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Dubioser Dübener Badewannen-Raubzug: Statt Liebesnacht wurde Konto erleichtert

Urteil im Prozess Dubioser Dübener Badewannen-Raubzug: Statt Liebesnacht wurde Konto erleichtert

Die Tschechin Karolina L. wurde jetzt vom Amtsgericht Leipzig zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die junge Frau wurde der Beihilfe zum schweren Raub in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung für schuldig befunden. Die Tat hatte sich in Bad Düben ereignet.

Der Prozess fand am Landgericht Leipzig statt.

Quelle: Frank Pfeifer

Bad Düben/Leipzig. Ein Jahr und zehn Monate – das ist das Urteil, das jetzt am Landgericht Leipzig im Prozess gegen Karolina L. (Name geändert) fiel. Der Vorsitzende Richter Jens Kaden setzte die Strafe zwei Jahre zur Bewährung aus. In dieser Zeit muss die Tschechin der Justizbehörde stets mitteilen, wo sie wohnt. Karolina L.s Zeit in der Untersuchungshaft seit Ende Dezember wird auf die Haftstrafe angerechnet. Die junge Frau wurde der Beihilfe zum schweren Raub in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung für schuldig befunden.

Vor allem eine Frage stellte sich während des Prozesses immer wieder: Welche Rolle spielte Karolina L. am Tatabend, als Lutz Z. in Bad Düben ausgeraubt und lebensgefährlich zusammengeschlagen wurde (wir berichteten)?

Widersprüchliche Aussagen

Worum es geht: Die Tschechin Karolina L. soll mit ihrem Freund Robert F. und der Bekannten Luisa D. den Geschädigten Lutz Z. in die Wohnung von Luisa D. gelockt und ihn betrunken gemacht haben. Zudem wollte Karolina L.s Freund von Lutz Z. Geld für Sex mit ihr kassieren. In Vorbereitung auf den Geschlechtsverkehr sei Lutz Z. baden gegangen. Währenddessen nahmen die drei seine EC-Karte und seine Schlüssel an sich, hoben 180 Euro von seinem Konto ab und erbeuteten aus seiner Wohnung diverse Pflegeprodukte. Zurück in Luisa D.s Wohnung wollte Robert F., dass Lutz Z. 600 Euro für den Geschlechtsverkehr mit Karolina L. bezahlt – der Vorschlag endete in Gewalt, weil der Geschädigte diesen Preis nicht zahlen wollte.

Dieser Tathergang, den die Angeklagte in ihrer Aussage geschildert hatte, unterscheidet sich in ein paar Punkten von dem in der Anklageschrift. Dies machte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer deutlich und gab außerdem zu bedenken, dass die Aussagen anderer Zeugen mehr zu dem zeitlichen Ablauf in der Anklageschrift passen würden als die Angaben von Karolina L. Strittig war beispielsweise, ob Lutz Z. schon geschlagen wurde, bevor das Trio zum Beutezug in seine Wohnung aufbrach, oder ob er wirklich friedlich sein Bad nahm. Die Strafforderung des Staatsanwaltes lag daher bei zwei Jahren und vier Monaten.

Der Verteidiger wiederum stellte klar, dass es auch so passiert sein könnte, wie seine Mandantin es geschildert hatte. Die Aussagen der Zeugen würde zu beiden zeitlichen Abfolgen passen. „Es gibt eine Alternative, die nicht widerlegbar ist“, so Rechtsanwalt Hagen Karisch. Er forderte daher eine Freiheitsstrafe von unter zwei Jahren und dass diese zur Bewährung ausgesetzt wird.

Richter: Opfer war dreckig

„Es gab den Plan, den Geschädigten Lutz Z. auszunehmen und davon hatten alle drei an der Tat Beteiligten Kenntnis“, sagte schließlich der Vorsitzende Richter Jens Kaden zur Urteilsverkündung. „Ich kann mir aber vorstellen, dass die Angeklagte von der Gewalt überrascht war“, so der Richter weiter. Eingegriffen, um diese zu verhindern, habe sie aber dennoch nicht. In seiner Urteilsbegründung ging er zudem auf die unterschiedlichen Versionen des Tatherganges ein. „Ich denke nicht, dass der Geschädigte in der Wohnung von Luisa D. ein Bad genommen hat“, so Richter Kaden. Hätte er dies getan, wäre er nicht von Kriminalpolizisten sowie vom Arzt des behandelnden Krankenhauses als ungepflegt und dreckig beschrieben worden. In der Wohnung des Geschädigten habe Karolina L. zudem entweder aktiv mitgeholfen oder sich zumindest nicht gewehrt, als die anderen beiden die Beute in die Jackentaschen steckten, um sie mitzunehmen. Eine Mittäterschaft sieht der Richter als nicht bewiesen an, wohl aber die Beihilfe, wodurch sich letztlich sein Urteil begründet.

Das letzte Wort im Gerichtssaal vor der Urteilsverkündung hatte die Angeklagte. „Es tut mir sehr Leid. Ich werde darauf achten, zukünftig nicht mehr in solche Gesellschaft zu geraten“, so Karolina L.

Von Andrea Schulze

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