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Die Dübener Heide im Kleinformat

Die Dübener Heide im Kleinformat

Die neue Sonderausstellung mit dem etwas schlicht ausfallenden Titel "Landschaftsmalerei Dübener Heide" war Pfingstmontag noch gar nicht offiziell eröffnet, da stand bereits das erste Grußwort im ausliegenden Gästebuch drin.

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Im Gespräch: Maler Bernd Hoffmann (links) erklärt Wolfgang Demuth seine Werke im Ausstellungsraum.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Familie Riehl aus Leipzig nahm die Schau von über 60 kleinformatigen Bildern schon vorfristig unter die Lupe und schrieb: "Wir waren zu einer Geburtstagsfeier und zum Mühlenfest in der Stadt. Das Museum ist sehr informativ und die neue Ausstellung mit seinen erfrischend-fröhlichen Bildern ist sehr sehenswert."

Während nebenan die Technik der imposanten Bergschiffmühle bei über 30 Grad Celsius den Besuchern vorgeführt wurde, kamen zahlreiche Neugierige zur Eröffnung der neuen Ausstellung von Bernd Hoffmann ins kühle Gemäuer des Landschaftsmuseums. Dort herrschten aushaltbare 22 Grad, dazu gab es Sekt, Wasser und Saft aus den Händen von Museumsleiterin Yvonne Steuer und Franziska Heßler.

Steuer begrüßte die Gäste zur zweiten Sonderschau in diesem Jahr und freute sich über die vielen farbenfrohen Werke des Hobbykünstlers Hoffman aus Plaußig bei Taucha. Seit Mitte der 1980er-Jahre widmet er sich der Aquarellmalerei. Eines seiner ersten Bilder aus dem Jahr 1987 mit dem Titel "Wachtmeister" begrüßt die Besucher bereits im Foyer.

Hofmann kennt die Dübener Heide wie sonst kaum einer. Sie ist zu seiner zweiten Heimat geworden. Denn seit vielen Jahren zählt neben dem Wandern und Naturerkunden auch das Malen und Zeichnen zu seinen Hobbys. "Ich habe schon fast alles gesehen und vieles zu Papier gebracht. Von A wie Ateritz bis Z wie Zadlitzbruch", so Hoffmann, der sich nicht gern mit dem Titel "Künstler" schmückt. "Ich bringe doch nur etwas Farbe auf das Papier. Und wenn in den Wäldern nur die begabtesten Vögel zwitschern würden, wäre es sehr still", fügte er hinzu.

Seine ursprüngliche Heimat Nordböhmen musste der 71-Jährige schon früh verlassen. Als kleines Kind wurde er nach Leipzig ausgesiedelt. Er machte eine Berufsausbildung mit Abitur und schloss ein Hochschulstudium zum Diplom-Landwirt ab. Bis 1991 war er auf einem Volksgut in Plaußig tätig. Schon früh war Hoffmann in der Dübener Heide unterwegs, fotografierte und skizzierte Landschaften. Manches speichert er auch in der Erinnerung. "Das ist wie bei einer Kuh, die wiederkäut. Wenn ich male, hole ich die Erinnerungen an das Motiv wieder hoch", erklärte er. Sein ehrenamtliche Arbeit kam ihm bei der Malerei gelegen. Denn Hoffmann ist Mitglied im Naturschutzbund und leitete bis vor sechs Jahren die Naturschutzstation des Zweckverbandes Parthenaue. Dafür erhielt er 2012 sogar den Mühlenpreis in der Kategorie Naturschutz. Deswegen scheint ihm kaum ein Fleck unbekannt zu sein. "Ich zeige damit meine Heimatverbundenheit", erzählte er. Doch an seine Werke ist nur schwer heranzukommen. Sein Schwager Wolfgang Demuth hätte schon gern einen echten Hoffmann in seiner Wohnung. "Der rückt kein Bild heraus. Er sagt, die Bilder wären wie seine Kinder. und die werden ja auch nicht verkauft", plauderte Demuth aus dem Nähkästchen. Doch der Hobbykünstler gibt Entwarnung. "Wer ein Werk haben will, kein Problem. Ich mache gern eine schicke Farbkopie", konterte der Plaußiger elegant.

Mittlerweile liegen rund 1000 Werke sorgfältig sortiert in Schubläden. Noch zehn Jahre will Bernd Hoffmann aktiv sein. Dann will er es ruhiger angehen lassen und mit seiner Frau verstärkt auf Reisen gehen. Auf den Block Papier und den Bleistift will er aber dabei nicht ganz verzichten.

Bernd Hoffmanns Ausstellung in Bad Düben ist bis 28. September zu sehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.06.2014
Von Steffen Brost

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