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Der oder die Pfanne? Flüchtlingskinder lernen in Düben Deutsch

Oberschule Der oder die Pfanne? Flüchtlingskinder lernen in Düben Deutsch

Die Oberschule in Bad Düben hat jetzt eine sogenannte DaZ-Klasse. Elf junge Mädchen und Jungen aus Syrien, Libanon, Irak und Afghanistan haben mit dem Unterricht „Deutsch als Zweitsprache“ begonnen.

Deutschlehrer Samir Jaradat (Mitte) mit seiner Klasse. Pro Woche unterrichtet der gebürtige Jordanier 25 Stunden Deutsch in Bad Düben.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Die Oberschule in Bad Düben hat jetzt eine sogenannte DaZ-Klasse. Elf junge Mädchen und Jungen aus Syrien, Libanon, Irak und Afghanistan haben mit dem Unterricht „Deutsch als Zweitsprache“ begonnen. Damit wird auf den Zustrom von Flüchtlingskindern reagiert, die unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus wie Deutsche eine Schulpflicht haben.

Die beginnt, sobald die jungen Asylbewerber die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen und bei einer Kommune untergebracht sind. Die meisten Kinder können kein Deutsch, haben oft Elend und Gewalt erlebt und finden in der fremden, neuen Welt, auch wegen der mangelnden Sprachkenntnisse, nur schwer Anschluss.

Zumeist freuen sich diese Kinder, in die Schule zu kommen, weil sie nach Monaten oder Jahren der Flucht wieder geordnete Strukturen erleben und auch ein wenig Sicherheit empfinden. Dabei sind die Voraussetzungen sehr unterschiedlich. So gibt es auch Kinder, die ein halbes Jahr in der Schule in ihrem Heimatland waren. Andere sprechen perfekt Englisch. Wie schnell sie sich eingewöhnen, hängt oft von ihren Erlebnissen auf der Flucht ab.

Elf Schüler lernen in Bad Düben Deutsch

Für Schulleiter Matthias Schuster und sein Kollegium ist das alles kein Neuland. Denn schon vor einigen Jahren wurde in Bad Düben Deutsch für die Spätaussiedler gelehrt. „Unsere Bürgermeisterin hat sich für die Bildung einer DaZ-Klasse stark gemacht. Wir sind froh, dass wir jetzt damit beginnen können. Derzeit lernen bei uns elf Schüler zwischen 11 und 16 Jahren. Einige von ihnen haben bereits in Eilenburg angefangen, Deutsch zu lernen und sind wegen ihres Wohnortes Laußig beziehungsweise Bad Düben jetzt an unsere Einrichtung gewechselt. Es ist eine ganz normale Herausforderung, die wir auch diesmal meistern werden“, ist Schuster überzeugt.

Die Ausbildung ist in drei Phasen unterteilt. Zunächst werden intensiv die Grundlagen der deutschen Alltagssprache gelehrt. Dafür lernen die Mädchen und Jungen, unabhängig vom Alter, jede Woche 25 Stunden ausschließlich die deutsche Sprache. Nach Erlangung erster Kenntnisse kommen sie in die Phase zwei. Hier findet bereits eine Teilintegration statt, wo sie einzelne Stunden am regulären Unterricht teilnehmen. In Phase drei müssen die Schüler dann die neue Bildungssprache beherrschen, sprechen und verstehen. Dann werden sie voll in den regulären Unterricht integriert.

Stufe 2 soll bald folgen

Unterrichtet werde die jungen Ausländer von Samir Jaradat. Er ist 37 und stammt aus Jordanien. Seit 14 Jahren lebt er mit Frau und Kind in Leipzig, hat einen Hochschulabschluss mit Master für Deutsch als Fremdsprache. Mittlerweile studiert er das Fach Konferenzdolmetscher für Deutsch und Arabisch. Später will er mal Lehrer werden. „Ich habe in den vergangen sieben Jahren vorwiegend mit Erwachsenen gearbeitet und ihnen die deutsche Sprache gelehrt. Auch für mich ist das jetzt eine neue Situation. Ich freue mich darauf. In Bad Düben haben wir jetzt mit der ersten Stufe begonnen. Wann Stufe zwei oder drei beginnt, ist von der Lerngeschwindigkeit und dem Lernniveau der einzelnen Schüler abhängig“, so Jaradat.

Alle Eltern der deutschen Schüler wurden über die Bildung der neuen Deutschklasse mit einem Elternbrief informiert. „Wir haben das auch in den Klassen und in der Dienstberatung besprochen und alle auf die neue Situation vorbereitet. Da bereits seit längerem Schüler mit Migrationshintergrund an unserer Schule lernen, sollten unsere Kinder keine Berührungsängste kennen. Wir wünschen uns Akzeptanz der verschiedenen Kulturen und ein faires Miteinander“, so Schuster.

Von Steffen Brost

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