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Drei wollen Muldekönigin werden

Drei wollen Muldekönigin werden


Gruna. Am 18. und 19. September findet das nunmehr 12. Fährfest in Gruna statt. „Unsere Veranstaltung erfreut sich einer großen Beliebtheit und zieht viele Gäste aus Nah und Fern an", freut sich Mitorganisatorin Heike Herber aus Gruna.

. Am Sonntag wird auch die neue Muldekönigin gewählt, die die Region zwischen Eilenburg und Bad Düben als Repräsentantin für ein Jahr würdevoll vertreten wird. Drei junge Frauen im Alter von 19 bis 26 Jahren wollen die bisherige Amtsinhaberin Monique Tiegel aus Gruna ablösen und bewerben sich um dieses Amt. Der neue Deichgraf, der bereits am 31. Juli beim Sommernachtsball gekürt wurde, ist André Fiege aus Gruna.

Sabrina Pusch – musikalisch und sportbegeistert
Die jüngste der Kandidatinnen ist Sabrina Pusch aus dem Eilenburger Ortsteil Pressen. In der Muldestadt aufgewachsen absolvierte sie ihr Abitur am Martin-Rinckardt-Gymnasium. Nun studiert sie an der Fachhochschule für sächsische Verwaltung in Meißen. Anschließend wird sie zunächst zwei Jahre im Landratsamt Nordsachsen tätig sein, wo sie zurzeit gerade ein Praktikum absolviert. In den letzten Wochen war sie z.B. in der Ausländerbehörde sowie beim Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt tätig. „Ich freue mich sehr, dass ich Arbeit und Studium in Sachsen gefunden habe", so Sabrina, die weiß, dass viele ihrer ehemaligen Schulkameraden mittlerweile deutschlandweit verstreut sind. Daher sei es ihr auch möglich und eine Freude, als Muldekönigin zu kandidieren. Ihre Heimat in der Öffentlichkeit zu präsentieren, sieht die junge Frau als Ehre und Herausforderung zugleich. „Zurzeit lebe ich in einer typischen Studenten-WG und die Wochenenden verbringe ich oft in Pressen bei den Eltern und Großeltern", erzählt Sabrina. Außerdem freut sie sich auf die Zweisamkeit mit ihrem Freund aus Brandis. Ihren Christoph lernte sie bei einem Volleyballspiel und gemeinsam halten sich die beiden mit Joggen und Badminton fit. Gelegentlich sind sie auch in der Sachsentherme und im Fitnessstudio anzutreffen. „Ansonsten sind wir gern mit Freunden unterwegs", verrät die Pressenerin. Man gehe gemeinsam baden, trifft sich zum Grillen oder feiert eine Party. Sechs Jahre nahm Sabrina Gitarrenunterricht und spielte Theater in Priester. Sie wirkte unter anderem bei dem bekannten Musical „Geister der Weihnacht" mit, das sie sogar nach Amerika führte. Zwei Jahre besuchte sie eine Tanzschule im Eilenburger Bürgerhaus und zwei weitere Jahre spielte sie in einer Volleyballmannschaft. Zu ihren Lieblingsurlaubsregionen gehören Kreta und die Ostsee und „unser nächster Urlaubstraum ist Amerika".

Stefanie Wöhlert – landliebend und pferdevernarrt
Stefanie Wöhlert wohnt seit zwei Jahren in Gruna. Nicht nur, weil sie im Muldeauendorf wohnt, sondern auch weil ihr Freund der neue Deichgraf ist, würde sie gern an seiner Seite das blaue Kleid der Königin tragen. André Fiege war beim Grunaer Sommernachtsball einer von fünf Kandidaten, die sich den spaßigen Aufgaben des Abends stellten. Schließlich erkor das Publikum ihn zum neuen Repräsentanten der Mulderegion. Stefanie wuchs in Eilenburg auf. Nach dem Abitur, das sie auf einer Leipziger Privatschule ablegte, lernte sie Steuerfachangestellte. Heute arbeitet die 23-Jährige in der Steuerkanzlei Rohr in Bad Düben und wie die Grunaerin verriet möchte sie sich nach einigen Jahren gesammelter Berufserfahrung gern zum Steuerfachwirt weiterbilden. Stefanie und ihr Lebensgefährte André lernte sich vor sechs Jahren durch ihr Lieblingshobby – das Reiten - kennen.  Diese Freizeitbeschäftigung und die Liebe zu Pferden teilen die beiden mit großer Leidenschaft. Das war auch der Hauptgrund für das Paar, von der Stadt aufs Land, also von Eilenburg nach Gruna zu ziehen. Im Alter von elf Jahren verbrachte Stefanie mit ihrem jüngeren Bruder das erste Mal Reiterferien in Luckowehna. Bei dem Mädchen war sofort das Feuer entfacht und so meldete ihre Mutter sie bei einem Reiterhof in Altenbach an. Nun saß die Pferdefreundin jede Woche auf dem Rücken ihrer Lieblinge. Heute besitzt die junge Frau selbst drei Pferde, die sich ebenso wie ihre Besitzerin in Gruna sehr wohl fühlen. Ausgiebige Ausritte führen die Zugezogene durch die weite, landschaftlich reizvolle Muldeaue. „Wir tanzen auch gern und besuchten eine Tanzschule", verrät Stefanie. Im Winter wollen die beiden Neu-Grunaer sogar einen Fortgeschrittenenkurs ablegen.

Katharina Koch – belesen und weitgereist
In Leipzig geboren wuchs Katharina Koch als ältestes von vier Geschwistern in Nischwitz auf. Nach der Schule verbrachte die 26-Jährige zunächst sechs Wochen auf einer High-Scool in Florida und von da an war das Fernweh in der jungen Frau geweckt. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Touristikassistentin in Halle. Nachdem sie den Abschluss in ihren Händen hielt, packte sie ihre Koffer und ging in die Schweiz. In Zürich verbrachte sie ein Jahr als au-pair und nutzte die Zeit, einen einjährigen Englisch-Kurs zu absolvieren. Berufliche Erfahrungen sammelte die heute in Eilenburg lebende aber auch auf einem Fünf-Sterne-Kreuzfahrtschiff, das auf der blauen Donau schipperte. In Leipzig setzte sie sich noch einmal auf die Schulbank und wurde Hotelfachfrau. Wieder in der Schweiz angekommen, arbeitete sie eine ganze Weile als stellvertretende Serviceleiterin in einem Freizeitzentrum im Berner Oberland. Im letzten November kam sie wieder einmal in ihrer Heimat an und arbeitet zurzeit als Bodenstewardess am Leipziger Flughafen. „Kuba ist meine große Leidenschaft", schwärmt die Weltenbummlerin, die bereits vier Mal gemeinsam mit ihrem Vater im entfernten Inselstaat weilte. Sie habe eben ein besonderes Faibel für andere Länder und Kulturen, und Reisen liegt ihr im Blut. Ansonsten rollt sie gern mit Inlinescatern und zieht im Schwimmbad ihre Bahnen, um sich fit zu halten. „Ich liebe auch die englische Sprache", erzählt die Eilenburgerin weiter, die am liebsten englische Bücher liest. Nun könne man meinen, sie käme gar nicht zur Ruhe. Doch Katharina genießt auch gern einen ruhigen entspannten Abend mit einem Glas Rotwein. Gerade, weil sie so viel in der Welt herumgekommen ist, wisse sie ihr Zuhause und das Heimatgefühl zu schätzen. Die Rolle als Muldekönigin könne sie sich gut vorstellen.
Heike Nyari

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