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Düben tönt im Vatikan-Lautsprecher

Düben tönt im Vatikan-Lautsprecher

Bad Düben. Für Papst Benedikt XVI. sind es stressige Tage. Gründonnerstag bis Ostern muss er sich nach einem strengen Terminkalender richten.

. Ein öffentlicher Auftritt nach dem anderen steht auf dem Plan. Einen solchen hat Manfred Stierl aus Bad Düben erlebt – allerdings nicht zu Ostern. Der Katholik besuchte 2009 zum wiederholten Male Rom und das Umland.

Allein war Stierl allerdings nicht unterwegs, wie er erzählt. Zirka 40 Katholiken der heutigen Pfarrei „St. Klara" aus den Gemeinden Bad Düben, Eilenburg und Delitzsch und der evangelische Kantor Norbert Britze traten damals die Reise nach Rom an. Norbert Britze soll als Bewegrund gesagt haben, wenn man Rom begreifen will, müsse man mit einem Katholiken fahren.

Für den Eisenbahn-Ingenieur war es nicht die erste Fahrt an jenen Ort mit dem Petersdom und seinem weitläufigen Vorplatz, dem Petersplatz. 1990 und 1992 zog es ihn und seine Frau schon mal dorthin. Er hat aber noch nie Münzen über die linke Schulter in den Trevi-Brunnen geworfen, die das Wiederkommen garantieren sollen.

Die nordsächsische Reisegruppe nahm unter anderem an einer Generalaudienz des Papstes auf dem Petersplatz teil, die immer Mittwoch vormittags stattfindet. Man kann da dem Papst auf wenige Meter nahe kommen – wenn man rechtzeitig da ist und sich einen entsprechenden Platz sichert. Lange bevor der Papst kommt, sind Tausende Menschen dort und warten. Es herrscht eine fröhliche und erwartungsvolle Stimmung. „Und wir waren mittendrin", sagt Stierl. Zu Beginn der Generalaudienz kommt er dann in seinem „Papamobil", fährt durch die freigehaltenen Gänge zwischen den Menschen, winkt und segnet sie.

Manfred Stierl erinnert sich an diesen Moment. Die Menschen freuen sich. „Es ist auf der einen Seite so etwas wie Volksfeststimmung – andererseits sind die Leute zum Teil sehr berührt." Als der Papst an ihnen vorbeifuhr, seien die Menschen aufgesprungen und jubelten ihm zu. „Da ging es dann ziemlich hektisch zu".

Die eigentliche Generalaudienz dauert etwa eine dreiviertel Stunde und ist mit einer Ansprache des Papstes zu einem bestimmten Thema verbunden. Vorher werden die Besuchergruppen zum Teil über Lautsprecher verlesen. So schallte plötzlich auch der Name „Bad Düben" über den Petersplatz, als der Sprecher in etwa sagte: „Wir begrüßen heute auch die Pilgergruppe aus Bad Düben". Das sei schon etwas Besonderes gewesen, sagt Stierl. „Wann ertönt sonst der Name der Kurstadt auf dem Petersplatz, dass es 20 000 Leute hören?" Besonders ist für ihn, der im Sudetenland geboren und katholisch erzogen wurde, auch immer wieder der Besuch des Petersdoms, der über dem Grab des Apostels Petrus erbaut wurde. Er bietet 20 000 Menschen Platz und zählt mit einer umbauten Fläche von 15 160 Quadratmetern zu den größten Kirchengebäuden der Welt. „Das berührt mich immer wieder sehr. Man kann auch durch die Krypta gehen, in der nahe dem Petrusgrab die Päpste begraben sind – auch Papst Johannes Paul II., der am 1. Mai selig gesprochen werden soll". Was er in diesem Moment gedacht habe? „Dass Päpste einfache Menschen sind, denen aber eine riesige Last auf die Schultern gelegt wurde. Über eine Milliarde Katholiken auf der ganzen Welt zu leiten, ist nicht einfach", so Stierl

Was in diesen Tagen in Rom passiert, wird Stierl jedenfalls mit großem Interesse und via Fernsehen verfolgen, wenn es auch nicht die Feiern hier in unseren Kirchen an diesen Tagen ersetzen kann. Er wird sich am Sonntag nach der Auferstehungsmesse mit vorangehendem Osterfeuer früh um 5 Uhr in Bad Düben im Laufe des Vormittags auch die Übertragung der Ostermesse ansehen und den anschließenden Segen „urbi et orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) entgegen nehmen. Dabei wird er auch wieder Orte und Plätze entdecken, an denen er einst schon war und die in seinem Leben als Katholik stets in bedeutungsvoller Erinnerung bleiben werden.

Nico Fliegner

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