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Bad Düben Doris Mühlmann macht’s möglich: Notenspur führt nach Bad Düben
Region Bad Düben Doris Mühlmann macht’s möglich: Notenspur führt nach Bad Düben
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09:12 16.08.2017
Doris Mühlmann am heimischen Klavier, einem Geschenk ihres Patenonkels, der in den 1960er-ahren auswanderte, Im November ist die 62-Jährige Gastgeberin der ersten Notenspur-Veranstaltung in Bad Düben. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
Bad Düben

Ein Familien-Leben ohne (Haus-)Musik? Bei den Mühlmanns aus Bad Düben ist das undenkbar. Seit Jahrzehnten spielten Klavier, Flöte und Co. im Alltag des ehemaligen Löbnitzer Pfarrers Fritz Mühlmann, seiner Frau Doris und den vier Söhnen und zwei Töchtern die erste Geige. Trifft sich die Familie allein oder samt Verwandtschaft im Haus im Ortsteil Hammermühle, mittlerweile inklusive nachfolgender Generationen, oder kommen Freunde oder Bekannte zu Besuch – dann findet über kurz oder lang spontan eine Band zusammen, dann wird gemeinsam musiziert, an Geburts- oder Feiertagen, am Kamin oder einfach so.

Ein Notenzweig, der seine Ästlein ausstreckt

Im letzten Jahr, als ein in Leipzig wohnhafter Neffe einer der Akteure der 2. Notenspur war, gehörte Doris Mühlmann zu den Gästen. Und da war sie wieder da – die Lust darauf, auch im heimischen Bad Düben die Hausmusik-Abende zu beleben, selbst Gastgeberin zu sein, mal ein ganz anderes Publikum an der Faszination Musik teilhaben zu lassen. „Ich finde den Gedanken sehr schön, die Notenspur ins Umland auszudehnen, sozusagen als Notenzweig, der seine Ästlein ausstreckt“, beschreibt Doris Mühlmann ihre Intensionen, die sie dazu bewogen, zu den Initiatoren dieses weltweit wohl größten Hausmusik-Ereignisses Kontakt aufzunehmen.

Initiatoren angetan von der Idee

Initiativen wie diese kommen beim Leiter der Leipziger Notenspur bestens an: „Der Untertitel ’Musik zu Hause in Leipzig’ ist schon nicht mehr ganz richtig. Inzwischen müsste er heißen: ’Musik zu Hause in der Region Leipzig’“, sagt Werner Schneider. Sympathisch mache die „Migration“ der Notenspur-Nacht von der Musikstadt Leipzig in die Region Leipzig, weil das Anliegen des gemeinsamen Musizierens nicht von offiziellen Gremien diktiert und organisiert, sondern von den Menschen, die hier leben, vorangetrieben werde. Die kleine Form der Hausmusikveranstaltungen in privaten Räumen passe wunderbar zur Region: „Musik wohnt unter uns und verbindet uns, indem wir sie miteinander teilen. Diese Leitidee des Notenspur-Projektes wird durch viele Mitwirkende mit Leben erfüllt“, so Schneider. Die Besucher seien nicht nur Konsumenten von Kultur, sondern sind Teil des Abends, der nicht nur von Musik lebe, sondern auch von den Gesprächen miteinander und damit das strenge Gegenüber von Künstlern und Zuhörern aufhebe: „Die Veranstaltungen sind einerseits intim und persönlich und andererseits Teile eines großen Festes.“

Rund 30 Gäste haben Platz

Im Mühlmannschen Wohnzimmer finden rund 30 Besucher Platz. Noch sei das rund anderthalbstündige Programm, das die Hobby-Musikerin zusammen unter anderem mit befreundeten Musikern aus Wittenberg präsentiere, nicht ganz fertig, so die 62-Jährige. Doch Eckdaten gäbe es schon: Musik querbeet, von Barock, Frühbarock bis zeitgenössisch und volkstümlich, dargeboten unter anderem auf Klavier, unterschiedlichen Flöten, Krummhorn und Zinken. Ihr Mann werde zwischendurch einige Lyrik- und Prosa-Texte lesen. Mitsingen sei auch erlaubt. Die Musik solle helfen, dass Menschen sich treffen und einander wahrnehmen. Geboten werde natürlich nicht das, was ein Gewandhaus bieten könne: „Aber das soll es ja auch nicht sein“, so Mühlmann. Geplant sei danach ein offener Abend, den jeder beispielsweise mit einem kleinen lukullischen Mitbringsel mit gestalten könne.

Die Begeisterung für die Musik schwingt bei alldem mit. „Ich habe von Kindesbeinen an musiziert, Klavier und Orgel gespielt, im Chor gesungen“, sagt die ehemalige Religionslehrerin. Die Liebe zur Musik hat das Paar seinen Kindern mitgegeben. Jedes hat mindestens zwei Instrumente gelernt, das gemeinsame Musizieren war immer ein wichtiger Aspekt. Es führe zu einer tiefen, seelischen Verbindung, man bleibe im Takt, müsse aufeinander hören.

Die Bad Dübenerin, die übrigens auch Laußigs Heidechor leitet, hofft, dass es weitere Menschen in der Kurstadt, aber auch ganz Nordsachsen gibt, die sich der Hausmusik-Initiative anschließen. Bis Ende August können sich Interessenten anmelden.

Von Kathrin Kabelitz

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