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Der heimliche Landwirt

Der heimliche Landwirt

Als Jürgen Kollenrott 1974 beim damaligen Bundesgrenzschutz in Goslar anheuerte, als Grenzgänger im nördlichen und südlichen Harz zunächst eingesetzt war, ahnte der damals junge Spund nicht im geringsten, dass es eines Tages die innerdeutsche Grenze nicht mehr geben würde und es ihn auf der Karriereleiter in den Osten Deutschlands verschlägt, ins beschauliche Bad Düben.

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Polizeidirektor Jürgen Kollenrott (links) nimmt beim Neujahrsempfangs der Bundespolizeiabteilung Bad Düben von Werner Linde, Polizeihauptkommissar a. D. beim damaligen Bundesgrenzschutz, eine Erinnerung an den ehemaligen Standort in Goslar entgegen. Dort begann Kollenrotts Karriere.

Quelle: Michael Marx

Bad Düben. Seit 2005 ist er Abteilungsführer der Bundespolizei, hat 625 Beschäftigte unter sich. Am Dienstag stand nunmehr ein Jubiläum ins Haus - Kollenrotts 40. Dienstjahr. "Ein ganz normaler Tag", erzählt er ziemlich unaufgeregt. "Wir werden ihn erst etwas später "angemessen feierlich in unserer Dienststelle begehen."

Der 57-Jährige gilt als bodenständiger, besonnener Mann. Einer, dem das Landleben nicht fremd ist - im Gegenteil. Großstadtgewimmel ist nichts für ihn. Geboren und aufgewachsen war er auf dem elterlichen Dreiseithof in der Nähe von Goslar - Landidylle pur. Sein Vater war Bauer mit eigener Wirtschaft, aber einer mit Weitsicht. Deshalb ist Jürgen Kollenrott auch lieber zum Bundesgrenzschutz gegangen, statt den Hof weiter zu führen, was gar nicht so abwegig gewesen wäre. Doch schon damals zeichnete sich ab, dass es für Kleinbauern immer schwieriger würde, auskömmlich von der Arbeit zu leben - eine berufliche Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat, auch wenn es ihn als Beamter schon in Standorte fernab der Heimat, die ihm so wichtig ist, zog - das Schicksal vieler seiner Kollegen.

Den Hof gibt es immer noch, Kollenrott lebt dort nach wie vor und beschäftigt sich in seiner Freizeit als geschickter Handwerker, um alles in Schuss zu halten. Die dazugehörigen Felder sind verpachtet, für Tierhaltung ist keine Zeit. Meistens sind es die Wochenenden, wenn er zu Hause in Niedersachsen ist. Ansonsten lebt er in Bad Düben - mit einer neuen Frau an seiner Seite, die er dienstlich kennenlernte und mit der er erst vor wenigen Wochen auf der Insel Borkum den Ehebund einging. Und dann gibt es auch noch die Kinder aus erster Ehe - zwei erwachsene Söhne und eine Tochter und inzwischen vier Enkelkinder. Sein zweites Steckenpferd neben dem elterlichen Hof ist die Ahnenforschung. Er hat mittlerweile das Leben und Wirken der Kollenrotts bis in das Jahr 1364 zurückverfolgen können - ein zeitaufwendiges Hobby. Aber eins, in das er sich genüsslich vertiefen kann.

Als Jürgen Kollenrott 2005 in Bad Düben anfing, war vieles Neuland für ihn. Der damalige Bundesgrenzschutz habe "erhebliche Veränderungen" durchgemacht. An seiner neuen Wirkungsstätte sei er "freundlich aufgenommen" worden, an Stadt und Region lernte er die weiträumige Natur, die Nähe zu Leipzig, Wittenberg und Torgau, das Heide Spa, das er gern besucht, und die regionale Gastronomie, der er zugeneigt ist, immer mehr schätzen.

40 Jahre im Dienst der Bundesrepublik Deutschland bedeutet für Jürgen Kollenrott aber auch, dass nach 44 Jahren, also 2018, Schluss sein wird. "Ich wünsche mir, dass ich meine Pensionierung noch bei guter Gesundheit und Freude mit meinen Mitarbeitern erlebe." Und dann? Ja, dann hat er Zeit für Ehefrau Katrin, den Kollenrott-Hof und die Enkelkinder. "Ich will dann Haus und Hof genießen. Das ist dann nochmal eine Herausforderung." Und gewiss eine, die er ebenso meistern wird wie die Arbeit in der Bundespolizeiabteilung in Bad Düben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.07.2014
Von Nico Fliegner

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