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Bad Düben Dialyse-Patient wandert vom Kap Arkona bis nach Düben
Region Bad Düben Dialyse-Patient wandert vom Kap Arkona bis nach Düben
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23:00 20.09.2011
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. Jetzt wurden die Beschwerden immer schlimmer. Doch der Arzt hatte grünes Licht gegeben. „Für die letzten beiden Etappen hat er nur gesagt: Wenn Sie eine hohe Leidensfähigkeit haben, gehen Sie auf die Strecke", sagte der Bad Dübener Joachim Reiche kurz vor der Ziellinie seiner Marathon-Tour vom Kap Arkona in die Heimat.

Der Kurstädter ist seit über 30 Jahren Dialysepatient und hat ein außergewöhnliches Hobby. Er wandert gern kreuz und quer durch Deutschland. Und im vergangenen Jahr sogar nach Venedig. Doch die Tour musste er aus gesundheitlichen Gründen kurz vor dem Finale an der Adria abbrechen. Im März absolvierte er den Rest. Und da hatte er auch schon die nächsten Pläne im Kopf. „Das Jahr war noch recht jung. Das sollte doch nicht alles gewesen sein, dachte ich. Und so nahm ich mir die Strecke Kap Arkona – Berlin – Bad Düben – Leipzig vor. 540 Kilometer in 30 Tagen", erzählte Reiche. Acht Wochen hat der Dübener die Tour akribisch vorbereitet – die Zwischenübernachtungen gebucht und sich die Dialyse-Stationen herausgesucht, die er jede Woche dreimal ansteuern muss, um an die überlebenswichtige Blutwäsche zu kommen. Täglich wanderte er zwischen 15 und 25 Kilometer. „Ich bin zunächst quer über Rügen bis nach Usedom, weiter über Ueckermünde und Torgelow nach Prenzlau gelaufen. Dann durch Berlin, Luckenwalde nach Wittenberg bis Bad Düben. Ich habe noch zwei Etappen bis nach Leipzig drangehängt, weil mich mein Arbeitgeber sehr stark unterstützt hat und dessen Filiale in Leipzig ist. Dort endete die Tour", erzählte Reiche.

Unterwegs ging es meist auf Rad- und Waldwegen entlang. Einmal verlief sich der Bad Dübener sogar. „Das war schon etwas beängstigend. Ich wusste nicht mehr, wo ich bin, hatte keinen Handy-Empfang und musste ausgerechnet an diesem Tag noch zur Dialyse. Doch nach zweistündigem Herumirren fand ich wieder aus der Schorfheide bei Berlin heraus und alles ging glatt", blickte Reiche zurück.

Schöne Erinnerungen dominieren. Über die Natur am Wegesrand schwärmte Reiche noch Tage nach seiner Ankunft. „Bloß die vielen Mücken haben mich ganz schön gepiesackt", so der Wanderer. Fast jeden Tag wurde der Bad Dübener auf seine kleine Tafel am Rucksack angesprochen. Dort hatte er Informationen rund um sein Vorhaben notiert und dass er für Dialyse und Organspende unterwegs ist. „Oft habe ich meine Geschichte erzählen müssen. Vielleicht hat es ja etwas genützt und diese Menschen tragen bald einen Organspendeausweis in der Tasche." Jetzt plant der Bad Dübener seine nächste Tour. Wenn die Hüftschmerzen auskuriert sind, will er einen weiteren Start vorbereiten. Dann geht es 1000 Kilometer den Rhein entlang.

Steffen Brost

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