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Bad Düben Der Startschuss ist gefallen: Schnaditzer Ringdeich wird gebaut
Region Bad Düben Der Startschuss ist gefallen: Schnaditzer Ringdeich wird gebaut
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08:30 09.03.2017
Derzeit wird die Baustraße für den Deich im Westen von Schnaditz errichtet. Er beginnt dort, wo im Hintergrund die Fahrzeuge zu sehen sind. Quelle: Wolfgang Sens
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Schnaditz

Der inzwischen ungewöhnliche Fakt, dass im Winter hierzulande Winter ist, hatte die Bauarbeiten am Schnaditzer Ringdeich verschoben. „Am 1. März hat die Firma Eurovia, eine französische Firma mit Niederlassung in Leipzig, aber richtig losgelegt“, informierte jetzt Heinz Kaiser, Betriebsteilleiter Mulde der zuständigen Landestalsperrenverwaltung Rötha.

Schnaditz erhält sogenannten Drei-Zonen-Deich

Diese Firma, die im vergangenen Jahr am Löbnitzer Flügeldeich in der Region ihre Visitenkarte abgegeben hat, musste dafür mit ihrer Technik also nur rund vier Kilometer weiterrücken. Manfred Podehl, Polier bei Eurovia: „Im Februar haben wir in Schnaditz nur Vorarbeiten wie das Fällen von Bäumen erledigen können.“ In diesen Tagen werde nun zunächst die Baustraße errichtet. Sie wird voraussichtlich bis Ende 2017 Bestand haben. Bis dahin, so lautet das Ziel, sollen im Westen des Bad Dübener Ortsteiles sowohl die zwei benötigten Muldesiele als auch der eine Kilometer Deich von Eurovia gebaut sein. Bei dem zweieinhalb Meter hohen Deich selbst handelt es sich übrigens um einen sogenannten Drei-Zonen-Deich. Die Wasserseite erhält dabei eine Dichtungsschicht, der sich ein Stützkörper aus Sand anschließt. Im Landesinneren folgen dann noch eine Drainage-Schicht und ein Deichverteidigungsweg.

Am Ende des Jahres fehlt noch einiges

Trotz der derzeitigen Investition fehlen an dem insgesamt acht Kilometer langen Ringdeich am Ende des Jahres noch weitere drei Deichkilometer, ein drittes Siel sowie die zwei Überführungen B107/B2 und Staatsstraße 12. Gemeinsam mit dem bereits bestehenden Kilometer bei Profiroll im Südosten und den drei Kilometern Deich-Altbestand im Norden ergibt das künftig den Ringdeich Schnaditz. Er schützt den Bad Dübner Stadtteil ab voraussichtlich 2020 vor einem Hochwasser, wie es statistisch alle 100 Jahre vorkommt, auch wenn der mit Spundwänden gesicherte Deich im Norden anschießend noch auf drei Meter Kronenbreite gebracht werden muss.

Archäologen weilen auch 2017 vor Ort

Damit die Arbeiten zügig weitergehen können, laufen parallel zu den derzeitigen Bauarbeiten im Westen die Vorbereitungen für den Süden weiter. Die Archäologen haben hier bereits 2016 ihr Okay für einen weiteren Deichkilometer gegeben. Ab Juni sollen sie nun auch noch den letzten Deichkilometer untersuchen. „Beide Abschnitte“, so blickt Heinz Kaiser voraus, „werden dann 2018 gebaut.“ Anschließend folgen dann die Überführungen an der Staatsstraße 12 sowie an der Bundesstraße B 107/B2, für die übrigens während der Bauzeit betonierte Umgehungsstraßen eingerichtet werden müssen.

Ringdeich ist Bestandteil des Polders Löbnitz

Der Ringdeich Schnaditz, für den insgesamt über zehn Millionen Euro veranschlagt werden, ist Bestandteil des Polders Löbnitz, mit dessen Fertigstellung aber frühestens 2022 zu rechnen ist. Er soll ab einem sogenannten 25-jährigen Hochwasser gezielt geflutet werden und dann 15 Millionen Kubikmeter Wasser fassen, was den Wasserstand an der Bundesstraße 2 bei Profiroll in Bad Düben um rund 70 Zentimeter senkt. Zu dem insgesamt 45-Millionen-Euro-Projekt gehören die bereits fertiggestellten Deiche in Löbnitz und Wellaune, der jetzt in Bau befindliche Ringdeich Schnaditz sowie der Flügeldeich Tiefensee. Letzterer soll übrigens unmittelbar nach Fertigstellung des Ringdeiches Schnaditz errichtet werden. Am Schluss folgt dann noch das Einlaufbauwerk bei Wellaune.

Von Ilka Fischer

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