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Die Pest kommt nach Bad Düben

Die Pest kommt nach Bad Düben

Das Rad der Zeit wurde rund um die über 1000-jährige Burg zu Düben am vergangenen Wochenende weit zurückgedreht. Tapfere Ritter in Rüstungen, edle Burgfräulein, zünftige Handwerker, ehrbare Händler, Mägde, Quacksalber, Possenhauer sowie vielerlei anderes fahrendes Volk gaben sich ein Stelldichein zum mittelalterlichen Spektakel unter dem Motto "Die Pest kommt nach Bad Düben".

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Tausende Besucher zog es am Wochenende zum Mittelalterspektakel an die Bad Dübener Burg.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Die Cottbusser Veranstaltungs GmbH Coex ist mit seinen historischen Spielen bereits zum vierten Mal in der Stadt und brachte diesmal 60 Stände mit. "Die Leute nahmen unser Mittelalter immer sehr gut an. Außerdem ist das mit der Burg hier eine traumhafte Lage", sagte Birgit Katins vom Veranstalter. Reges Markttreiben herrschte schon kurz nach Eröffnung des Mittelaltermarktes. Rings um den Burgwall hatten Rittersleut' und Gefolge ihr Lager aufgeschlagen. Spielmannskunst auf Sackpfeife und Trommeln präsentierten die Spielluden von "La Marotte". Auf der Bühne erlebten die Zuschauer Gaukelei und Schabernack - Schmierentheater vom Feinsten. Und während die Kaufleut' "Leckereyen" veräußern, der Knobibrot-Bäcker eine Frau suchte - das stand zumindest auf dem Schild, das er um den Hals trug - und die Damen am Filzen waren, lieferten sich die Männer von Panem Cotidianum aus Leipzig, eine Söldnerkompanie aus dem 13. Jahrhundert, einen um den anderen Kampf um die Gunst einer Jungfrau.

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Bad Düben. Das Rad der Zeit wurde rund um die über 1000-jährige Burg zu Düben am vergangenen Wochenende weit zurückgedreht. Tapfere Ritter in Rüstungen, edle Burgfräulein, zünftige Handwerker, ehrbare Händler, Mägde, Quacksalber, Possenhauer sowie vielerlei anderes fahrendes Volk gaben sich ein Stelldichein zum mittelalterlichen Spektakel unter dem Motto "Die Pest kommt nach Bad Düben".

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Ob mit Schwert, Axt oder Morgenstern, die mittelalterlich gewandeten Kämpfer beeindruckten das Publikum schwer. Im Rund des Burggeländes hatten sich fahrende Händler niedergelassen und zeigten den Besuchern ihr Handwerk. Mitten unter ihnen der Messerschleifer Rudi Langer. Den Neugierigen zeigte der Bad Dübener wie früher die Schwerter und Äxte scharf gemacht wurden. "Das ist mein Hobby seit vielen Jahren. Ich bin Rentner und vertreibe mir meine Zeit mit Auftritten bei solchen Mittelaltermärkten. Solch einen Schleifstein, wie ich ihn hier habe, benutzten früher schon die Römer, um ihre Schwerte zu schärfen", erzählte der Mann. Wie es sich um 1250 als Graf und Gräfin so lebte zeigten ein paar Meter weiter Graf Otto von Stein und seine Gräfin von Bergfeld. "Wir leben diese Zeit. Sind selbstständig und verdienen damit unser Lebensunterhalt. Von März bis Dezember sind wir nur auf solchen Märkten zu Hause", erzählte die Gräfin, alias Annette Hograeve aus Kremmen in Mecklenburg-Vorpommern. Von solch einen Mut zur Selbstständigkeit sind auch Karin und Horst Gebauer aus Leipzig begeistert. "Wir sind recht regelmäßig auf solchen Festen. Aber so etwas hauptberuflich, wäre für mich nichts. Da gehe ich lieber jeden Tag in meine Werkstatt.

Das Eintrittsgeld finde ich dafür, das so etwas  auf die Beine gestellt wird, mehr als gerechtfertigt", erklärte der Leipziger. Erstmals hatten sich auch Händler im Burginnenhof niedergelassen. Hier zeigte Steinmetz Martin Linß die alte Kunst des Steinebearbeitens. "Ich streite mich auf den Festen immer mit den Nutten, wer wohl das älteste Handwerk hat. Die oder ich", grinste der Weimarer. Auch die kleinen "Lanzelots" kamen bei dem Mittelalterfest auf ihre Kosten. Sie testeten ihr Können beispielsweise mit Pfeil und Bogen oder ließen sich mit Ritterschminke und Prinzessinnenhaaren wie echte Helden und Schönheiten des Mittelalters fühlen.

Steffen Brost

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