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Bad Düben Die wichtigsten Fragen und Antworten zum schnellen Internet in Bad Düben
Region Bad Düben Die wichtigsten Fragen und Antworten zum schnellen Internet in Bad Düben
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11:41 29.09.2018
Ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. Quelle: dpa
Bad Düben

Der geplante Breitbandausbau in Nordsachsen sorgt nach einer Info-Veranstaltung dieser Tage im Heide Spa in Bad Düben weiter für Diskussionsstoff. Vor allem die Menschen in Bad Düben kritisieren, dass Straßen und Wege erneut aufgerissen werden müssen, wenn der Ausbau über den Landkreis, den die Deutsche Telekom vornimmt, startet. Denn in der Kleinstadt ist bereits das Unternehmen Deutsche Glasfaser am Start. Die LVZ beantwortet zu dem Thema die wichtigsten Fragen.

Ist es tatsächlich notwendig, dass Straßen und Gehwege in Bad Düben erneut aufgerissen werden müssen, um Leitungen zu verlegen?

„Erst seit Juni ist die Deutsche Telekom durch den Zuschlag im Boot“, sagt Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Die Telekom hatte die europaweite Ausschreibung für den Breitbandausbau in Nordsachsen gewonnen. „Es möge wie ein Schildbürgerstreich klingen, aber jetzt müssen viele Stellen erneut aufgebaggert werden, um das Glasfaserkabel der Telekom in die Erde zu bringen. Ich verspreche aber, wo die Deutsche Glasfaser bis heute noch nicht verlegt hat, wird es eine Vereinbarung zwischen Telekom und Deutsche Glasfaser geben. Wer zuerst aufbaggert, bietet dem anderen eine gleichzeitige Mitverlegung an“, so Münster. Landkreis-Sprecher Alexander Bley dazu: „Für den Ausbau nutzt die Telekom vorhandene Leitungswege, Schächte, Leerrohre oder Sammelkanäle. Tiefbauarbeiten werden nur dort stattfinden, wo nötig.“ Ob die Telekom aber auch die in Bad Düben bereits verlegten Leerrohre/Leitungen vom Unternehmen Deutsche Glasfaser nutzen wird, ist unklar.

Warum läuft der Breitbandausbau in Bad Düben jetzt doppelt, also wird von zwei Unternehmen getrennt realisiert?

Bad Düben war beim Breitbandausbau vorgeprescht, hatte die Deutsche Glasfaser ins Boot geholt, die den Ausbau privatwirtschaftlich vornimmt. „Der Stand der Projektierung (seitens Landkreis für die Kommunen, Anm. d. Red.) war und ist der Stadtverwaltung Bad Düben seit 2016 bekannt. Bad Düben hat zum Ausbau des Glasfasernetzes im September 2016 mit dem Landkreis eine Kooperation geschlossen“, so Landkreis-Sprecher Bley. Bedeutet: Bad Düben hätte auch einfach warten und den Breitbandausbau einzig über den Landkreis realisieren können. Denn damals stand bereits fest, dass der Landkreis den Netzausbau für die Kommunen übernimmt. Bürgermeisterin Münster sagt indes, dass die Stadt seit 2014 am Breitbandausbau dran ist. Denn viele Firmen drängten auf einen besseren Internetausbau in der Stadt. „Bis 2016 wollte die Deutsche Telekom Bad Düben gar nicht ausbauen. Bis zum Januar 2018 war nicht klar, ob sich überhaupt ein Unternehmen auf das Los, den Landkreis auszubauen, meldet.“

Was wird jetzt kreisweit gemacht?

In ganz Nordsachsen werden bis 2020 mehr als 43 000 Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen. Allein in Bad Düben sind es gut 2000 Haushalte. Die Kosten betragen knapp 94 Millionen Euro. Es gibt sechs Ausbaugebiete in 28 Kommunen. Ausgenommen sind Schkeuditz und Eilenburg, die den Ausbau in Eigenregie vorgenommen haben. Die Dauer des Ausbauprojektes geht bis Ende 2020, so das Landratsamt.

Wer wird in Nordsachsen angeschlossen?

Angeschlossen werden Grundstückseigentümer, deren bisherige Download-Übertragungsrate unter 30 Mbit/s liegt. Das sind 43 Prozent der Haushalte des Landkreises. Das ist ein Förderkriterium der EU und des Bundes, bei dem es keinen Handlungsspielraum gibt. Das Projekt des Landkreises ist Teil der Digitalisierungsoffensive des Freistaates. Die Eigentümer, die in den Ausbaugebieten liegen, wurden von den Kommunen angeschrieben und zu einer der zwölf Infoveranstaltungen eingeladen. Enthalten ist ein Auftrag zur kostenlosen Herstellung eines Glasfaseranschlusses. Wird die Frist bis 1. Dezember 2018 eingehalten, erfolgt der Anschluss kostenfrei. Der Anschluss wird bis ins Haus zum Übergabepunkt gelegt, die Netzverlegung im Haus erfolgt in Eigenverantwortung.

Wie kann ich prüfen, ob ich im Gebiet liege?

Jeder kann auf der Internetseite des Landkreises im Geoportal prüfen, ob er ans Glasfasernetz angeschlossen werden kann. Das Geoportal findet man unter www.landkreis-nordsachsen.de. Dort zu Geoportal gehen. Es öffnet sich ein neues Fenster mit einer Karte des Landkreises. Im Inhaltsverzeichnis auf der linken Seite auf Aktuelles klicken und dann auf Breitbandausbau. Die violett markierten Gebiete sind die Ausbaugebiete. Wer keinen Brief erhalten hat, aber im Ausbaugebiet liegt, wendet sich bitte an die eigene Kommune. Dort gibt es entsprechende Ansprechpartner.

Wie werden die Glasfaserkabel verlegt?

Für den Ausbau über den Landkreis nutzt die Telekom u.a. die Trenching-Technik. Dabei wird ein zehn Zentimeter breiter und 40 Zentimeter tiefer Graben in die Erde gefräst. Später werden dann die Glasfaserkabel durch die verlegten Rohre gezogen. Das Verfahren hat den Vorteil, dass es bis zu fünfmal schneller ist als ein Bagger. Am Tag werden bis zu 400 Meter geschafft.

Muss ich, wenn ich den Breitbandausbau über den Landkreis realisieren lasse, zwingend einen Tarif der Telekom nehmen?

Nein, die Anbieterwahl ist frei, es muss kein Vertrag mit der Telekom abgeschlossen werden. Es besteht auch keine Notwendigkeit, einen vorhandenen Anschluss abzuklemmen, bestehende Verträge bleiben unberührt.

Muss ich, wenn ich als Bad Dübener den Breitbandausbau derzeit über das Unternehmen Deutsche Glasfaser realisieren lasse, zwingend einen Tarif von Deutsche Glasfaser nehmen?

Ja, das ist zunächst für eine Laufzeit von 24 Monaten nur so möglich. Es stehen derzeit vier Tarife für Internet, Telefon und TV zur Auswahl.

Von Steffen Brost und Nico Fliegner

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