergarten-Kindern in Kossa das nützliche Insekt für Natur- und Umwelt näher.

Quelle: Nico Fliegner

Kossa. Der 73-Jährige engagiert sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich, wobei es dabei immer um die Natur und deren Erhalt geht, zum Beispiel im Kindergarten "Am Regenbogen" in Kossa.

Es ist Freitagmorgen, Frühlingswetter liegt in der Luft. Kurz nach 9 Uhr kommt ein mit Zeitungen bepackter Mann die Straße in Richtung Kindergarten entlang - Roland Einsiedel. Das Papier landet in einem großem Behältnis auf dem Kita-Gelände - sein Beitrag für den Wertstoffkreislauf. Und Einsiedel ist euphorisch: "Das Wetter passt heute zu meinem Thema", sagt er. Im Kinderhaus "Am Regenbogen" soll es diesmal um die Marienkäfer gehen, die jetzt allmählich aus der Winterstarre erwachen und wieder umherfliegen.

Jeden Freitag ist Roland Einsiedel bei den Jungen und Mädchen in der Kita in Kossa zu Gast und macht mit ihnen die Natur zum Erlebnis. Er ist so einer wie der Peter Lustig, jener Natur- und Umweltfreund, der viele Jahrzehnte die ZDF-Kinderreihe "Löwenzahn" präsentierte. "Ich mache das seit fast zehn Jahren - und es macht mir immer noch große Freude", erzählt Roland Einsiedel.

Zu den Kindern ist er gekommen, als sein Verein, die Sächsische Interessengemeinschaft Ökologischer Landbau seine 15-Jahr-Feier in der Kirche in Kossa hatte und im alten Bürgerhaus später die Öko-Bibliothek eröffnete, die sich ganz in der Nähe der Kita befand. Was ihn immer antreibt, sind die Kinder selbst: "Ich habe mein ganzes Leben lang Erwachsene ausgebildet. Die Arbeit mit Kindern ist was völlig anderes. Und Sie glauben gar nicht: Wenn ich durch die Straßen laufen, sprechen mich die Knirpse an und haben die tollsten Fragen." Seine Frau sagt dann zwar manchmal, er mache sich "zum Hoppel", doch das sieht der Naturfreund nicht so. "Wenn die Kinder zum Beispiel wissen, welche wichtige Funktion Regenwürmer für unsere Böden haben, dann macht mich das stolz." So geschehen erst neulich nach einem Besuch in der 1. Klasse der evangelischen Grundschule in Bad Düben, wo er seit gut vier Jahren die Schüler ebenfalls regelmäßig mit Natur- und Umweltthemen vertraut macht. "Ich gebe keinen Unterricht, sondern versuche mit einfachen Dingen, bei den Kindern das Interesse für unsere Natur zu wecken."

Das gelingt ihm. Denn Roland Einsiedel ist geduldig, zeigt, erklärt und fragt. Und dabei sucht er sich Themen heraus, die gerade zur Jahreszeit passen. Im Frühjahr und Sommer gärtnert er auch mit seinen kleinen Naturfreunden. "In Kossa wollen wir jetzt einen Garten anlegen. Wir haben auch eine Wiese, die nicht gemäht wird, damit die Kindern die Vielfalt der Gräser beobachten können", so der gebürtige Erzgebirgler, der in Trossin die damalige Fachhochschule für Landwirtschaft absolvierte. Er selbst hat schon im Kindesalter die Verbundenheit zur Natur mitbekommen. Und das ist es auch, was er den Kindern von heute vermitteln will. "wenn man sie frühzeitig an die Natur heranführt, wissen sie die als Erwachsene ganz anders zu schätzen und wissen dann hoffentlich, was zu tun ist." Die Menschheit brauche schließlich die Natur, um überleben zu können, sagt er. Deshalb ist er auch beim Bund für Umwelt und Naturschutz aktiv, schreibt Stellungnahmen zu geplanten Agrar- investitionen, organisiert Fachkurse im Öko-Landbau und ist gefragter Ansprechpartner und Ratgeber in der Branche.

Sein Kita-Engagement kommt jedenfalls gut an, sowohl bei den Kindern auch als bei den Erziehern. Und das könnte dem Haus "Am Regenbogen" sogar einen Preis bescheren: Denn die Kita kam jüngst von 400 Bewerbern in die engere Auswahl für einen bundesweiten Kindergarten-Naturschutz-Wettbewerb, bei dem es um Botschafter für die biologische Vielfalt geht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.02.2014
Nico Fliegner

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