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Details, die nicht gleich ins Auge fallen

Details, die nicht gleich ins Auge fallen

Der Sonntagnachmittag lockte mit traumhaftem Frühlingswetter und strahlendem Sonnenschein ins Freie. Und trotzdem zog es eine große Anzahl von Menschen in die altehrwürdigen Mauern der Burg Düben.

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Rita Janecek (links) im Gespräch mit den Ausstellungsbesuchern Daniele und Thomas Korb. Auf großformatigen Fotografien zeigt die Bad Dübenerin Details aus dem Stadtbild, die im Alltag wenig auffallen.

Quelle: Heike Nyari

Bad Düben. Grund war die Eröffnung einer ganz besonderen Ausstellung, die mit Bildern aus dem Museumsbestand und mit neuen Fotografien von Rita Janecek bestückt war.

Die Kombination bestand aus historischen Schwarz-Weiß-Bildern, größtenteils aus der Wendezeit, sowie Motiven jüngeren Datums, die die Bad Dübener Hobbyfotografin erst in den vergangenen Jahren ins Visier genommen hatte. Somit führt diese aus etwa 50 Bildern bestehende Schau den Betrachter in das Einst und Heute der Kurstadt. Aber wer jetzt glaubt, sich an den typischen Postkartenmotiven erfreuen zu können, irrt. Rita Janecek lenkte den Fokus der Kamera eher auf die Details, kleinen Schönheiten und Kuriositäten am Rande, die zum Teil sogar im Verborgenen liegen oder sich erst auf dem zweiten Blick dem Betrachter erschließen.

Das war wohl auch der Grund, weshalb zwei große Lupen bereit lagen, damit die Gäste bei Bedarf Details im Bild noch besser ausmachen konnten. Erika und Kurt Raddatz erlebten bei ihrer Spurensuche eine Überraschung. Auf einem Bild, das wahrscheinlich Anfang der 1930er-Jahre entstand, wurde eine Gruppe Männer verewigt, die sich vor das damalige Kriegerdenkmal im Kurpark gestellt hatte. Als Erika Raddatz die vergrößerten Gesichter näher betrachtete, entdeckte sie ihren Vater. Es ist der Steinmetz Werner Freitag sen. aus Bad Düben. Warum dieses Bild entstand, war den Anwesenden nicht bekannt, aber die Vermutung liegt nahe, dass die abgebildeten Männer möglicherweise am Bau des Denkmals beteiligt waren.

Die übrigen Motive, die in der Zeit zwischen 2009 und 2014 fotografiert wurden und Bad Düben aus einer anderen Perspektive beleuchten, erlauben eine Sichtweise auf Vertrautes und, wie der ehemalige Denkmalpfleger des Kreises und Autor Jans Joachim Böttcher bemerkte, "konnte ich in der Ausstellung Details entdecken, die wohl selbst alteingesessenen Dübenern nicht gleich ins Auge fallen".

Nun haben die beiden Gastgeberinnen Rita Janecek und Museumschefin Yvette Steuer die Spurensuche auch noch dahingehend erschwert, als dass keine Bildunterschriften zur Aufklärung beitrugen. So bildeten sich immer wieder Grüppchen von Gästen vor den gerahmten Fotos, die überlegten und darüber diskutierten, wo sich das Motiv wohl befinden möge. Einiges, wie die Bank am Rosentempel im Kurpark, war ziemlich offensichtlich. Aber bei dem in Stein gemeißelten Stadtwappen am Marktbrunnen muss man schon etwas genauer hinschauen. "Ich habe alle Bilder erkannt", sagte Lutz Fritzsche, der am Sonntag mit seiner Frau den Weg zur Burg fand. "Wenn es heißt, die Stadt zu erkunden, muss man auch in die Stadtteile auf Suche gehen", erklärte schließlich Rita Janecek. Sie entdeckte in Wellaune die Kegelbahn am Bürgerhaus sowie ein Detail an der ehemaligen Tiefenseer Schule. Und sie fotografierte ein Schlossfenster in Schnaditz.

Rita Janecek ist 48 Jahre alt. Seit drei Jahrzehnten ist sie eine leidenschaftliche Hobbyfotografin und erfreute bereits mit mehreren Ausstellungen, unter anderem auf der Burg und in der Partnerstadt Diez. Die aktuelle Ausstellung kann bis zum 1. Juni bewundert werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.03.2014
Von Heike Nyari

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